Nach der Debatte im Stadtrat

Braucht Mühldorf eine Revolution beim Bauen?

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Blumen und Bagger: das Baugebiet entlang der Flutmulde und dem Teufelsgraben auf einem Foto aus dem Sommer 2014
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Mühldorf - Wie viel Wachstum braucht die Stadt? Nach der jüngsten Stadtratssitzung ist eine Debatte über die Zukunft des Bauens in Mühldorf entbrannt. **Mit Voting**

Mühldorf ist auf Wachstumskurs - und das im Grunde schon seit Jahrzehnten. In der rund 23 Jahre währenden "Ära Knoblauch" stieg die Einwohnerzahl von 15.000 auf 18.500, die Zahl der Arbeitsplätze machte einen Sprung von 7400 auf 9500 und zu den 170.000 Quadratmetern Gewerbefläche kamen 400.000 hinzu. Noch immer wird in Mühldorf eifrig gebaut, der örtliche Verein Mimmo startete gar die - in der Rückschau als sehr erfolgreich bewertete - Imagekampagne "Ich war ein Münchner", um die Stadt Mühldorf in der Landeshauptstadt bekannter zu machen und für den Wohnort Mühldorf zu werben.

Braucht es einen Paradigmenwechsel?

In der jüngsten Sitzung des Stadtrats ist nun aber eine Debatte darüber entbrannt, wie es mit dem Thema Bauen in Mühldorf weitergehen soll. Dem Bebauungsplan "An der Humboldtstraße" werden vier große Spitzahornbäume zum Opfer fallen. Zwar werden Anpflanzungen diesen Verlust langfristig wieder wettmachen - Bürgermeisterin Marianne Zollner sprach von mindestens 20 neuen Bäumen. Mehrere Stadträte bezweifelten dennoch die Sinnhaftigkeit der Baumfällungen, sechs Räte votierten letztlich gegen den Bebauungsplan. Grünen-Stadtrat Oskar Rau etwa sagte, mit einer Lücke von zehn Metern hätte man die Bäume stehen lassen können.

Nach den Haushaltsberatungen will sich der Stadtrat ausführlich mit der Zukunft des Bauens in der Stadt beschäftigen. Am Ende der Debatte soll ein Grundsatzpapier stehen, das künftig den Kurs vorgibt. Dr. Georg Gafus hat bereits am Donnerstag seine Vorstellung kundgetan. Der Grünen-Stadtrat hofft auf nicht weniger als einen "Paradigmenwechsel".

Das sagen die Leser:

Auch unsere Leser diskutierten darüber, wie die Stadt in Zukunft aussehen sollte. Ein Leser, der sich den aussagekräftigen Namen Mühldorf klein halten!!! gab, schrieb: "Hört doch endlich mal auf, immer und immer neue Baugebiete zu bauen. (...) Ich mein, lasst doch mal ein paar Wiesen, auch wenn es ein "Lückenschluss" wäre. Ganz ehrlich, so grüne Lücken hätte ich lieber wie so dumme neue Häuser."

Leser LiBe machte seinen Standpunkt mit einem Spruch der Umweltbewegung deutlich: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann."

Doch auch mehrere Leser sprachen sich für einen Wachstumskurs aus. Leser Hier: "Die Mehrheit der Städte und Gemeinden in Deutschland wird in den nächsten Jahren deutlich schrumpfen, viele davon sind ganz in der Nähe. Langt das nicht? Sollen auch in Mühldorf die Geschäfte am Stadtplatz leer stehen? Grüne Brems-Ideen aus den Boom-Jahren der späten 70er waren damals sicher berechtigt, sollten, nein, müssen (!) endlich mal überarbeitet werden."

Leser weynstain verwies in seinem Kommentar auf die Entwicklung der Nachbarstädte: "Neumarkt-St. Veit und Waldkraiburg sind warnende Beispiele. Stillstand bedeutet Rückschritt." Zugleich forderte weynstein mehr Rücksichtnahme auf die Natur: "Allerdings ist es woanders schon Standard, dass man sich bemüht, um Erhaltenswertes in der Natur herumzubauen."

Voting: Wie viel Wachstum braucht die Stadt?

Was ist Ihre Meinung? Sollte Mühldorf klar auf Wachstum setzen? Oder sollte die Stadt bei Bebauungsplänen der Natur mehr Beachtung schenken? Halten Sie gar einen völligen Kurswechsel für erforderlich? Machen Sie mit bei unserem Voting und nutzen Sie Kommentarfunktion unter diesem Artikel.

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