Streit um Bodendenkmäler geht weiter

Ampfing - Wieder das Thema Bau- und Bodendenkmäler im Ampfinger Gemeinderat, wieder gab es Streit!

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Streit um Bodendenkmäler geht weiter

In seiner jüngsten Sitzung musste der Ampfinger Gemeinderat ein heißes Eisen in die Hand nehmen: die Frage der Bau- und Bodendenkmäler, die seit einigen Wochen bereits das Blut zur Wallung bringt, beschäftigte das Gremium erneut.

Ampfing - Der Antrag des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege auf die sogenannte "Herstellung des Benehmens" für die Aufnahme von Bau- und Bodendenkmälern in die Denkmalliste brennt schon seit langem vielen Ampfingern unter den Nägeln.

Dies würde für die betroffenen Grundstücke und deren Eigentümer eine zum Teil deutliche Belastung und Einschränkung bedeuten. Nach den Vorlagen des Landesamtes wären im Gemeindegebiet Ampfing immerhin mehr als 600 Grundstücke von diesen Belastungen betroffen. Nach einer schriftlichen Information durch die Gemeinde und einer Informationsveranstaltung mit Beteiligung des Landesamtes lagen der Gemeinde von den betroffenen Grundstückseigentümern 312 begründete Stellungnahmen zu den Festsetzungen vor. Nun ging es um die Begründung zu der bereits am 26. Januar abgelehnten Benehmenserklärung. Die Verwaltung habe sich mit einem immensen Arbeitsaufwand mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt, so Bürgermeister Ottmar Wimmer. Sehr detailliert wurde in der Sitzung auf die einzelnen Festsetzungen eingegangen.

Bürgermeister Wimmer stellte anhand vieler Beispiele fest: "Wir haben unser Gemeindegebiet in den vergangenen Jahrzehnten durch viele Baumaßnahmen, wie Straßenbau, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung und viele weitere Baumaßnahmen der Gemeinde, von Privatleuten oder anderen Versorgungsträgern regelrecht umgegraben." Zu keinem Zeitpunkt sei es zu einem meldepflichtigen Ereignis gekommen. Umso mehr verwundere es ihn nun, dass durch relativ ungenaue und unglaublich umfangreiche denkmalschutzrechtliche Festsetzungen große Teile des Ampfinger Gemeindegebietes zu Denkmälern erklärt werden sollen.

Vermutungen und die Zugrundelegung von Lageplänen aus dem 18. Jahrhundert können laut Wimmer keine Basis für eine einwandfreie Einstufung sein. "Plötzlich haben wir in Ampfing drei Römerstraßen mit je einer Breite von 20 Metern", stellte Wimmer verwundert fest. Auch die Einbeziehung einer kompletten Flurnummer in die Kartierung sei problematisch, so Wimmer, da sehr häufig nur ein sehr kleiner Teil derselben eventuell denkmalschutzrechtlich relevant sein könne. "Das ist keinesfalls verhältnismäßig", so Ampfings Gemeindeoberhaupt. Staatssekretär und Gemeinderat Dr. Marcel Huber berichtete aus der aktuellen politischen Entwicklung zu dem Thema. "Seit 1973 haben wir eine unveränderte Rechtslage", so Huber, "und sind damit sehr gut zurecht gekommen. Alles was in diesem Bereich derzeit passiert, ist in Bayern nur in wenigen Regionen ein Thema und rein aus der Verwaltung heraus motiviert. So geht das nicht", so Huber, der versprach, dass diesen Dingen ein Riegel vorgeschoben werden wird.

"Wir brauchen einen normalen Umgang mit diesem wichtigen Thema, und wir werden notwendige Korrekturen zügig umsetzen", betonte Huber. Einstimmig hat das Gremium daraufhin die Begründung zur bereits am 26. Januar beschlossenen Ablehnung zur Herstellung des Benehmens beschlossen.

hai/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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