Anwohner wegen Biogasanlage besorgt

+
Auf dem Gelände des landwirtschaftlichen Anwesens (rechts) soll die Biogasanlage entstehen. Vom Neubaugebiet "Am Dorfanger" (links) wäre sie dann lediglich rund 100 Meter entfernt.

Heldenstein - Der geplante Bau einer privaten Biogasanlage macht den Anwohnern große Sorgen. Für die Gemeinde besteht jedoch offenbar keine Möglichkeit, den Bauantrag abzulehnen.

Im Sachvortrag wurde zunächst erläutert, dass die geplante Errichtung der Biogasanlage mit einer Gesamtleistung von 0,25 Megawatt im Anschluss an ein landwirtschaftliches Anwesen auf der Flurnummer 18 ein privilegiertes Bauvorhaben gemäß Artikel 35 des Baugesetzbuches darstellt und sich die Beurteilung der Gemeinde hierzu ausschließlich darauf beschränkt, ob eine ausreichende Erschließung vorliegt. Alle weiteren Beurteilungen seien demnach im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens durch das Landratsamt zu prüfen.

Bürgermeister Helmut Kirmeier verlas außerdem mehrere Schreiben besorgter Bürger des in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Baugebietes "Am Dorfanger", die alle darauf abzielten, den Bau der Anlage zu verhindern. Da die vorgebrachten Einwendungen der Bürger ebenfalls in die Prüfungszuständigkeit des Landratsamtes fallen, versicherte Kirmeier, diese zusammen mit dem Bauantrag weiterzuleiten.

Um die Belastung für die Bürger durch den Anlieferverkehr zu reduzieren, liege bereits eine Absichtserklärung des Bauwerbers vor, einen bestehenden öffentlichen Feldweg zwischen der Ortsverbindungsstraße Harting - Bacham und dem Anwesen auf seine Kosten auszubauen. Allerdings müsse die dort vorhandene und ohnehin baufällige Brücke seitens der Gemeinde errichtet werden.

Im Sachvortrag wurde ferner angeregt, im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens auch einen Alternativstandort auf der Flurnummer 987, an dem vor drei Jahren der Bau eines Schweinemastbetriebes geplant war, zu prüfen.

Die relativ kurzfristig angebotene Informationsveranstaltung in der vergangenen Woche kritisierten einige Anwohner in ihren Schreiben als unzureichend. Gemeinderat Georg Stöckl (UWG) bezeichnete diese polemisch als "Werbeveranstaltung für Biogasanlagen". Ferner stellten sich für ihn unter anderem die Fragen, wer etwas von der Anlage habe, ob für deren Betrieb die Eigenproduktion des Betriebs ausreichen würde, und ob durch die Anlage sogar eine Aufrüstung der Feuerwehr notwendig sei. Eine erhebliche Beeinträchtigung sei nicht nur für die Anwohner und den Wert ihrer Immobilien, sondern auch für das Sport- und Freizeitgelände gegeben.

Überwiegend sachlich stellten andere Gemeinderäte ihre Bedenken und Fragen. Klaus Neßler (UWG) betonte, dass es ihm nicht grundsätzlich darum ginge, die Anlage zu verhindern, er wolle aber offene Fragen im Vorfeld geklärt haben.

Anton Hudlberger (WEW) gab an, dass er eine vergleichbare Anlage besichtigt habe, und für ihn der geplante Standort einfach ungeeignet sei.

Insgesamt wurde deutlich, dass die Gemeinderäte die Sorgen der Bürger ernst nehmen und keinen übereilten Beschluss fassen wollten. Breite Zustimmung fand daher der Antrag von Siegfried Höpfinger (CSU), den Tagesordnungspunkt bis zur nächsten Sitzung zu vertagen. Gleichzeitig sind alle Gemeinderäte aufgerufen, bis kommenden Mittwoch, 12. Mai, ihre Fragen schriftlich bei der Verwaltung einzureichen, mit dem Ziel, diese möglichst bis zur nächsten Sitzung klären zu lassen.

Gegen den Beschlussvorschlag Höpfingers stimmten lediglich Gemeinderat Bernhard Aigner und Bürgermeister Helmut Kirmeier (beide CSU), da sich an der durch die Gemeinde Heldenstein vorzunehmenden Bewertung auch durch die Klärung der Fragen nichts ändern werde.

jhg/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser