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An der deutschen Corona-Spitze

Wie Mühldorf zum Corona-Hotspot in Deutschland wurde

Im Zentrum des Corona-Infernos im November und Dezember: Mitarbeiter auf der Intensivstation des Inn-Klinikums.
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Im Zentrum des Corona-Infernos im November und Dezember: Mitarbeiter auf der Intensivstation des Inn-Klinikums.

Extrem hohe Zahlen und Belastungen beenden das angespannte Pandemie-Jahr im Landkreis Mühldorf. Mehr als einmal sind alle Intensivbetten belegt, schwerkranke Corona-Patienten müssen verlegt werden. Das Klinikpersonal arbeitet bis zur Erschöpfung.

Mühldorf – Corona bestimmte viele Tage und Bereiche des Zusammenlebens im Landkreis Mühldorf. Dazu gehörten natürlich die Ausgangsbeschränkungen im Winter und Frühjahr, die zeitweise hoffnungslos überlastete Intensivstation des Krankenhauses, genauso wie teils heftige Konfrontationen.

Ein Ereignis im Januar zeigte, wie schwierig der Umgang mit Corona und den Regeln ist. So räumte die Polizei im Januar an einem Sonntag mehrfach den Rodelberg an der Burhenne und vertrieb Kinder und Eltern, die sich dort den Nachmittag im Schnee vertrieben.

Harte Konfrontation mit der Polizei

Härter verlief eine Konfrontation auf dem Mühldorfer Stadtplatz. Mehrere Demonstrationen gab es dort während des zu Ende gehenden Jahres. Während die meisten friedlich abliefen, attackierten am Ende einer Querdenkerveranstaltung im April Dutzende Demonstranten die Polizei mit Beschimpfungen und bedrängten die Beamten minutenlang, die sich unter die Arkaden zurückziehen mussten.

Es waren aber nicht nur diese außergewöhnlichen Ereignisse, die zeigen, wie Corona das Leben im Landkreis prägte. So gab es im februar einen Ansturm auf die jetzt zum Einkaufen erforderlichen FFP2-Masken.

Während die Mitarbeiterinnen in den Inn-Kliniken im Februar unter zunehmender Bettenbelegung leiden, versuchen viele ein normales Leben zu ermöglichen. Dazu gehören auch die Helfer der Mühldorfer Tafel, die unermüdlich Lebensmittel an Bedürftige ausgeben.

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Im März steigen die Zahlen weiter, es gilt eine Ausgangssperre ab 22 Uhr, auf dem Mühldorfer Stadtplatz gilt eine Maskenpflicht.

Mit dem Frühjahr beginnt sich die Situation zu entspannen, trotzdem bleiben viele Corona-Entscheidungen strittig. Baumärkte, Gärtnereien und Friseure dürfen öffnen, Schulen, Kindergärten und Kitas sind wieder geschlossen.

Die Gemeinden beginnen mit der Planung für den Sommer und sagten trotz langsam sinkender Corona-Zahlen vieles ab. Das Volksfest in Kraiburg fällt als erstes dem Coronavirus zum Opfer, die Gemeinde verschiebt es auf September, um es schließlich ganz zu streichen wird auf September verschoben.

In Waldkraiburg wird das Volksfest, in Mühldorf das Sandbahnrennen und in Mettenheim der Alleelauf abgesagt. In Haag fällt der Pfingstmarkt aus. Im Tüsslinger Schlosspark eröffnet eine Dinosaurier-Ausstellung. Auch die Kinos in Mühldorf und Waldkraiburg starten wieder ihr Programm. Im Juni sagt Mühldorf auch das Volksfest ab.

Mit mehr als zweimonatiger Verspätung finden im Landkreis die ersten Feiern der Heiligen Kommunion, der Firmung und der Konfirmation statt.

Das Kulturprogramm läuft wieder an, deutlich verkleinert, einige Kommunen bieten coronagerechte Veranstaltungen an, wie die offenen Bühnen in Mühldorf. Sie werden von Künstlern und Besuchern dankend angenommen.

Beim Impfen bleibt der Landkreis dagegen weit zurück. Vom ersten Tag an lieg er stets hinter den Vergleichszahlen aus Bayern und Deutschland. Dabei bemüht sich der Landkreis zusammen mit Hilfsorganisationen – allen voran dem Roten Kreuz – flexible und vielfältige Angebote zu machen. Trotzdem bleibt der Zuspruch unterdurchschnittlich.

Landkreis wird zum Hotspot

Die Quittung bekommen die Menschen im November. Explosionsartig schießen die Ansteckungen in die Höhe, der Inzidenzwert steigt auf 1160 am 24. November. Kein anderer Landkreis in Deutschland Am 29. November leiden 2513 an einer Infektion mit dem Virus. Die Hotspotregelung des Freistaats bringt harte Einschränkungen für Geimpfte und Ungeimpfte. Wirtshäuser, Sportstätten, Kinos und Veranstaltungssäle müssen schließen.

Auch die Belastung der Kliniken erreicht neue Höchstwerte. Mehr als einmal sind alle Intensivbetten belegt, schwerkranke Corona-Patienten müssen verlegt werden. Das Klinikpersonal arbeitet bis zur Erschöpfung.

Erst im Dezember fallen die Zahlen, am 7. Dezember ist die Hotspotregelung vorbei, Gaststätten, Fitnesscenter und Kinos dürfen wieder aufmachen. Die Menschen seien vorsichtiger geworden, urteilt Landrat Max Heimerl über die Wirkungen der Schutzmaßnahmen.

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