Bahnausbau: Weichenstellung Richtung Abstellgleis

Mühldorf - Die Planungen für den Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf stocken. Es fehlt am Geld. Wieder mal ist vom Ende des Ausbaus die Rede.

Wie aus Bahnkreisen verlautet, ruhen die Planungen werden möglicherweise sogar ganz überprüft. Bei der Bahn AG sind aber offiziellen keine Informationen darüber zu erhalten. Eine Bahnsprecherin gibt sich sehr nur sehr wortkarg: „Aus Sicht der Deutschen Bahn gibt es keine neue Entwicklung. Fragen zur Verwendung der Finanzmittel des Bundes für die Bahninfrastruktur richten Sie bitte an den Bund direkt.“

Damit scheint das Horrorszenario, das spätestens seit dem Scheitern der Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 gemalt wird, nicht mehr ausgeschlossen: Der Bahnausbau wird nicht kommen, weil der Bund dafür kein Geld bereitstellen will.

Im Dorfener Rathaus weiß man von der aktuellen Entwicklung nichts. Allerdings zweifelt auch Bürgermeister Heinz Grundner daran, dass die seit Jahren von Bahn und Politikern gemachten Versprechungen auch wirklich zügig realisiert werden.

Der Mühldorfer Bürgermeister Günther Knoblauch geht sogar soweit, dass er offen darüber redet, dass die Planung für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung eingestellt worden sind. In einem Gespräch mit der Heimatzeitung mutmaßte Knoblauch, dass die Bahn dem Bund offenbar nicht traue. Deshalb plane sie nicht, weil nicht sicher sei, dass den Planungen auch Geld für den Bau folgten. Knoblauch will die „Hinhaltetaktik“ nicht länger hinnehmen.

In einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Bahn AG, Rüdiger Grube, macht der Mühdorfer Bürgermeister seinem Ärger Luft. „In der Region werden wir in nächster Zeit massiv in der Öffentlichkeit darauf hinweisen, wie wenig zielgerichtet die Vorplanungen verlaufen.“ Das Mühldorfer Stadtoberhaupt ist sauer, dass Bahn und Politik die Kommunen entlang der Bahntrasse „stiefmütterlich“ behandelten. „Wir werden es mit den vielen Tausenden Pendlern nicht länger hinnehmen, dass eine Region, die zu den stärksten der Bundesrepublik und zu den stärksten Geldgebern der Deutschen Bahn AG gehört, vernachlässigt wird.“

Knoblauch will jetzt die betroffenen Gemeinden und die Landräte aus Erding und Mühldorf dafür gewinnen, gemeinsam Druck zu machen. „Wir müssen etwas dagegen unternehmen, dass wir ständig nur getäuscht werden." Anton Renner

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