Eine Neue für eine klare Linie

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Eine Nacht lang hat die neue BRK-Kreisgeschäftsführerin Tanja Maier den Rettungsdienst begleitet. „Das hat mir auch gezeigt, welche Verantwortung wir für die Menschen im Landkreis tragen.“

Mühldorf - Seit knapp drei Monaten ist Tanja Maier neue Geschäftsführerin des BRK-Kreisverbandes Mühldorf. Es ist viel zu tun; denn dem Kreisverband fehlt es an Vertrauen.

Ihr Vorgänger hat Spuren hinterlassen. Schwarz auf weiß zeichnen sich im Büro der neuen BRK-Kreisgeschäftsführerin die Umrisse der großen Bilderrahmen ab, die Marc Elsner einst aufgehängt hat. Zu mehr als einem kleinen Kunstdruck hinter dem Schreibtisch hat es Tanja Maier in den wenigen Wochen ihrer Amtszeit nicht gebracht. Die Optik des neuen Büros stand offensichtlich nicht auf der Prioritätenliste.

Kein Wunder: „Das BRK überrascht mich täglich aufs Neue, es gibt einfach wahnsinnig viel zu lernen.“ Und wahnsinnig viel aufzuarbeiten. Denn die 45-Jährige soll den Kreisverband aus der Krise führen, ihm neue Strukturen geben, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen – nicht nur in der Öffentlichkeit, auch bei den eigenen Mitarbeitern. Egal ob im Haupt- oder Ehrenamt.

Abwartend sei die Stimmung im Haus, sagt Maier. „Viele treten mir gegenüber noch sehr vorsichtig auf. Wie das eben so ist, wenn eine neue Chefin kommt.“ Doch im Fall des Kreisverbandes ist es nach den internen Verwerfungen eben doch eine besondere Situation. Das weiß inzwischen auch Maier, die zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung das wahre Ausmaß der Schwierigkeiten im Kreisverband nicht kannte: „Ich lebe in Reischach, da habe ich vieles nur ganz am Rande mitbekommen.“

Doch schon bei den ersten Terminen mit dem Vorstand um Johannes Trä sei ihr reiner Wein eingeschenkt worden: „Das war immer Klartext. Ich wusste schnell, was auf mich zukommt“, dazu gehört auch die arbeits- und strafrechtliche Aufarbeitung der Vergangenheit. Da ist es hilfreich, dass sie ihr Amt ohne BRK-Vorgeschichte antritt.

An Herausforderungen wird es ihr als BRK-Geschäftsführerin mit Sicherheit nicht fehlen. Schon die wirtschaftlichen Zwänge machen Umstrukturierung notwendig, nachdem der Kreisverband heuer erneut ein Minus ausweisen wird. „In den defizitären Geschäftsfeldern werden wir erst einmal nach den Ursachen forschen, ehe Entscheidungen fallen“, sagt Maier, die den Rotstift nicht gleich im ersten Jahr ansetzen wird. „Schon aus der Verantwortung meinen Mitarbeitern gegenüber.“

Wohin der Weg des Verbands führt, kann die neue Frau an der Spitze noch nicht sagen. „Dafür ist es noch zu früh.“ Fest steht, dass sich das BRK in der Breitenausbildung stärker engagieren will. Darüber hinaus werde man den Markt sondieren, wo sich eventuell neue Geschäftsfelder auftun. Auch Kooperationen seien denkbar. Erste Gespräche mit den Vertretern der anderen Sozialverbände hätten bereits stattgefunden.

Lesen Sie mehr am morgigen Samstag im Mühldorfer Anzeiger

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