Bauern sollen Kröten schützen

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Für Kröten ist das Frühjahr eine gefährliche Zeit.

Mühldorf - In diesen Tagen beginnen die Krötenwanderungen. Eine Leserin des Mühldorfer Anzeigers beklagt, dass genau in dieser Zeit Bauern ihre Felder umpflügen.

Einer Leserin des Mühldorfer Anzeigers ist aufgefallen, "dass gerade in der Zeit, während die Krötenzäune aufgestellt sind, die Bauern vermehrt ihre Felder umpflügen. Die Tiere werden durch die Mangel gedreht und förmlich zerlegt", sagt Karin Zeller.

Ihr Grundstück liegt neben Feldern mit Krötenzäunen. "An meinem kleinen Teich kommen oft verletzte Tiere an und es werden auch immer weniger." Sie hat den betroffenen Landwirt direkt angesprochen. Mit Erfolg: "Der Bauer hinter meinem Grundstück hat zu pflügen aufgehört, als ich ihn auf die Kröten aufmerksam gemacht habe."

"Aus Sicht des Amphibienschutzes gibt es keine Fristen für die Feldbearbeitung", sagt Ulrich Niederschweiberer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Momentan werde in erster Linie auf Wiesen und Feldern Dünger ausgebracht. "Von diesen Arbeiten geht wenig Gefahr für die Tiere aus, da diese überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv sind, die Arbeiten meist jedoch untertags durchgeführt werden."

Grundsätzlich wäre es im Sinne des Amphibienschutzes von Vorteil, wenn die Landwirte die betroffenen Äcker während der Amphibienwanderung nicht pflügen und dort keine Gülle ausbringen. "Doch auch die Autofahrer werden um Rücksicht gebeten", sagt Karin Huber, Pressesprecherin des Landratsamtes Mühldorf. "An verschiedenen Stellen im Landkreis wurden Warnschilder zur Krötenwanderung aufgestellt, teilweise auch mit Geschwindigkeitsbeschränkungen."

Amphibien seien vor allem an regnerischen, warmen Abenden unterwegs. Autofahrer sollten zu diesen Zeiten also besonders vorsichtig fahren. Auch zum Schutz von Naturschützern, die in dieser Zeit Kröten über die Straße tragen.

eig/Mühldorfer Anzeiger

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