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Bundeswehr-Hubschrauber in Mali abgestürzt

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VTE-Beteiligungs-GmbH möchte Kapazität aufstocken

Petition wehrt sich gegen 32.000 Schlachtungen

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Ampfing - Ein Ampfinger Puten-Schlachtbetrieb will seine Kapazität massiv aufstocken. Eine Mühldorfer Medizinstudentin möchte das mit einer Petition verhindern.

Puten mit einem sogenannten "Lebendgewicht" von insgesamt 304 Tonnen werden täglich im Betrieb der VTE-Beteiligungs-GmbH & Co. KG in Ampfing geschlachtet. Bald könnten dort noch weit mehr Puten ihr Leben lassen, die VTE hat beim Mühldorfer Landratsamt die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Erhöhung der Schlachtzahlen und die Verlängerung der Betriebszeiten beantragt. Die beantragte Schlachtleistung liegt bei 480 Tonnen, was einer Steigerung von weit über 50 Prozent entspricht.

"Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen"

Tabea Matt aus Mühldorf geht das eindeutig zu weit, immerhin entsprechen 480 Tonnen Lebendgewicht etwa 32.000 Puten. "Das ist schon eine Dimension, die man sich gar nicht mehr vorstellen kann", sagt die 24-Jährige. Matt ärgert sich, dass viele Menschen gar nicht mehr wüssten, woher das Fleisch, das sie tagtäglich verzehren, eigentlich kommt. Zugleich kritisiert die Medizinstudentin, dass die Zahl der Schlachthöfe immer weiter zurückgehe und sich der Markt so auf immer weniger Großbetriebe konzentriere. Kleine, regionale Betriebe würde so immer weiter zurückgedrängt.

Mit ihrer Kritik hat sich Matt schon an das Landratsamt gewandt. Dort kann sich jeder bis zum 23. Dezember melden, der Einwände gegen den Antrag von VTE hat. Allerdings geht es dabei nur um immissionsschutzrechtliche Einwände, nicht aber um Bedenken allgemeinerer Natur, weshalb das Schreiben der 24-Jährigen ohne Erfolg war. Dienstag vergangener Woche hat Matt deswegen eine Online-Petition auf change.org gestartet - mit riesigem Erfolg. Bis Mittwochnachmittag, also nach gut einer Woche, hatte die Petition gegen die Erweiterung des Schlachtbetriebs 39.430 Unterstützer (Stand Mittwoch, 17 Uhr). Allerdings ist unklar, wie viele Unterstützer der Petition aus der Region kommen. Derartige Daten könne sie nicht nachprüfen, erklärt Matt.

"Wir müssen den Raum für Diskussionen öffnen"

Rein rechtlich kann die 24-Jährige mit ihrer Petition nichts erreichen. Weil der Betrieb nur die Kapazität aufstockt, baulich aber nichts verändert, braucht VTE keine Baugenehmigung. Die Gemeinde Ampfing muss deshalb der Aufstockung nicht zustimmen und seitens des Landratsamtes bedarf es lediglich der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung. Daran ändert auch die Petition nichts. Matt weiß das freilich selbst, hofft aber, mit der Petition dennoch etwas anstoßen zu können. "Auch wenn die Politik rechtlich gesehen alles in trockenen Tüchern sieht, kann die Petition vielleicht eine andere Entscheidung herbeiführen."

Matt wendet sich deshalb mit ihrer Petition direkt an Landrat Georg Huber und den Ampfinger Bürgermeister Ottmar Wimmer. "Wir müssen den Raum für Diskussionen öffnen", fordert die 24-Jährige. Vorhaben wie die Aufstockung bei VTE sollten offener kommuniziert werden, findet Matt. Wenn ihre Petition schon nichts an dem Ampfinger vorhaben ändert, so hofft sie doch, dass zumindest künftig derartige Themen "frei und offen diskutiert" werden.

Kommt eine Demo vor dem Landratsamt?

Matt hat auf change.org kein Ende der Petition definiert. Anfangs hat sie ein Ziel von 100 Unterstützern festgelegt, die Internetseite erhöht das Ziel aber automatisch immer dann, wenn eine bestimmte Zahl Unterstützer gewonnen wurde. Ihre Petition möchte Matt auf alle Fälle dem Landrat übergeben, sie hat ihm auch schon eine persönliche E-Mail zu ihrer Petition geschrieben. Die nächsten Schritte seien noch nicht geplant, sagt Matt. Denkbar ist aber eine Petitionsübergabe im größeren Stil: "Ich bin momentan mit einer Mühldorferin in Kontakt. Die möchte eine Demo vor dem Landratsamt organisieren." Das könne man eventuell mit der Übergabe der Petition verbinden.

Die Gemeinde Ampfing kennt die Petition bereits. "Petitionen wird es immer geben, damit muss man leben", so Bürgermeister Ottmar Wimmer. Für den entsprechenden Bereich gebe es einen Bebauungsplan und so lange sich das Unternehmen daran halte, müsse auch baurechtlich nichts genehmigt werden. Insgesamt passe die Erweiterung des Putenschlachthofs gut zur Gemeinde Ampfing.

bla/redis24; nk/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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