Neue Notunterkunft

113 Asylbewerber im "Kingdom Parc" eingetroffen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Endlich in Sicherheit: Die hochschwangere Ellen mit ihren beiden Söhnen aus Nigeria.

Mühldorf - In der neu eingerichteten Notunterkunft im "Kingdom Parc" leben nun Asylbewerber aus 18 Nationen - vorwiegend aus Afrika und Syrien. Rund 80 weitere könnten bald einziehen.

Die Mitarbeiter des Landratsamts unter der Leitung von Regierungsrat Erich Kozel und 184 ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr, THW, BRK und Malteser Hilfsdienst haben am Freitag innerhalb von vier Stunden die oberen Räume des Kingdom Parcs für die Flüchtlinge bewohnbar gemacht. "Das war eine herausragende Leistung aller Beteiligten, auf die ich sehr stolz bin", sagte Landrat Georg Huber.

Seit Jahren war in dem Gebäude in Altmühldorf nichts mehr gemacht worden. "Als wir in die 'Tabledancebar' kamen, standen dort noch gefüllte Aschenbecher und eingetrocknete Getränke. Ich hätte nie gedacht, dass wir innerhalb von vier Stunden Strom, Wasser und die Toiletten hinbekommen. Doch es hat funktioniert, weil alle an einem Strang gezogen haben", berichtete der Mößlinger Feuerwehr-Kommandant Hans Biermaier.

Artikel am Samstag:

So leben die Flüchtlinge im "Kingdom Parc"

Artikel am Freitag:

Landkreis bereitet sich auf Aufnahme von 200 Asylbewerbern vor

In der Nacht von Freitag auf Samstag kamen gegen 1 und 4 Uhr 58 Asylbewerber aus München mit zwei Bussen nach Mühldorf. Sie wurden von den Helfern empfangen, bekamen Essen und konnten ihre Betten beziehen.

Froh und glücklich war unter anderem die hochschwangere Ellen aus Nigeria, die mit ihrem Mann und zwei Kindern zu den Flüchtlingen gehörte. Sie wurde ärztlich betreut. In der ehemaligen Spielothek im ersten Stock des Kingdom Parc fand sie und ihre Familie zusammen mit den anderen Asylbewerbern ihren ersten Ruhepunkt. "Wir sind sehr glücklich hier zu sein, denn in Nigeria waren wir unseres Lebens nicht mehr sicher", erklärte sie gegenüber dem Mühldorfer Anzeiger. Die beiden Buben spielten daneben Fußball und lächelten die Besucher an.

So sieht es in der Notunterkunft aus:

"Kingdom Parc" als Flüchtlings-Unterkunft

Die Verpflegung der Asylbewerber hat die Küche der Mühldorfer Kreiskliniken übernommen. Ärztlicher Direktor Dr. Wolfgang Richter und Geschäftsführer Heiner Kelbel organisierten am gestrigen Sonntag die ärztlichen Untersuchungen in der Mühldorfer Klinik. Das Gesundheitsamt mit Dr. Benedikt Steingruber wird die Flüchtlinge ebenfalls medizinisch versorgen. In der Nacht von Freitag auf Samstag waren drei Ärzte des Gesundheitsamtes im Kingdom Parc für Erstuntersuchungen vor Ort. Da die Duschen im Gebäude jahrelang nicht in Betrieb waren, wurden die Flüchtlinge dafür kurzzeitig in die Dreifachturnhalle an der Töginger Straße gebracht.

Landrat: Die Asylbewerber bleiben nicht auf Dauer

In der Nacht von Samstag auf Sonntag kamen dann zwei weitere Busse aus München an der ehemaligen Discothek an. Weitere 55 Asylbewerber mussten um 1 und 4 Uhr untergebracht und versorgt werden. Unter ihnen ein syrischer Vater mit seinen drei Buben sowie ein weiterer Vater mit einem behinderten Kind. "Diese beiden allein erziehenden Väter haben uns am vergangenen Sonntag um 4 Uhr schon alle sehr tief berührt", berichtete Erich Kozel.

Am gestrigen Sonntag kamen keine weiteren Flüchtlinge nach Mühldorf. Die Einrichtung im Mühldorfer Westen ist derzeit auf 200 Asylbewerber ausgelegt. Landrat Georg Huber und Fachbereichsleiter Erich Kozel rechnen damit, dass im Laufe dieser Woche weitere Flüchtlinge nach Mühldorf kommen werden. Wie lange die Asylbewerber in der Notunterkunft bleiben werden, ist noch offen. "Das können zwei oder drei Tage sein, aber auch eine Woche", sagte Huber. Auf Dauer bleiben werden sie in Mühldorf aber nicht.

Das Gelände in Altmühldorf ist zurzeit durch den ESD-Sicherheitsdienst gesperrt. "Uns ist es sehr wichtig, dass sich die Asylbewerber frei bewegen können und dabei trotzdem ihre Ruhe finden. Sie können das Gelände jederzeit verlassen, von außen dürfen jedoch nur befugte Personen herein", erklärte der Landrat.

Video zum Einzug der Asylbewerber:

Bei einer Pressekonferenz am im Kingdom Parc erklärte Landrat Georg Huber: "Ich möchte an dieser Stelle meinen größten Dank an alle anwesenden Personen und alle Helferinnen und Helfer richten, die alle bis in die frühen Morgenstunden unermüdlichen Einsatz gezeigt haben, um das alles möglich zu machen."

Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner hatte mit dem Anruf der Regierung von Oberbayern schon gerechnet. "Wir haben Hand in Hand gearbeitet und die nötigen Vorarbeiten geleistet. Seitens der Stadt werden wir die Sprachunterstützung und die Hilfen von der Bevölkerung koordinieren", berichtete Zollner.

"Wir haben mit dieser Aktion Probleme gelöst und bewältigt sowie hervorragend zusammengearbeitet. Dies war das wichtige Signal für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen", stellte Landtagsabgeordneter Günther Knoblauch heraus.

sb/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Asylbewerber

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser