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Bauprojekt an der Töginger Straße in Mühldorf am Inn - So diskutiert ihr

„Nach meinem Eindruck ist es mit dem gewachsenen Mühldorf schon länger vorbei!“

Wo einst nur eine Villa stand, sollen an der Töginger Straße in Mühldorf am Inn Wohnhäuser entstehen.
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Wo einst nur eine Villa stand, sollen an der Töginger Straße in Mühldorf am Inn Wohnhäuser entstehen.

„Wir haben einfach Angst um unser gewachsenes Mühldorf!“ - Dieser Aussage einer Anwohnerin erntete bei einem Ortstermin am vergangenen Donnerstag an der Töginger Straße viel Zuspruch. Schon länger schwelt der Konflikt zwischen einem Investor, der dort Wohnhäuser bauen will und Anwohnern. innsalzach24.de hat für euch zusammengestellt, wie unsere Leserschaft über das Thema diskutiert.

Mühldorf am Inn - „Nach meinem Eindruck ist es mit dem gewachsenen Mühldorf schon länger vorbei! Viele eingesessene Geschäfte und Gastronomiebetriebe schließen, wie zum Beispiel das Café Sax, die Metzgerei am Bahnhof, der Gemüseladen am Stadtplatz - die Aufzählung lässt sich lange fortsetzen - und es kommen die überall gleichen Ladenketten“, bemerkt Walter N. im Kommentarbereich auf innsalzach24.de unter dem Artikel zu einem Ortstermin am Donnerstagabend. „Die Neubaugebiete, ob Mühldorf Nord oder im Südosten Lohmühle und Chiemseestraße, werden zu Schlafstädten Münchens und verändern ebenfalls den Charakter der Stadt. Und so bezahlbar ist der Wohnraum in diesen neo-hässlichen Architekten-Alpträumen auch nicht mehr.“

„Ich kann die Ängste gut verstehen, sieht man nach Mühldorf Nord - dort wächst eine Trabantenstadt für München. In Mühldorf ist Wohnraum noch bezahlbar - und es wird zubetoniert - unverzeihlich in meinen Augen!“, kritisiert auch innsalzach24.de-Leser „mucki9“. Dem entgegnet „oideingesessener“: „Ha - aber andererseits wird aus gewissen Ecken doch die Komprimierung von Wohnraum gefordert, um den Flächenverbrauch zu senken!“

Bauprojekt an der Töginger Straße in Mühldorf am Inn: So diskutieren die Leser von innsalzach24.de

„Ich habe da früher in der Nähe gewohnt und habe die alte, heruntergewirtschaftete Villa und den riesigen Garten, der zum Teil stark vermüllt war, als Schandfleck gesehen. Die Lage an der Töginger Straße ist aufgrund der hohen Verkehrsbelastung nicht ideal für eine verdichtete Bebauung“, bemerkt Uwe N. unter dem Facebook-Post von innsalzach24.de „Es gibt dort viel Verkehr und Lärm. Andererseits werden immer mehr Wohnungen benötigt, um bezahlbaren Wohnraum für immer mehr Einwohner zu haben. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit dort sozial geförderten Wohnbau durch die Stadt oder den Kreis zu gewährleisten.“

„Die Bauen aber alle keinen bezahlbaren Wohnraum. Man hätte auch die Villa modernisieren können um das Stadtbild zu erhalten“, entgegnet Andrea K. „Ich vermute, dass nur sehr gehobener Wohnungsbau mit sehr gutem Lärmschutz an dem Standort gebaut werden könnte. Sozialwohnungen können diesen Standards vielleicht gar nicht haben“, meint wiederum Dagmar N.

„Ausverkauf ist im vollen Gange“

„Es ist zu spät. Der Ausverkauf ist im vollen Gange. Kein Ulmer Modell wie versprochen. Steigende Preise und Haufenweise Isarpreißen zerstören mit Immobilienkauf und Hausbau das gemütliche. Die paar was sich hier aufregen werden es evtl. nur Zeitweise aufhalten können. Traurig und Tragisch das sich der Normalverdiener kaum noch was leisten kann. Geschweige man verschuldet sich die nächsten 30 Jahre mit seiner Partnerin“, führt Christopher M.. an. „Typisch Mühldorf! Die wollten schon vor 30 Jahren keinen Zuzug aus München. Wir waren auch zugezogene Isarpreissen. Mittlerweile hat sich doch einiges an dem Kleingeist der Einheimischen geändert“, kontert wiederum Silvia S..

