Klage gegen den Freistaat

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Immer wieder für Diskussionen sorgte die Fotovoltaikanlage entlang der A94 bei Töging. Auf weiteren 400 Metern sollen nochmals Module installiert werden. Ein Ehepaar wehrt sich dagegen und hat Klage eingereicht. Foto je

Töging - Die Fotovoltaikanlage am Lärmschutzwall entlang der A94 auf Höhe Töging ist nicht zu übersehen. Mehr als 300 Meter stehen bereits, weitere 400 Meter sollen hinzukommen. Sehr zum Ärgernis der Anwohner.

Ein Ehepaar aus Töging will dies nicht hinnehmen und hat Klage gegen den Freistaat Bayern eingereicht. Am 14. Dezember ist Verhandlung am bayerischen Verwaltungsgericht in München.

Verfahrensfehler bei der Genehmigung führt das Ehepaar (Name der Redaktion bekannt) bei ihrer Klage gegen den Freistaat ins Feld. Denn ihrer Meinung nach hätte nicht das Landratsamt über die Baugenehmigung entscheiden dürfen.

Aber sie sehen sich auch darin getäuscht, dass Vorgaben aus dem Planfeststellungsverfahren nicht eingehalten worden seien. Die Anlage stehe im Missverhältnis zu dem "naturnahen Bewuchs", der in der Planung ursprünglich vorgesehen war. Die kleinen, gepflanzten Gewächse könnten nichts dagegen ausrichten.

Als "Wand" beschreibt das Ehepaar die Fotovoltaikanlage und fühlt sich dadurch in seiner Lebensqualität beeinträchtigt: Mehr Lärm, eine unschöne Aussicht und ein Wertverlust der Immobilie. "Dass es mit dem Autobahnbau eine Lärmbelastung geben wird, das war uns klar. Aber seit der Fotovoltaikanlage hat der Lärm nochmals zugenommen", erklärt das Ehepaar.

Gegen die Technik stellt es sich nicht: "Dass der Südhang dafür genutzt wird, ist eine gute Idee. Aber muss es in dieser Dimension ausgerechnet vor einem Wohngebiet sein?" Die Anlage soll sich mehr in die Umgebung integrieren. Statt eines riesigen Monolithen schlägt das Paar vor, die Module bis auf die Dammkrone zurückzubauen und zwischendurch das Bauwerk aufzubrechen, wodurch optisch schmale Bänder entstehen. Als gelungenes Beispiel führen sie die Fotovoltaikanlage entlang der A92 auf Höhe Freising an.

Wie das Urteil am Ende ausfällt, das wagt keiner vorherzusagen - weder das Ehepaar noch die Regensburger Solartechnikfirma Iliotec. "Bei einem solchen Projekt ist Widerstand normal", sagt Projektleiter Jürgen Berg.

Schon einmal hatte Iliotec mit Gegenwind zu kämpfen. Als Pilotprojekt begannen 2007 die Planungen für die Anlage - begleitet von kritischen Stimmen. So hat die Gemeinde Erharting zunächst einmal die Fortsetzung des Baus auf Seite des Landkreis Mühldorf gestoppt: Die Gemeinde sah ihre Planungsrechte verletzt, das Verwaltungsgericht gab dem aber nicht statt. Die Bauarbeiten sollten eigentlich im Frühjahr fortgesetzt werden, jetzt ist aber erst einmal im Dezember Verhandlung in München.

Die Module bis zur Dammkrone zurückzubauen, wie es das Ehepaar vorschlägt, diese Möglichkeit lässt sich nach Ansicht von Jürgern Berg nicht verwirklichen: "Aus Schallschutzgründen hatten wir keine andere Möglichkeit." Dass mit der Fotovoltaikanlage die Lärmbelästigung nochmals zugenommen habe, ist für ihn nur schwer nachvollziehbar. "Das subjektive Empfinden ist für uns nicht zu erklären. Beim Bau musste sichergestellt werden, dass die Anlage den Schallschutz nicht verschlechtert", erklärt er.

Bis zur Urteilsverkündung hält Iliotec am Plan fest, nächstes Frühjahr die Anlage auf der Mühldorfer Seite fertig zu stellen. Jürgen Berg ist zuversichtlich, immerhin steht bereits ein Teil der Anlage mit rechtlicher Absicherung. "Wir haben die Anlage geplant und genehmigt - mit allen Schwierigkeiten." Ob noch neue Schwierigkeiten zu erwarten sind, wird sich nach der Urteilsverkündung im Dezember zeigen.

hi/Mühldorfer Anzeiger

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