Drogenmissbrauch gefährdet den Führerschein, auch wenn man nicht bei einer Kontrolle erwischt wird

Auch Jugendsünden werden verfolgt

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Mühldorf - Der 18. Geburtstag - endlich volljährig! Auf diesen Tag freute sich auch der 17-jährige Markus, bis er vor drei Monaten bei einer Routine-Kontrolle der Polizei wegen Drogenkonsums auffiel.

Seitdem sind der Führerschein und das erste eigene Auto für Markus in weite Ferne gerückt. "Ich bin ja kein Drogen-Abhängiger, hin und wieder hab ich halt mit meinen Freunden einen Joint geraucht", so der Jugendliche, dem seine vermeintliche Jugendsünde viele Schwierigkeiten bereitet hat.

Was viele Jugendliche und auch Erwachsene nämlich nicht wissen ist, dass bei der Einnahme oder gar Abhängigkeit von Betäubungsmitteln oder psychoaktiv wirkenden Arzneimitteln der Führerschein auf dem Spiel steht. "Bei sogenannten harten Drogen wie Ecstasy, Kokain, Heroin oder Amphetamin müssen wir die Fahrerlaubnis im Regelfall entziehen. Aber auch bei sogenannten weichen Drogen wie Cannabis oder Marihuana haben wir als Fahrerlaubnisbehörde nur in den wenigsten Fällen einen Ermessensspielraum", erklärt Ingrid Bernhart, zuständige Sachbearbeiterin für Betäubungsmitteldelikte bei der Führerscheinstelle des Landratsamtes Mühldorf.

Dabei kommt es nicht darauf an, dass der Drogenkonsument beim Führen eines Kraftfahrzeugs sozusagen "auf frischer Tat" ertappt wird, es genügt allein schon die unerlaubte Einnahme von Rauschmitteln.

Entscheidend ist bei sogenannten "Jugendsünden", ob der Betroffene noch immer Drogen konsumiert oder rückfallgefährdet ist. Sollte dies der Fall sein, ist die Fahrerlaubnisbehörde gesetzlich dazu verpflichtet entsprechende Aufklärungsmaßnahmen wie eine medizinisch-psychologische Untersuchung ("MPU") oder ein ärztliches Gutachten anzuordnen. Im Anschluss daran kann dann über weitere Maßnahmen wie den Entzug oder - wie im Fall von Markus - die Nichterteilung der Fahrerlaubnis entschieden werden.

"Das Vorgehen der Führerscheinstelle ist keineswegs behördliche Willkür. Gesetzliche Regelungen und die Rechtsprechung schreiben uns dieses Vorgehen vor, wir wollen mit diesen Maßnahmen alle Verkehrsteilnehmer und letztlich auch den Drogen-Konsumenten selbst schützen", betont Landrat Georg Huber, der gleichzeitig an die Familien von jugendlichen Drogenkonsumenten appelliert: "Wir müssen auch bei vermeintlichen Jugendsünden die Augen offen halten. Es ist oft nur ein kurzer Schritt in die ernsthafte Abhängigkeit."

Neben den gesundheitlichen Risiken durch den Konsum von Rauschmitteln erwarten den Straftäter im Falle eines Verkehrsunfalls unter Einfluss von Drogen auch schmerzhafte Konsequenzen: so drohen neben sieben Punkten in Flensburg auch eine Geld- oder Freiheitsstrafe, der Führerscheinentzug, eine gerichtliche Sperre für eine neue Fahrerlaubnis und die Zahlung von Schadensersatz, Schmerzensgeld oder eventuell sogar einer Rente an das Unfallopfer.

sb/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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