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Nachgefragt bei DB und Fahrgastverband

Keine Rücksicht auf alte Frau mit Krücken bei Bahn-Ausstieg in Ampfing?

Der zweigleisig ausgebaute Bahnhof Ampfing.
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Der Bahnhof Ampfing.

Nahm das Bahnpersonal in einem nächtlichen Zug nach Mühldorf beim Halt in Ampfing nicht Rücksicht auf eine ältere Dame mit Krücken? Wir sind dem Bericht einer Leserin nachgegangen und haben uns bei der Bahn und dem Fahrgastverband „Pro Bahn“ erkundigt.

Ampfing/München „So etwas sollte doch nicht passieren dürfen?“, klagte, sichtlich empört, eine Leserin gegenüber unserer Redaktion. Was war geschehen? „Am Mittwochabend, den 4. Januar, war ich mit dem letzten Regionalzug von München in Richtung Mühldorf am Inn unterwegs.“ Dabei handelte es sich wohl um den RB 40, der in München um 22.28 Uhr abfuhr und planmäßig um 23.28 Uhr in Ampfing halten sollte. „In Ampfing wollten dann ein junger Mann, eine ältere Dame, die nur mit Krücken gehen kann und ich aussteigen“, so unsere Leserin weiter, „Das ging wohl dem Zugpersonal nicht schnell genug, obwohl wir ihr beim Ausstieg helfen und die Türe offen halten wollten, setzte der Zug seine Fahrt fort.“ So habe es das Trio dann nach Mühldorf verschlagen. „Nur widerwillig wurde uns dann eine Taxifahrt zu unserem eigentlichen Ziel erstattet.“

Kein Rücksicht bei Bahn-Ausstieg in Ampfing auf Alte Frau mit Krücken?

„Grundsätzlich sind unsere DB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter darum bemüht, alle Reisenden sicher und pünktlich ans Ziel zu bringen. Wir bedauern, dass die angesprochene Fahrt für die Kundinnen und Kunden nicht zufriedenstellend war. Unsere Lokführer prüfen vor Abfahrt des Zuges, dass alle Türen ordnungsgemäß geschlossen sind. Dabei achten sie auch darauf, dass alle Fahrgäste ein- und gestiegen sind. Aus der Entfernung ist dies aber gegebenenfalls nicht immer sofort ersichtlich“, so eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Nachfrage unserer Redaktion, „Die DB arbeitet kontinuierlich daran, mobilitätseingeschränkten Reisenden den Zugang zu Bahnsteigen und Zügen zu ermöglichen und zu erleichtern. Mobilitätseingeschränkte Reisende können sich beispielsweise vor Antritt der Reise mit der MobiServZentrale (Tel: 030 65212888) in Verbindung zu setzen oder während der Fahrt rechtzeitig auf sich aufmerksam machen. Ausgestattet mit dieser Information kann das Zugbegleitpersonal dann am Zielort darauf achten, dass der Reisende den Zug sicher verlassen kann.“

„Aus unserer Erfahrung heraus stellt der geschilderte Fall kein systematisches Vorgehen der SOB oder anderer Verkehrsunternehmen dar. Die Regel ist, dass das Personal gerade für solche Fälle eigentlich da ist, PRO BAHN lehnt eigentlich deshalb auch einen schaffnerlosen Betrieb ab und fordert ein, dass Züge mit Zugbegleitern besetzt werden. Wenn man nicht selbst dabei war, ist auch schwer nachvollziehbar, wie beide Seiten miteinander kommuniziert haben, möglicherweise hat es da ;gemenschelt‘“, so Norbert Moy vom Fahrgastverband „Pro Bahn“, „Die Haltedauer ist sicher ausreichend bemessen. Im Grunde gibt es immer wieder mal längere Aufenthalt, beispielsweise wenn Fahrräder oder Kinderwägen ausgeladen werden, das mittelt sich aber über den Fahrtverlauf aus. Den Abfahrtszeitpunkt gibt letztlich das angewendete Abfertigungsverfahren vor, in vielen Fällen meldet der Zugbegleiter dem Triebfahrzeugführer die Abfahrtbereitschaft oder der Triebfahrzeugführer stellt selbst über Rückmeldung der Türschließvorrrichtung fest, dass der Zug abfahrtbereit ist. Letzteres wäre beispielsweise bei dem Vorfall denkbar: Die Türen werden für ein gewisse Zeit freigegeben, wenn die Freigabe zurückgenommen ist und die Türen geschlossen sind, ist das Kriterium für Abfahrtbereitschaft erfüllt.“

hs

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