Otto-Dunkel-GmbH automatisiert Fertigung

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Um konkurrenzfähig zu blieben und kontrollierte Qualität zu liefern stellt ODU weite Teile der Produktion auf automatische Fertigung um. Entlassungen soll es nicht geben.

Mühldorf - Um den Standort Mühldorf zu stärken, wird in der Otto-Dunkel-GmbH (kurz ODU) verstärkt auf Automatisierung gesetzt. Doch was passiert mit den Arbeitsplätzen?

Mit hohen Investitionen in die Automatisierung reagiert ODU auf das Wachstum der letzten Jahre. Um am Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben zu können und gleichzeitig den Standort Mühldorf zu stärken, laufen weite Teile der Produktion künftig automatisch ab. Der Abbau von Stellen soll damit nicht verbunden sein. Im Gegenteil.

Bis die zwölf neuen, automatischen Maschinen und die Galvanik stehen, investiert die ODU-Otto Dunkel GmbH nach Angaben von Betriebsleiter Robert Klemisch acht Millionen Euro: „Die Automatisierung ist ein wichtiger Punkt, um am Standort Mühldorf weiter wachsen zu können“, begründet er die Maßnahme.

Dabei geht es dem Hersteller hoch technischer Steckverbindungen vor allem darum, Kosten zu sparen, indem er die Fertigung von Hand- auf fast kompletten Maschinenbetrieb umstellt. Im weltweiten Wettbewerb mit Firmen, die in Osteuropa oder Asien billiger produzieren, ist dieser Schritt nach Ansicht der Geschäftsleitung ohne Alternative.

Um konkurrenzfähig zu bleiben und kontrollierte Qualität zu liefern stellt ODU weite Teile der Produktion auf automatische Fertigung um, so Betriebsleiter Klemisch

Obwohl ODU damit Arbeitsplätze einspart, soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die meisten Mitarbeiter würden stattdessen in qualifizierteren Tätigkeiten eingesetzt, sagt Klemisch. ODU will sie durch interne Schulungen auf neue Arbeiten vorbereiten, denn „die Anforderungen werden steigen“.

Die Rechnung, die hinter der Automatisierung steckt, ist klar: Wenn ODU mit der gleichen Geschwindigkeit weiter wächst wie im letzten Jahr, steigen nicht nur die Produktionskosten. Schon bald, fürchtet Klemisch, gibt es auch für angelernte Tätigkeiten der Handmontage nicht mehr genügend Mitarbeiter.

Trotzdem bleibt die Handmontage erhalten. Der Bau von Mustern, Prototypen oder Serien mit geringen Stückzahlen verlangt auch künftig die Bearbeitung mit der Hand. Vor allem in der Gewinnung von Kunden verspricht sich Klemisch Vorteile, wenn sein Unternehmen bereits in einem frühen Stadium der Verhandlungen Muster präsentieren kann.

Etwa 350 der 750 Mitarbeiter in Mühldorf sind derzeit in der Handmontage und dem Versand tätig, auf bis zu 80 Prozent der Produktion beziffert Klemisch den Zusammenbau von Steckern mit der Hand. "Das wird sich aber sehr schnell verändern", der Betriebsleiter spricht von einem "Strukturwandel in der Montage".

Der dient nicht nur der Senkung der Herstellungskosten, damit ODU am Weltmarkt bestehen kann. Er dient auch einem gleichbleibend hohen Standard der Produkte aus Mühldorf. Dafür sorgt die automatische Qualitätskontrolle durch die neuen Anlagen.

Mit der Automatisierung schafft ODU neue qualifizierte Arbeitsplätze in der Bedienung und Wartung der Maschinen. Klemisch geht davon aus, dass die gesuchten Fachkräfte im Bereich der Elektrotechnik in der Region zu finden sind. Zugleich hat ODU betriebsintern reagiert und bildet seit September erstmals Mechatroniker aus. Damit können junge Leute bei dem Mühldorfer Unternehmen fünf gewerbliche und drei kaufmännische Berufe erlernen und ein duales Studium Maschinenbau absolvieren.

Auf mehr als 100 Millionen Euro wird der Umsatz von ODU heuer steigen. Die rasante Entwicklung seit dem zweiten Quartal 2010 hat bis in den Frühsommer gehalten, derzeit spricht ODU von einer Stabilisierung des Geschäfts.

An Bedeutung gewonnen hat das Geschäftsfeld Solarenergie, in dem ODU Stecker für die Hersteller von Fotovoltaikanlagen baut. Auch die Militärtechnik hat expandiert gewonnen. Weltweit beschäftigt der Mühldorfer Steckerhersteller 1300 Mitarbeiter. Produktions- oder Vertriebsstandorte gibt es in den USA, Großbritannien, Frankreich, Skandinavien, China und Rumänien.  

Mühldorfer Anzeiger

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