Debatte über die Zukunft der Stadt

Bauen in Mühldorf: Leser votieren für Wachstum

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Wachstum versus Natur? Die Leser von innsalzach24.de plädieren mehrheitlich für einen Wachstumskurs.
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Mühldorf - Wie viel Raum braucht die Natur, wie viel Wachstum die Stadt? Die Leser sind gespalten, für eine Mehrheit ist jedoch klar: Mühldorf muss weiter wachsen.

Die Stadt Mühldorf steht vor einer spannenden Weichenstellung, nach den Haushaltsberatungen soll der Stadtrat über die Zukunft des Bauens in der Stadt debattieren. Im einem Grundsatzpapier könnte das Gremium einen Kurswechsel einleiten, Stadtrat Dr. Georg Gafus äußerte jüngst gar die Hoffnung auf einen "Paradigmenwechsel", auf eine völlige Kehrtwende also. Auch die Leser von innsalzach24.de diskutierten engagiert über den Umgang der Stadt mit potentiellen Baugebieten, in einem Voting wollten wir deshalb wissen: "Welchen Kurs sollte die Stadt beim Bauen künftig einschlagen?"

53,2 Prozent für Wachstumskurs

Das Ergebnis des Votings zur Zukunft des Bauens (zum Vergrößern, Bild anklicken)

Das Resultat des (freilich nicht repräsentativen) Votings lieferte eine knappe absolute Mehrheit für den Wachstumskurs. 54,3 Prozent der Leser (309 Stimmen) gaben an: "Mühldorf muss klar auf Wachstum setzen!" Etwa ein Drittel der Leser (31,8 Prozent, 181 Stimmen) votierten für einen moderateren Kurs und plädierten: "Wachstum ist wichtig, aber nicht um jeden Preis. Die Stadt muss mehr Rücksicht auf die Natur nehmen." Einen tatsächlichen "Paradigmenwechsel" findet hingegen nur eine Minderheit von 14,0 Prozent (79 Stimmen) sinnvoll.

"Ohne Bebauung gibt es Ödnis in der Stadt"

Leser domi kommentierte, Mühldorf sei mit knapp 18.000 Einwohnern ein "Dorf". Auch mit einer regen Bebauung würde Mühldorf in zehn, 20 oder 30 Jahren aufgrund des demografischen Wandels nicht mehr als 18 bis 20.000 Einwohner haben, so die Einschätzung des Lesers. "Ohne Bebauung würde die Stadt in 20-30 Jahren auf unter 15.000 Einwohner fallen, mit viel Leerstand und Ödnis."

Leser Gast ist ähnlicher Meinung. Er kommentierte, in der Gegend sei alles durch Einzelhöfe "zersiedelt". "Da kommt es beim besten Willen nicht auf 1.000 oder 5.000 Häuser mehr oder weniger drauf an. Es gibt hier genug Natur."

"Wachstum bedeutet rücksichtslose Abholzung"

Es gab aber auch mehre wachstumskritische Stimmen. Leser online-leser schrieb: "Wer hier "Mühldorf muss klar auf Wachstum setzen!" votet, stimmt doch gleichzeitig für rücksichtslose Abholzung und Verbetonieren sämtlicher Flächen!" Die Stadt solle zwar wachsen, "aber wir sind hier nicht in einem Ballungsraum wie dem Ruhrgebiet, wo sowieso kaum noch weitläufige Natur vorhanden ist. Das sollten wir uns schon in gewisser Weise erhalten!"

Ein Leser mit dem sprechenden Namen Mühlstadtstau brachte einen weiteren Aspekt in die Diskussion ein. "Mühldorf wächst zu schnell. bzw. ist zu schnell gewachsen", kritisierte der Leser. Es gebe zwar eine Menge Kita-Plätze und eine "riesengroße Hauptschule", aber nicht die notwendigen Straßen im Ort. "Ob Friedhofstraße, Katharinenplatz oder vor dem Kollerkreisel. Jeden Tag Zustände wie in den Einfallstraßen von München. Dass mit einer größeren Bevölkerungsdichte auch ein Mehr an Straßenverkehr einher geht, war den Stadtplanern offensichtlich unbekannt."

Diesen Argument widersprach allerdings Leser weynstein. Er kommentierte, die Mühldorfer Verkehrsprobleme erinnerten ihn an "Phantomschmerz".

Beratungen im Stadtrat stehen noch aus

Über einen möglichen Kurswechsel entscheidet letztlich der Stadtrat. Nach den Haushaltsberatungen soll das Gremium über ein Grundsatzpapier zur Zukunft des Bauen diskutieren. Dieses Papier wird in Mühldorf dann die Richtung vorgeben, Stadtbaumeister Richard Faßer würde mögliche Änderungen im Vergleich zum aktuellen Kurs bei den Planungen für künftige Baugebiete entsprechend berücksichtigen.

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