Um 2015 hatte es sogar eine Plakatkampagne „Ich war ein Münchner“ in der Landeshauptstadt gegeben, welche Münchner für das Wohnen in Mühldorf am Inn begeistern sollten. Gegenwärtig wird diese sogar von manchen als einer der Gründe für die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt in der Kreisstadt vermutet. „Tut mir leid, aber das ist totaler Kas!“, erwiderte der Projektentwickler für Immobilien, welcher diese damals ins Leben rief 2019 im Gespräch mit innsalzach24.de. „Nein, in der aktuellen Lage würde ich das nicht mehr machen“, räumte er ein, „aber es war zu seiner Zeit definitiv eine damals sinnvolle, lohnende und gute Sache.“

Anwohner sehen Wohnbau-Projekt an der Töginger Straße in Mühldorf am Inn kritisch - Fragen an Investor und Diskussion am Donnerstagabend

Auf einem Grundstück an der Töginger Straße in Mühldorf am Inn, in Sichtweite des Landratsamts, befand sich bis Anfang des Jahres eine alte Villa. Nach deren Abriss sollen dort nun Wohnhäuser entstehen. Zwischen 28 und 32 Wohneinheiten sollten es nach den ersten Planungsvarianten werden, verteilt auf drei beziehungsweise vier Mehrfamilienhäuser. Das Projekt hatte im März durch ein vom Bauausschuss beschlossenes Bauverbot außerdem einen erheblichen Dämpfer verpasst bekommen. Nun soll zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der regeln soll welche Dimensionen und Vorgaben Wohnbebauung dort einhalten muss.

Viele Anwohner stehen dem Projekt kritisch gegenüber. Sie sehen durchaus die Notwendigkeit einer innenstädtischen Nachverdichtung, wie sie kürzlich gegenüber den OVB-Heimatzeitungen betonten (Plus-Artikel ovb-online.de). Zusammengefasst haben Sie aber drei wesentliche Kritikpunkte an dem Projekt:

  • Die Einfügung in die Umgebung: Einerseits befürchten sie, dass die geplante Bebauung und die zu erwartenden Neuanwohner in keinem Verhältnis zu den Ein- und Zweifamilienhäusern, die bisher dieses Siedlungsgebiet prägen stehen. Zum anderen sehen sie das Risiko, dass dadurch ein Präzedenzfall für weitere, noch massivere Bebauung geschaffen wird.
  • Eine Erhöhung der Verkehrsbelastung: Dies nicht nur durch die neuen Nachbarn an sich. Auch zu erwartender Verkehr durch Lieferdienste, Paketfahrer und Besucher würden insbesondere die Schlüsselbergstraße überlasten. Dies einerseits hinsichtlich des fließenden Verkehrs aber auch die Parksituation könne sich, auch durch haltende Liefer- und Paketfahrer, drastisch verschärfen.
  • Weniger Grün: Es seien zu wenig Grünflächen vorgesehen und zudem zu befürchten, dass auch hier ein Präzedenzfall für eine immer weitergehende Reduzierung geschaffen werden könnte.

Jüngst waren bei einem Ortstermin am Donnerstag der vergangenen Woche Anwohner und Interessierte auf den Bauherrn sowie Stadträte aller Fraktionen getroffen. Dabei wurden Fragen gestellt und umfangreich über das Projekt diskutiert, wobei die Mehrheit der Anwohner sich kritisch äußerte. Schon am Dienstagabend geht es außerdem bereits mit dem Projekt weiter. Der Bauausschuss wird um 17 Uhr im Stadtsaal über den Neubau von vier Mehrfamilienhäusern mit 26 Wohneinheiten und Tiefgarage mit 48 Stellplätzen und neun oberirdischen Stellplätzen beraten. Vorab haben die Anwohner auf neun DIN A 4-Seiten ihre Fragen und Bedenken zusammengefasst und diese den Stadträten als Lektüre zukommen lassen.

Der Mühldorfer Anzeiger wird im Anschluss über den Verlauf der Beratung berichten.

hs

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