Bürger wegen neuer Sendeanlagen besorgt

Gars - Die Besorgnis in der Bevölkerung wegen neuer Sendeanlagen in Reichertsheim und Maitenbeth war Thema der Jahresversammlung der Wählergemeinschaft Landkreis Mühldorf-West (WGW).

Alois Maier aus Reichertsheim sprach an, dass einem der Sendestandort Pfeilstett aufs Auge gedrückt worden sei. Für den Behördenfunk werde die Feuerwehr als Sympathieträger vorgeschickt. Richard Pointl verwies jedoch auf die Beeinträchtigung des bisherigen Funkverkehrs bei ausgesprochem schlechten Wetter. Neben der starken und permanenten Strahlung des Digitalfunks bereitet auch die Dichte von Standorten Sorge.

Bürgermeister Josef Kirchmaier versteht seine Mitbürger in Maitenbeth, die gleich von vier Masten bestrahlt werden, und wird sich um weitere Informationen bemühen. Er erinnerte allerdings daran, dass z.B. erst beim Einschalten eines Handys die Strahlungsintensiät ansteige. Weil verschiedene Gemeinden keine Glasfaserkabelverbindung bekommen, droht weitere Bestrahlung durch die LTE-Technik. Bürgermeister Norbert Strahllechner von Gars verwies deshalb auf die Handhabung in Österreich, wo Versorgungsunternehmen verpflichtet seien, die Anbindung von Firmen und Gemeinden ans Internet sicherzustellen. Dies müsste bei uns auch so geregelt werden.

Die Freien Wähler Bayern wollen die Energiewende herbeiführen, indem Bayerns Landkreise möglichst unabhängig von Energieimporten werden. Verschiedene Gemeinden haben dieses Ziel anvisiert. Vielfältige Anstrengungen gibt es z.B. in der Gemeinde Gars mit Hackschnitzelheizung, Biogasanlagen und Geothermie-Untersuchungen. Ihr Bürgermeister verwies jedoch darauf, dass Hackschnitzel aus heimischen Wäldern nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Man solle auch nicht auf Monokulturen zugunsten von Biogas setzen, warnte Alois Maier; vielmehr verwies er auf Energieeinsparpotentiale. Man war sich einig darin, den Heimatlandkreis möglichst energieautark zu machen, und plant diesbezügliche Aktionen.

Mit Freude sprach Vorsitzender Dr. Bernhard Grabmeyer von der angestoßenen Kooperation der heimischen Wirtschaft mit Fachhochschulen. Trotz dieses und anderer Erfolge der aufwendigen Einrichtung "Lernen vor Ort" fragte er, ob sich der Landkreis eine erfolgssichernde Fortsetzung aus eigener Kraft werde leisten können. Problematisch wirken sich nach Egon Barlag Änderungen des Schulsprengels wie jüngst in Rattenkirchen für betroffene Gemeinden aus.

Der Bevölkerungsrückgang solle unter anderem mit Kombiklassen aufgefangen werden, was schnell zum Widerstand der Eltern führen könne. Josef Schöberl aus Au am Inn zeigte sich angenehm überrascht davon, dass die Krankenhaus GmbH des Landkreises schwarze Zahlen schreibt, und wünschte ihrem Geschäftsführer weiterhin eine glückliche Hand.

Nachdem Kassier Josef Kirchmaier einen erfreulichen Kassenbericht vorlegen konnte, stand die Neuwahl des Vorstandes an. Es gab keine Veränderungen. Einstimmig wurden der Kassier und Dr. Bernhard Grabmeyer sowie Josef Schöberl als Erster bzw. Zweiter Vorsitzender bestätigt. Angenommen wurde auch der Vorschlag von Egon Barlag, den Jahresbeitrag auf 20 Euro zu erhöhen.

re/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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