Auszubildende sind gefragter denn je

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Pfarrkirchen - Die Agentur für Arbeit Pfarrkirchen präsentiert eine positive Bilanz zum Abschluss des Berufberatungsjahres 2010/2011.

Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen, Jutta Müller, präsentiert eine positive Bilanz zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2010/2011. „Die Zahl der unversorgten Bewerber ist erneut gesunken. Vielen jungen Leuten ist damit die Chance geboten, eine qualifizierte Berufsausbildung zu erhalten“, teilt die Agenturchefin mit.

Zum Stichtag am 30. September waren nur noch sieben Bewerber ohne Zusage, im vergangenen Jahr waren es elf. Den sieben unversorgten Bewerbern stehen 225 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. „Bei den verbliebenen Bewerbern stimmten die Berufswünsche und die Anforderungen der Unternehmen bisher nicht überein. Vier der sieben Ausbildungssuchenden haben Hochschulreife und sehen ihre berufliche Zukunft in speziellen Tätigkeitsfeldern, die in der Region derzeit nicht zur Verfügung stehen. Die Jugendlichen werden jedoch weiter von uns betreut, damit auch sie bald eine Ausbildung beginnen können.“, erklärt Jutta Müller.

Insgesamt hat sich die Zahl der Bewerber im letzten Jahr erhöht. Im Zeitraum von Oktober 2010 bis September 2011 haben sich 2.143 Jugendliche bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen als Bewerber für eine Ausbildung gemeldet. Dies sind im Vergleich zum vorausgegangen Berichtsjahr (Oktober 2009 bis September 2010) 99 Bewerber mehr.

Der Anstieg der Bewerberzahlen ist größtenteils auf den diesjährigen doppelten Abiturjahrgang zurückzuführen und fällt – entgegen den Erwartungen – relativ gering aus. Die Agenturchefin erläutert: „Grundsätzlich sinkt die Anzahl der Absolventen allgemeinbildender Schulen auf Grund der demographischen Entwicklungen kontinuierlich – es gibt schlichtweg weniger Kinder. Außerdem streben Jugendliche heute ver- mehrt höhere Bildungsabschlüsse bzw. ein Studium an und verbleiben daher länger im Bildungssystem. Die Absolventen des doppelten Abiturjahrgangs haben sich größtenteils für ein Studium oder Überbrückungsalternativen, z.B. im Ausland, entschieden und sich nicht - wie vermutet - in höherer Anzahl um Ausbildungsstellen beworben“.

Der nur leicht gestiegenen Bewerberzahl steht ein großer Zuwachs an gemeldeten Ausbildungsplätzen gegenüber. Von Oktober 2010 bis September 2011 wurden der Ausbildungsvermittlung der Agentur für Arbeit insgesamt 2.388 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies sind 257 Stellen (zwölf Prozent) mehr als im Beratungsjahr 2009/2010. Unter den gemeldeten Stellen waren 2.271 betriebliche Ausbildungsstellen, 298 (15 Prozent) mehr als zum letztjährigen Stichtag im September 2010. Mit 225 Stellen blieben heuer 113 oder 101 Prozent mehr Ausbildungsstellen unbesetzt als im Vorjahr. Im Landkreis Altötting sind noch 62 Ausbildungsplätze frei, im Landkreis Mühldorf 54 und im Landkreis Rottal-Inn sogar 109. Ein Großteil der noch un- besetzten Ausbildungsstellen wird im Handel, in den Ernährungsberufen sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe angeboten:

Unbesetzte Berufsausbildungsstellen – TOP 10 der Berufe

Anzahl Prozent
Gesamt 225 100,0
Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel 23 10,2

Fachverkäufer/Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk Schwerpunkt Fleischerei

21 9,3
Verkäufer/Verkäuferin 18 8,0

Fachverkäufer/Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk Schwerpunkt Bäckerei

17 7,6
Koch/Köchin 11 4,9

Kraftfahrzeugmechatroniker/Kraftfahrzeugmechatronikerin Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik

9 4,0
Bäcker/Bäckerin 7 3,1
Maurer/Maurerin 7 3,1
Hotelfachmann/Hotelfachfrau 7 3,1
Metallbauer/Metallbauerin Fachrichtung Konstruktionstechnik 6 2,7

 

Das deutlich gewachsene Ausbildungsplatzangebot der Betriebe spiegelt den hohen Fachkräftebedarf in der Region wider. „Viele Unternehmen wollen (wieder) vermehrt ausbilden und wenden sich bei Ihrer Suche nach geeignetem Nachwuchs an uns. Diese breite Palette an Ausbildungsplatzangeboten kommt allen Schülerinnen und Schülern zu Gute. Wir können damit auch Bewerbern, die Ihre Berufswahlentscheidung bereits getroffen haben, bei der Suche nach dem passenden Betrieb weiterhel- fen“, so die Agenturchefin. Die Jugendlichen können, neben der persönlichen Beratung bei der Arbeitsagentur, auch das ebenfalls kostenlose Online-Portal JOBBÖRSE zur Ausbildungsplatzsuche in der Region nutzen.

Um ihren Fachkräftebedarf für die Zukunft sicher zu stellen, appelliert Jutta Müller an die Unternehmen, auch auf den ersten Blick schwächere Jugendliche auszubilden. „Jeder Jugendliche hat individuelle, vielleicht nicht sofort sichtbare Begabungen, keiner ist völlig talentfrei." Die Agentur für Arbeit leistet zudem vielseitige Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf.

Die Berufsberater der Arbeitsagentur Pfarrkirchen arbeiten eng mit den ansässigen Schulen zusammen und sind „nah dran“ an den Jugendlichen. Gemeinsam entwickeln sie erste Zukunftspläne und schärfen den Blick der Schüler für die Chancen, die unsere Region bietet. „Unsere Aufgabe ist es, ihre Begabungen zu finden, zu fördern und sie auf ihrem Weg in den Beruf so gut wie möglich zu unterstützen“. sagt Jutta Müller. Dies geschieht zum Beispiel durch die erweiterte, vertiefte Berufsorientierung der Berufsberatung oder durch so genannte Berufseinstiegsbegleiter, die jungen Menschen beim Berufsstart als Mentoren zur Verfügung stehen. Während der Ausbildung können Jugendliche durch einen von der Agentur subventionierten Nachhilfeunterricht beim Einstieg ins Berufsleben unterstützt werden.

Jugendliche, die trotz des großen Angebots keine Ausbildungsstelle finden, können sich im Rahmen einer einjährigen betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ) bewähren. Die EQ beinhaltet ein betriebliches Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten. Eine Übernahme in Ausbildung wird vom Unternehmen angestrebt. In diesem Praktikum können die Jugendlichen die Ausbildungsbetriebe von sich und ihren Talenten überzeugen und so einen Ausbildungsplatz erhalten. Für Jugendliche, die den Anforderungen der gemeldeten Ausbildungsstellen oder Stellen zur Einstiegsqualifizierung aus verschiedenen Gründen nicht entsprechen, bietet die Agentur zudem die Möglichkeit der Teilnahme an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen oder an Ausbildungen in außerbetrieblichen Einrichtungen an. Pro Landkreis stehen hierfür ca. 50 Plätze zur Verfügung.

„Der Besuch dieser Maßnahmen bietet Jugendlichen durch gezielte Vorbereitung auf eine duale Ausbildung und weitere Qualifizierung eine große Chance für eine spätere betriebliche Ausbildung und stellt somit keine verlorene Zeit dar. Hier besteht für Spätentschlossene ebenfalls noch eine Aufnahmemöglichkeit“, teilt die Agenturchefin mit.

Allen Jugendlichen, die heuer keinen Ausbildungsplatz gefunden haben und die noch nicht mit der Berufsberatung in Verbindung stehen, rät Jutta Müller, sich möglichst bald über die Service-Nummer 01801-555 111 (Festnetzpreis 3,9ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min) mit der Berufsberatung in Verbindung zu setzen und einen Termin zu vereinbaren. Schülerinnen und Schüler, die für das nächste Jahr eine Ausbildungsstelle suchen und dabei beraten werden möchten, können sich ebenfalls über die Servicenummer zu einem ersten Beratungstermin anmelden

PDF A

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PDF C Pressemitteilung Agentur für Arbeit Pfarrkirchen

Rubriklistenbild: © pa

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