A 94 - Straße liegt auf der Zielgeraden

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Ampfing - Viel Zeit bleibt nicht mehr: Ende 2012 soll der A94-Bauabschnitt Heldenstein-Ampfing abgeschlossen sein. Beim Pressetermin haben wir uns das Ganze mal vor Ort angeschaut.

Es ist nicht abzustreiten: Von Mal zu Mal tut sich schon einiges zwischen Heldenstein und Ampfing. Ein gutes halbes Jahr bleibt der Autobahndirektion Südostbayern noch für die abschließenden Arbeiten. Projektleiter Michael Köstlinger hat am Mittwoch Presse sowie die regionalen Politiker über den Bauabschnitt geführt und erklärt, wie der Bau vorangeht. Der Mühldorfer Landrat Georg Huber, Waldkraiburgs Bürgermeister Siegfried Klika, der Ampfinger Bürgermeister Ottmar Wimmer und viele mehr haben sich zu diesem Zweck bei den Containern am B12-Provisorium bei Ampfing getroffen.

So siehts jetzt auf der A94 Heldenstein-Ampfing aus!

A94 - So sieht es dort jetzt aus

Erster Halt bei der Führung: Die Hauptzentrale Ost. Hier läuft für den Autobahnabschnitt alles zusammen: Strom, Belüftung, Notstrom, Funkanbindung und Löschwasser werden von hier aus gesteuert. Im Notfall läuft das Notstromaggregat übrigens eine Stunde lang unter Vollleistung weiter. Sage und schreibe 50 Kilometer Kabel wurden verlegt, dementsprechend hoch auch die Stromkosten von 10-11.000 Euro pro Monat. Der Aufwand und die Kosten seien aber durchaus gerechtfertigt, so die Verantwortlichen. Denn die Sicherheitsanforderungen gerade in einem Tunnel seien enorm hoch. So sei die Notbelüftung früher nur für den Staufall ausgelegt gewesen, jetzt sei sie aber vor allem auch im Brandfall maßgeblich.

Server-Raum in der Hauptzentrale

Wer glaubt, die Bauarbeiten seien abgeschlossen, wenn im Dezember 2012 der Bauabschnitt in Betrieb genommen wird, der irrt gewaltig. Nacharbeiten wie Bepflanzung und der Rückbau der Provisorien werden noch lang ins Jahr 2013 hineinlaufen. Insgesamt hat der ganze Abschnitt 70 Millionen Euro gekostet. Allein der Tunnelrohbau beläuft sich auf 14 Millionen Euro, Erd- und Deckenarbeiten fallen nochmal mit 11 Millionen ins Gewicht. Hinzu kommt die Betriebs- und Verkehrstechnik, Kostenpunkt 8 Millionen Euro.

Ein großes Thema um den A94-Ausbau war immer auch der Lärmschutz. Hier sollen aber zwei Lärmschutzwälle Abhilfe schaffe - einmal im Bereich Heldenstein und einmal bei der Anschlussstelle zum Gewerbegebiet Ampfing. Außerdem wird eine sogenannte Gabionenwand errichtet, und zwar im Bereich der angrenzenden Bahnlinie. Die Wand soll vermeiden, dass Teile der LKW-Ladung auf die Gleise fallen können.

Im Tunnel und auf der gesamten Strecke wird Betonboden verlegt - Waschbeton mit einer Stärke von 26 Zentimetern. Darunter liegt eine 10-Zentimeter-Schicht Asphalt. In ganz Bayern ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in Tunnels auf 80 km/h begrenzt, das soll auch hier so ein. Vor der Einfahrt wird es einen sogenannten Geschwindigkeitstrichter geben - die Beschränkung sinkt erst auf 120, dann auf 100 und schließlich auf 80.

Die Notausgänge - man steht direkt im anderen Tunnel drin. Und wer zu stürmisch ist, steht auf der Gegenfahrbahn.

Bei Heldenstein wird sich die Fahrbahn dann teilen und in Richtung Nord und Süd weiterverlaufen. Für die Sicherheit im Tunnel wird es vier Notausgänge geben - vorgeschrieben wären eigentlich nur zwei. Diese führen nicht ins Freie, sondern jeweils in die andere Röhre. Die Türen gehen nach außen auf - aber die Sache ist dennoch etwas gefährlich, denn wenn man durch den Notausgang tritt, steht man nur wenige Schritte vom Verkehr in der anderen Röhre entfernt.

Ein Schmankerl: Besondere Antennen sollen sowohl den Radio- als auch den Mobilfunkempfang im Tunnel gewährleisten.

ds

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