Bald Solarstrom aus Weiding?

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Noch wird auf der rund 21 Hektar großen Fläche vor den Toren Weidings Ackerbau betrieben. Die Firma Projektentwicklung Solarstrom Weiding will dort aber eine Fotovoltaikanlage bauen, die laut Bürgermeister Hans Schmidbauer pro Jahr 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen soll.

Polling - Es soll ein Projekt der Superlative werden: Eine Fotovoltaikanlage am Ortsausgang von Weiding, die auf einer Fläche von 21 Hektar entstehen soll.

Jährliche Stromproduktion: 4,5 Millionen Kilowattstunden. Der Pollinger Gemeinderat hatte einen Grundsatzbeschluss darüber zu fällen, hat dies aber vertagt, weil es vorher eine Ortsbesichtigung geben soll.

Die Firma Projektentwicklung Solarpark Weiding GbR hatte den Antrag gestellt, mit dem sich nun der Gemeinderat beschäftigt hat. Entsprechend groß war das Interesse der Pollinger Bürger, bis auf den letzten Platz war der Sitzungssaal besetzt.

Bürgermeister Hans Schmidbauer erklärte gleich zu Beginn, dass die Gemeinde Rücksprache mit der Regierung von Oberbayern gehalten habe, ob der Solarpark einer übergeordneten Planung im Wege stünde. Dies habe die Regierung verneint, vielmehr habe sie mitgeteilt, dass man erneuerbaren Energien aufgeschlossen gegenüber stehen sollte. Auch gegen die Größe hatte die Regierung keine Einwände, wie Schmidbauer verdeutlichte, der das Areal in Weiding als günstig angesehen hat, weil es sich in einem Industriegebiet befinde in unmittelbarer Nachbarschaft zu Nestlé, Einschränkungen also für Privatpersonen denkbar gering seien. Zur Errichtung auf dem 21 Hektar großen Areal muss der Betreiber, so Schmidbauer weiter, 20 Prozent Ausgleichsfläche herstellen. Darüber hinaus war er der Meinung, dass es sich um eine ebene Fläche handle, die nach entsprechender Eingrünung später kaum einsehbar sein werde.

Es ging also um eine grundsätzliche Entscheidung des Gemeinderates, ob er die Anlage genehmigen will oder nicht. Konrad Wimmer (UWG) schlug allerdings vor einer Entscheidung eine Ortsbesichigung vor. Auch Franz Unterforsthuber (UWG) äußerte Bedenken. "Was ist mit den Anliegern?" Diese würden erst im Laufe des Verfahrens beteiligt entgegnete Schmidbauer. Ludwig Mollner (FW) meinte: "Man kann fast nicht dagegen sein. Das Areal liegt günstig, es wird nicht viel idealere Plätze geben."

Alfred Wagner (CSU) meinte, dass die Anlage keine Augenweide sein werde, "aber kann sich davor nicht verschließen". Auch er befürwortete einen Ortstermin, zumal es schon um das Wohl einiger Anlieger gehe. Ins gleiche Horn stieß Hans Flötzinger (UWG): "In unmittelbarer Ortsnähe bin ich dagegen, weil es dort Anlieger gibt, die das Bauwerk dann ständig vor der Nase haben, wenn sie aus dem Fenster schauen." Auch er plädierte auf einen Ortstermin. Anton Jobst (UWG) ist sich sicher, dass die Anlage einsehbar ist. Er äußerte Bedenken, weil das Projekt große Summen an Steuergeldern verschlinge. Außerdem schaffe die Gemeinde einen Präzedenzfall. "Wie verhalten wir uns beim nächsten Projekt?" Dem entgegnete Schmidbauer, dass eine Zustimmung bei diesem Projekt nicht allgemeingültig sei. Außerdem: "Es geht nur um den Aufstellungsbeschluss. damit ist noch nichts passiert."

Dennoch einigte sich der Rat schließlich bei einem Stimmenverhältnis von 14:2 erst eine Ortsbesichtigung durchzuführen, bevor der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung zum Bau der Anlage abgibt.

je/ Mühldorfer Anzeiger

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