Im Beruf erfolgreich starten

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IQ-Geschäftsführer Heiko Weit bei seinem Vortrag.

Mühldorf - Was mache ich nach der Schule? Mit dieser und vielen weiteren Fragen beschäftigt sich ein Projekt zur Berufsorientierung, das jetzt in der Mühldorfer Hauptschule für alle siebten Klassen startet.

Andreas ist angehender Chemikant, Jenny hat eine Ausbildung zur Kosmetikerin absolviert und will noch Friseurin lernen, um ihr Berufsfeld zu vergrößern. Beide sind ehemalige Schüler der Hauptschule Mühldorf und schilderten am Mittwochabend Eltern von Schülern der 7. Klasse, wie sie es geschafft haben, nach dem Quali erfolgreich durchzustarten. "So schaut es aber nicht bei jedem aus", warnte Schulleiterin Hildegard Hajek-Spielvogel, "viele Neuntklässler wissen wenige Wochen vor dem Abschluss noch nicht, was sie werden wollen."

Deshalb habe die Hauptschule in den vergangenen Jahren sehr intensiv an einem Konzept zur Berufsorientierung gearbeitet. Gemeinsam mit Schulamt, Arbeitsagentur und Handwerkskammer seien zahlreiche Angebote entwickelt worden, um den Schülern den Start ins Berufsleben zu erleichtern. Gemeinsam mit der Initiative "IQ - ich bin qualifiziert" beginnt jetzt ein weiterer Bestandteil des Berufsorientiertungskonzepts. Die richtige Infrastruktur für nachhaltige Lernmotivation will IQ-Geschäftsführer Heiko Weit an der Schule aufbauen, um den Schülern Hilfestellung für die richtige Entscheidung zu geben.

"Schülern macht Lernen keinen Spaß, Leistung gilt als Strebertum", sagte Weit, die Herausforderung des Projekts sei, diese Einstellung zu ändern. Dabei sei es wichtig Schüler, Lehrer, Eltern und die Wirtschaft ins Boot zu holen. Schüler müssten lernen, dass nur über Leistung bei der Berufswahl attraktive Angebote zur Verfügung stünden, Lehrer und Eltern müssten die Rahmenbedingungen dafür schaffen. "Die größte Motivation, ist, sich selbst als kompetent zu erleben und vom Umfeld Anerkennung zu bekommen", fasste Weit zusammen.

Entscheidend sei, gemeinsame Ziele zu setzen, riet Weit. Das wichtigste Ziel sei, dass am letzten Schultag der unterschriebene Ausbildungsvertrag zu Hause auf dem Küchentisch liege, so Weit. Von diesem Ziel ausgehend, sollten Jugendliche rückwärts planen und sich Etappenziele setzen, wie Kenntnis der regionalen Wirtschaft, Betriebspraktika, praktische Orientierung und richtige Fächerwahl in der Schule oder Arbeiten an den persönlichen Voraussetzungen. "Alle Kinder haben starke Wünsche und Träume", sagte er, "wir müssen ihnen den Zusammenhang mit ihrer eigenen Leistung verdeutlichen."

Alle Schüler der siebten Klassen der Hauptschule Mühldorf erhalten einen Starter-Workshop mit IQ-Mitarbeitern und ein Logbuch mit Arbeitsmaterialen. Jeden Monat besprechen IQ, Lehrer und Schüler den individuellen Fortschritt und planen jeweils die kommenden vier Wochen.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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