Bahnhof: Umbau geht bald weiter

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Jetzt können die Pläne umgesetzt werden: Christian Kubasch, technischer Leiter der Südostbayernbahn, kündigt an, dass im Oktober der Umbau des Bahnhofs weitergeht.

Mühldorf - Nach eineinhalb Jahren EU-Prüfungen und der damit verbundenen Unterbrechung geht der Umbau des Mühldorfer Bahnhofs im Oktober weiter.

Dann soll er behindertengerecht ausgebaut werden.

Die lange Pause nach dem Baubeginn 2008 wurde notwendig, um die Planung des Ausbaus nach EU-Richtlinien zu überprüfen. Diese gelten in Mühldorf wegen der Eingliederung des Mühldorfer Bahnhofs in das Transeuropäische Netz (TEN). So soll Mühldorf Teil der Strecke Paris - München - Bratislava werden "Die Überprüfung des Bahnhofs hat den Ausbau zwar um eine lange Wartezeit verzögert, aber jetzt ist wenigstens alles geregelt und die Vorschriften werden auch alle eingehalten", meint Christian Kubasch, Technischer Leiter der Südostbayernbahn (SOB).

Das Ergebnis der Prüfungen zeigt, dass in Mühldorf mehrere TEN-Standards bei der Planung der Barrierefreiheit nicht erfüllt wurden. "Da wurden Dinge überprüft, auf die wären wir gar nicht gekommen, zum Beispiel, dass aufgrund der Gleichstellung von Männern und Frauen auch auf der Herrentoilette ein Wickeltisch vorhanden sein muss." Bereits 2009 wurden die Bahnsteige zwei und vier erhöht und verlängert. Außerdem erhielten sie ein Blindenleitsystem, dann kam der Baustopp.

Zeichen des Baustopps: Mitten in die Sanierung kam der Einspruch der EU. Seitdem ersetzen Holzbretter die Geländer.

Im Oktober beginnt nun der Bau neuer Treppen zur Unterführung unter den Gleisen. Die SOB errichtet neue Wind- und Wetterschutzanlagen und erneuert die Beschilderung der Fluchtwege. Im November wird die Fahrgastinformation ausgetauscht, im Frühjahr 2011 folgt die Verlängerung des Bahnsteigdachs der Bahnsteige zwei und vier, die Erneuerung der Beleuchtung und Beschallung. Der ganze Bahnhof erhält außerdem ein Leitsystem für Blinde. So können Sehbehinderte die Gleisnummer künftig an dem jeweiligen Geländer erfühlen, die dort in Blindenschrift angebracht wird. Rollstuhlfahrer oder ältere Menschen können in Zukunft Aufzüge benutzen, die es an jedem Bahnsteig geben wird und auch Pendlern den Weg zum Auto erleichtert.

Eine schönere und barrierefreie Empfangshalle ist ebenfalls geplant. So ist seit 2010 das Dach und die Fassade saniert, die Fenster und die Gebäude neu gestrichen, eine neue Behindertentoilette vorhanden und die ehemalige Bäckerei befindet sich jetzt im Bereich der Bahnhofsgastronomie.

Geplant ist für die Sanierung der Bahnhofshalle unter anderem ein hellerer Boden, automatische Türen, eine Erneuerung der Beschallung, Videoüberwachung, eine Anpassung des Heizsystems, neue Kundentoiletten, Wickeltischanlagen, eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität durch Bänke, Pflanzen und Vitrinen, neue DB-Servicestationen, sowie eine neue Anzeigetafel.

Zudem muss nach EU-Richtlinien die Personenunterführung saniert werden. Auch hier sind ein Blindenleitsystem, ein neuer Bodenbelag, eine neue Verkleidung der Seitenwände, ein neues Beleuchtungs- und Beschallungssystem, neue An- und Abfahrtsvitrinen, eine Sanierung der Decken und Treppenaufgänge und eine Nachrüstung der Fahrgastinformation geplant.

Insgesamt kostet der Ausbau über 3,2 Millionen Euro, davon werden allein über 500.000 Euro in zwei zusätzliche Aufzüge zum Bahnhofssteg investiert. Der Bund zahlt dabei 2,8 Millionen Euro, den Rest bringt die SOB auf. Ursprünglich, ohne die Berücksichtigung der EU-Vorgaben, war der Umbau auf 1,2 Millionen Euro veranschlagt.

meg/Mühldorfer Anzeiger

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