Bahn soll Obolus leisten

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Bürgermeister Dr. Karl Dürner und Architekt Thomas Schwarzenböck erklären Bundestagsabgeordnetem Stephan Mayer, Fahrdienstleiter Harald Reiter und zweitem Bürgermeister Georg Thalmeier ihre Pläne für den Bahnhof.

Schwindegg - Die Gemeinde Schwindegg will ihren Bahnhof komplett sanieren. An den Kosten von rund 400.000 Euro soll sich auch die Bahn beteiligen.

"Klar, es gibt schlimmere Bahnhöfe als unseren", darin sind sich die Verantwortlichen in Schwindegg einig. Dennoch besteht Sanierungsbedarf, vor allem im Innern des Gebäudes. Auf 400.000 Euro beziffert Architekt Thomas Schwarzenböck die Kosten für die geplanten Maßnahmen. Fenster und Türen müssten erneuert, eine moderne Heizungs- und Sanitäranlage eingebaut werden. Die Wände bekämen einen neuen Anstrich, die Böden neue Fliesen beziehunsgweise Beläge. Das Erdgeschoss wird außerdem barrierefrei umgebaut. "Unsaniert wird das Bauwerk Jahr für Jahr schlechter", konstatiert Schwarzenböck.

Gerade die leerstehenden Wohnungen im ersten Stock verrotten laut Schwarzenböck vor sich hin. Schimmelbefall setze der Ost- und Westaußenwand zu. Nach der Sanierung würden die zwei Wohnungen wieder bewohnbar. "Keine Luxuswohnungen zwar, aber ausreichend", verspricht der Architekt. Dass sich Schwindegg gerade jetzt um die Modernisierung ihres zentralen Verkehrspunkts bemüht, liegt am sogenannten Sonderprogramm Bahnhöfe des Konjunkturprogramms I des Bundes. Im April hatte die Regierung beschlossen, die Sanierung von Bahnhofsgebäuden zu fördern. Ampfing hatte aus diesem Fördertopf bereits Mittel für die Verbesserung der Informationstechnik des Gebäudes zugesagt bekommen. "Warum Ampfing und wir nicht?" fragten sich daraufhin die Schwindegger. Bei einem Besuch Dürners beim Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer in Berlin wurde die Delegation aus dem Landkreis dann auch direkt im Verkehrsministerium vorstellig.

Das Problem: Das Geld aus dem Förderprogramm geht nicht direkt an die Gemeinden, sondern an die DB Station und Service AG. Da der Schwindegger Bahnhof seit einiger Zeit aber nicht mehr in Besitz der Bahn, sondern der Gemeinde ist, befürchtet Dürner eine Absage der Bahn, das Geld in der Isengemeinde zu investieren. "Die Bahn muss ein Interesse haben, dass unsere Anlage schön wird und bleibt", betont Dürner. Buntestagsabgeordneter Mayer ergänzt: "Die Leute haben heute ein gesteigertes Anspruchsdenken, sie wollen modern und zeitgemäß reisen. Die Bahn wird genommen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen." Mayer versprach Dürner daher, "alles zu tun, damit die Bahn ihren Obulus beiträgt." Dass die Gemeinde für den Unterhalt der Anlage aufzukommen hat, sei ja klar. Aber, so Dürner: "Eine Anschubfinanzierung müsste für die Bahn schon drin sein."

Auch Mayer ist optimistisch, dass es mit einem Zuschuss für Schwindegg klappt. Zumal aus dem Konjunkturprogramm II Geld übrig bleiben dürfte. Dürner hat bereits weitere Pläne mit dem Bahnhofsgelände. Im Norden könnte nach der Sanierung eine neue, durch eine Unterführung mit dem Bahnhof verbundene, Park-und-Ride-Anlage entstehen. Ein Kindergarten in der Nähe gehört ebenfalls zu den Wunschvorstellungen des Gemeindeoberhaupts. "Der Bahnhof wird immer der Mittelpunkt des Ortes bleiben", prophezeit Dürner. Das Wachstum der Gemeinde sei den Pendlern zu verdanken. Derzeit frequentieren 1000 Fahrgäste täglich den Bahnhof, die Tendenz ist steigend. "Wir haben ein Riesen-Einzugsgebiet", betont Dürner. Ob die Bahn das ähnlich sieht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

zip/Mühldorfer Anzeiger 

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser