Baubranche als Konjunkturmotor im Landkreis

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Die Entwicklung der Baukonjunktur 2011, gemessen an der Zahl der genehmigten Bauvorhaben in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres.

Landkreis Mühldorf - Investitionsfreudige Bauherrinnen und -herren treiben die Konjunktur an: Rund 150,55 Millionen Euro wollen sie aktuell in Baumaßnahmen investieren:

Das ist der aktuelle Stand der geschätzten Auftragswerte, die mit den Baugenehmigungen verbunden sind, die im Kreis Mühldorf bis Ende Oktober erteilt wurden. Im selben Vorjahreszeitraum hatte dieser Betrag noch bei 52,054 Millionen Euro gelegen. Damit liegt das Auftragsvolumen im Moment um 98,500 Millionen über den Auftragswerten der gleichen Zeit im Jahr 2010.

Die Zwischenbilanz für die ersten zehn Monate 2011: Aktuell wurden nach den Daten des Landesamtes für Statistik in diesem Zeitraum Baugenehmigungen für 221 Wohngebäude erteilt. 213 davon sind Ein- oder Zwei-Familienhäuser. Für alle Wohngebäude insgesamt werden Kosten in Höhe von 68,749 Millionen Euro veranschlagt, der Anteil der Ein- und Zwei-Familienhäuser wird nicht mehr getrennt ausgewiesen.

Vor einem Jahr waren zum gleichen Zeitpunkt 86 Wohngebäude genehmigt und das Auftragsvolumen für Baufirmen hatte bei 26,212 Millionen Euro gelegen.

Damit kamen aus dem Bereich Wohnungsbau und Sanierungsmaßnahmen, also von privaten Bauherren und Investoren, insgesamt 71,1 Prozent der Aufträge. Der Rest entfiel auf den sogenannten "Nichtwohnungsbau".

Das waren in diesem Jahr bisher 43,439 Millionen Euro (Vorjahr: 16,802 Millionen Euro). Der Vergleich Wohnungsbau zu Nichtwohnungsbau ist dann wichtig, wenn es darum geht, die Auswirkung von Konjunkturmaßnahmen zu beurteilen. Staatliche Gelder fließen bei Schulen und anderen öffentlichen Projekten stets in den Nichtwohnungsbau. Dazu kommen die Investitionen von Firmen. Wohnungsbau ist dagegen die Domäne privater Bauherren. Hier kommen bei den Baumaßnahmen aber Förderprogramme beispielsweise für energetische Sanierung zum Tragen.

Wenn man den Wohnbau und den Nichtwohnbau zusammenzählt, erteilten die Ämter bis Ende Oktober insgesamt 517 Baugenehmigungen.

Auf die Monate verteilt, sah es so aus: Im Januar wurden 41 Baugenehmigungen mit einer Kostenschätzung von 11,11 Millionen Euro erteilt. Im Februar kamen 35 Baugenehmigungen im Wert von 14,46 Millionen Euro hinzu. Im März waren es 69 Baugenehmigungen mit Kosten von 25,12 Millionen Euro. April: 20 Genehmigungen mit 11,77 Millionen Euro, Mai: 60 Genehmigungen, 16,37 Millionen Euro Auftragswert. Der Juni rundete das erste Halbjahr mit 13,85 Millionen Euro geplanten Bauinvestitionen in insgesamt 65 Baumaßnahmen ab. Im Juli wurden 57 Baumaßnahmen genehmigt mit einem Auftragswert von 17,68 Millionen Euro. Im August 78 Baugenehmigungen mit 17,61 Millionen Euro, September: 34 Genehmigungen, 10,27 Millionen Euro geschätzte Kosten und im Oktober waren es schließlich 58 Baugenehmigungen mit einem Auftragswert von 12,33 Millionen Euro.

Im Kreis Mühldorf lief unter dem Strich die Baukonjunktur damit bisher optimal. Denn verglichen mit dem Vorjahr wird das Genehmigungsvolumen um rund 98,500 Millionen Euro überschritten. Wobei natürlich vorausgesetzt wird, dass jeder, der eine Baugenehmigung hat, auch tatsächlich zu bauen anfängt. Wenn die aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten bauwilligen Firmen die Bilanz verhageln oder Bauherren den Optimismus rauben, dann sieht es wieder anders aus. Das weiß man aber erst, wenn in diesem Jahr die Zahlen über die Baufertigstellungen vor- liegen.

zs/Mühldorfer Anzeiger

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