Angst vor höherer Kreisumlage

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Während die Wortmeldungen in der Diskussionsrunde eher spärlich ausfielen, klärte Bürgermeister Günther Knoblauch vieles im persönlichen Gespräch. Foto ha

Mühldorf - Eine positive Bilanz seiner Arbeit im vergangenen Jahr zog Bürgermeister Günther Knoblauch auf der Bürgerversammlung in Mößling. Ausführlich ging das Stadtoberhaupt dabei auf die angespannte Haushaltslage ein.

Gerade einmal 90 Minuten dauerte die erste von vier Bürgerversammlungen am Mittwochabend im gut gefüllten Spirkl-Saal, die anschließende Diskussionsrunde mit nur drei Wortmeldungen verlief sachlich und ruhig (siehe nächste Seite).

Mühldorf sei eine Stadt mit "guten Zukunftsaussichten", eröffnete Knoblauch seinen Vortrag, um gleich anzumerken: "Wenn auch nicht immer alles gelingt." Damit gab der Bürgermeister die Richtung vor, immer wieder war in seinem Rechenschaftsbericht die Rede davon, dass bei künftigen Investitionen streng zwischen Dringlichkeit und Leistungsfähigkeit unterschieden werden müsse.

Erstmals in seiner 20-jährigen Amtszeit habe das Landratsamt Korrekturen am Haushalt verlangt. Daraufhin habe der Stadtrat Einsparungen in Höhe von 800000 Euro sowie die Anhebung der Gewerbe- und Grundsteuer beschlossen. "Ich bin überzeugt, dass wir das nächste Jahr überstehen", gab sich Knoblauch vorsichtig optimistisch angesichts der positiven Konjunkturentwicklung.

Sorgen bereiten ihm vor allem drohende Mehrausgaben bei der Kreisumlage. "Die Bezirksumlage wird voraussichtlich um zwei bis drei Punkte steigen, die der Landkreis dann an die Kommunen weitergibt", sagte Knoblauch und betonte, dass die Kreisumlage mit aktuell 55 Punkten schon jetzt erheblich über dem oberbayerischen Durchschnitt von 49 Punkten liege.

So lange wie möglich will der Bürgermeister den Rotstift bei den freiwilligen Zuschüssen an die Vereine sowie in den Bereichen Familien und Bildung vermeiden. So gehen die Planungen für den Ausbau der Kinderbetreuung voran. Sowohl in der Pfarrei St. Pius als auch im Mühldorfer Süden sollen neue Kinderkrippen entstehen. Dazu wird der Waldorfkindergarten auf einem städtischen Grundstück im Süden bauen.

Was den Theresia-Gerhardinger-Kindergarten am Stadtplatz betrifft, so habe das Landratsamt in Sachen Brandschutz eine Ausnahmegenehmigung bis 2012 erteilt. "Dann müssen wir die Möglichkeiten prüfen, wie wir die freien Räume im Obergeschoss nach dem Auszug der Schulschwestern nutzen können."

Als Erfolgsgeschichte wertete Knoblauch neben der energetischen Sanierung des Rathauses, der Ansiedlung von Fliegl auch die Vertragsunterschrift von H&M. "Baubeginn ist im Frühjahr. Läuft alles nach Plan, wird Ostern 2012 eröffnet."

Auch wenige Meter weiter werden laut Knoblauch im kommenden Jahr die Bagger anrollen, wenn Caritas-Altenheim und Heilig-Geist-Spital zusammengelegt werden.

Während Maßnahmen wie der Steg über den Innkanal oder die Hartgassenunterführung zurückgestellt werden müssen, brennt Knoblauch ein anderes Thema unter den Nägeln: Die Sanierung der Kanalbrücke an der Kapellenstraße. Das Problem: Für die Brücke ist der Verbund als Eigentümer der Innkraftwerke zuständig, für die Straße der Landkreis. "Da muss jetzt etwas passieren", nahm Knoblauch den Landkreis in die Pflicht. "Sonst saniert der Verbund die Brücke und alles bleibt, wie es ist."

Das Thema Dorferneuerung Mößling streifte er nur am Rande: "Das wird noch ein langer, steiniger Weg." Zudem gebe es keine Garantie, dass die Zuschüsse vom Amt für ländliche Entwicklung auch tatsächlich fließen.

Abschließend dankte Knoblauch seinen Mitarbeitern im Rathaus für das Engagement im vergangenen Jahr. Der Dank ging auch an einen "Großteil des Stadtrats". ha

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