Auffrisierte Zweiräder kontrollieren

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Ohne Halterung steht das Motorrad auf dem Rollenprüfstand, den Schüler der FOS entwickelt haben. Auf einem Messgerät wird die Geschwindigkeit angezeigt.

Mühldorf/Altötting - Schüler der FOS haben im Bildungszentrum der Handwerkskammer einen Prüfstand zur Geschwindigkeitsmessung bei Zweirädern entwickelt.

Ein Schüler-Team der FOS hat beim Wettbewerb "Vision-Ing21" des Förderkreises Ingenieursstudium der Universität Erlangen-Nürnberg den ersten Platz belegt. Die acht Schüler der elften und zwölften Klasse entwickelten zusammen mit der Cartesy GmbH aus Neuötting ein mobiles, energieautarkes Messsystem für Zweiräder.

Über den Erfolg freuen sich Betreuungslehrer Peter Wieser, die Schüler Thomas Strasser, Max Aigner, Florian Eberl, Philipp Meyer, Anna Geisberger, Maxi Pickert und Christian Hobmaier, der Geschäftsführer der Cartesy GmbH, Josef Femböck, der Schulbeauftragte für die fachpraktische Ausbildung an der FOS, Marcus Wendlinger, der Leiter des Bildungszentrums der HWK, Schulleiter Rudolf Geier und Armin Riedel von der HWK.

Die Idee sei entstanden, weil viele schwere Unfälle mit auffrisierten Rollern passieren, erklärt Elftklässlerin Anna Geisberger. Die Polizei habe zwar einen Rollenprüfstand zur Messung der Höchstgeschwindigkeit von Zweirädern, dieser sei aber unhandlich, groß und brauche einen Stromanschluss. Der Prüfstand, den die Schüler entwickelt haben, ist gerade mal so groß, wie ein Aktenkoffer, leicht zu tragen und erzeugt den benötigten Strom selbst. Das zu testende Motorrad wird auf den Prüfstand gestellt, der Polizeibeamte gibt Vollgas. Eine Messrolle erzeugt dank der Drehung über Magnetfeld und Spule einen elektrischen Impuls, der an das Messgerät gesendet wird, das die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt. Über einen eingebauten Generator wird die benötigte elektrische Energie selbst erzeugt. Zudem benötigt der Rollenprüfstand keine externe Halterung für das Motorrad, die Stabilität wird selbst erzeugt.

Mit dem System hat das FOS-Team die Fachjury des Förderkreises überzeugt. Bei der vierten Teilnahme an dem Wettbewerb konnten FOS und BTZ nach zwei zweiten und einem dritten zum ersten Mal den ersten Platz belegen. "Wir haben zwar gehofft, dass es klappt", erzählt Anna Geisberger, "aber am Ende war die Freude dann doch groß."

"Ziel des Projektes ist, dass die Schüler lernen, wie Ingenieure arbeiten," sagt Schulleiter Oberstudiendirektor Rudolf Geier, "sie haben das Messgerät entwickelt, die Teile beschafft und selbst gebaut, das war eine große Herausforderung, die sie gut gemeistert haben." Und das Projekt wird nicht in der Theorie bleiben. Die Cartesy GmbH hat bereits mit der Serienfertigung begonnen, berichtet Geschäftsführer Josef Femböck. "Wir haben das System in Bologna auf einer Messe präsentiert und es gibt bereits erste Anfragen", sagt er. Neben Polizei kämen auch Service- und Reparaturwerkstätten als Kunden in Frage, die mittels Zusatzsensoren auch Wuchtigkeit der Räder oder Leistung messen könnten.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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