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Missbrauch in der katholischen Kirche: Gutachten belastet Papst Benedikt schwer

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Nach Einsatz als „Saufverein“ und „Hu*******e“ beschimpft

Beleidigung und Hetze: „Dreckige Feuerwehrler von Ampfing“ reagieren mit überragendem Brief

Am Mittwoch (24. November) wurde die Freiwillige Feuerwehr aus Ampfing zu einem Unfall auf der A94 auf Höhe Erharting gerufen. Mit den anschließenden Maßnahmen war eine Frau aus dem Landkreis Altötting nicht einverstanden. Sie beschimpfte die ehrenamtlichen Feuerwehrleute zunächst auf der Autobahn, und später auf Social-Media Kanälen.

Mühldorf/Ampfing - In einem am Montagnachmittag (6. Dezember) veröffentlichten Facebook-Post reagierte die Freiwillige Feuerwehr Ampfing jetzt auf den Vorfall, und richtete sich mit persönlichen Worten an die Frau. Nach Schilderung der Feuerwehr seien die Einsatzkräfte um kurz vor Mitternacht zu dem Einsatz auf der A94 alarmiert worden. Die Aufgabe der Ampfinger bestand bei dem Einsatz darin, eine sogenannte „Verkehrslenkung“ vorzunehmen, und die Einsatzstelle zu sichern.

Feuerwehr aus Ampfing reagiert mit Facebook-Post

Was danach geschah, beschreibt die Freiwillige Feuerwehr aus Ampfing in dem Facebook-Post folgendermaßen: „Am darauf folgenden Morgen erreichte uns ein Video. In dem Video zu sehen: zwei Textnachrichten und dazwischen ein Video von der Autofahrt der Pkw-Fahrerin, die hinter unseren Einsatzfahrzeugen hinterher fährt und uns dabei lautstark und wüst beschimpft.“

Auf Facebook gibt die Feuerwehr Ampfing einen Auszug aus den Kommentaren der Autofahrerin aus dem Kreis Altötting wieder:

So seien Kommentare wie „Bitte (…) gegen die Freiwillige Feuerwehr Ampfing vorgehen“ und „…Saufverein“ geschrieben worden. Auch müsse man „nicht so ein Theater veranstalten“. Vollends für Kopfschütteln bei den Ampfingern dürfte dann die Aussage der Dame gesorgt haben, als sie sich in einem Video über den Unfall auslässt. So soll sie in dem Video nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr gesagt haben: „Ein Toter wird (…) durch so ne drecks Aktion (…) auch nicht wieder lebendig..“

Weiterhin sei zu hören, wie die Fahrerin die Ehrenamtlichen Helfer beschimpft: „Kuckt euch mal diese gottverda**ten Hu*******e an“ und „…die dreckigen Feuerwehrler von Ampfing…“

Wie die Feuerwehr weiter schrieb, sei man mittlerweile schon daran gewöhnt, bei Einsätzen von „anderen beschimpft und blöd angeredet zu werden. Das erträgt man mit der Zeit“. Das Verhalten der Frau aus dem Landkreis Altötting gehe aber eindeutig zu weit. „Hier wurde eine Grenze überschritten - nicht nur uns gegenüber, sondern gegenüber allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Rettungs- und Einsatzkräften.“

Neben der strafrechtlichen Prüfung der Polizei und der Staatsanwaltschaft hat sich Ampfinger Feuerwehr auch in einem öffentlichen Brief persönlich an die betroffene Person gewandt.

Im Wortlaut schreibt die Freiwillige Feuerwehr auf Facebook:

„Hallo Andrea K. [Anm.: tatsächlicher Name geändert],

wir sind‘s, die „Feuerwehrler von Ampfing“. So dreckig ist unsere Einsatzkleidung auch wieder nicht.. hm...

Wir bedauern es natürlich sehr, dass wir Dich und ein paar andere Verkehrsteilnehmer kürzlich spät nachts auf der A94 mit der Verlangsamung des Verkehrs belästigt haben. Im aktiven Feuerwehrdienst sprechen wir hier von „künstlich erzeugtem Stau“.

Nach einem harten und langen Arbeitstag kurz vor daheim davon aufgehalten zu werden, ist sicherlich nicht das, was man sich wünscht. So was sucht man sich nicht aus – auch wir nicht, wenn zur selben Uhrzeit der Alarmempfänger laut wird. Da zählen dann die harten Fakten: Ein Unfall ist passiert, jemand hat einen Notruf abgesetzt, die Leitstelle in Traunstein alarmiert die betreffenden Einsatzkräfte und jahrelang geübte Abläufe und Automatismen werden abgespult.

Man bekommt eine kurze Einsatzmeldung, aber wie die Situation vor Ort dann wirklich ist, zeigt sich erst, wenn man angekommen ist.

Dass wir uns im Fall eines Einsatzes von Beginn an, an die für uns geltenden Vorschriften, Regeln und Bestimmungen halten, und eher weniger an dem orientieren, was Dritte, Unbeteiligte, oder sonstige für richtig oder notwendig halten, wird Dir sicherlich einleuchten. In deinem 16 Stunden Arbeitstag wirst auch Du wohl geltende Regeln und Vorgaben nach besten Wissen und Gewissen eingehalten haben.

Bemerkenswert finden wir, dass Du nach so einem langen und harten Arbeitstag dennoch so aufmerksam und hellwach am Steuer sitzt – sogar mit dem Handy in der Hand *zwinkersmiley*: Ja, wir haben absichtlich ab der Anschlussstelle Mühldorf-West einen sogenannten künstlichen Stau erzeugt. Nicht aus Jux und Tollerei, sondern um die vor uns liegende Einsatzstelle vor dem nachfolgendem, schnellen Verkehr abzusichern. In solchen Situationen wissen wir in der Regel nicht, wie die Situation an der Einsatzstelle wirklich ist.
Das was uns mit dem Alarm mitgeteilt wurde, kann doch ganz anders sein, oder sich seit dem Absetzen des Notrufs verändert haben.

Trümmerteile, andere Fahrzeuge von Ersthelfern oder von bereits eingetroffenen Einsatzkräften, Personen, die auf der Autobahn herumstehen, herumgehen und schlimmstenfalls verletzt oder tot auf der Fahrbahn liegen.

Denkbar wäre natürlich auch, dass sich bereits ein Stau gebildet hat, dessen Ende vielleicht in einer unübersichtlichen Stelle ist oder in einer Nebelbank steht. Gerade in diesem Teilabschnitt der A94 ist nicht selten mit Nebel zu rechnen. Hier den nachfolgenden Verkehr mittels künstlichem Stau zu verlangsamen, schützt auch diejenigen, die eben ansonsten mit Geschwindigkeiten jenseits der 100 Kilometer pro Stunde an die betreffende Einsatzstelle heranfahren würden. Und wenn man ehrlich ist: der Zeitverlust hält sich in Grenzen…

Beleidigungen, Beschimpfungen und Hetze gibt es gerade in dieser pandemischen Zeit genug – wir haben hier keinen Bedarf, weder vor Ort aus dem Auto heraus, noch danach über Social Media oder ähnliches.

Dass wir und alle anderen Freiwilligen Feuerwehren unseren Dienst ehrenamtlich zu 24 Stunden, sieben Tage die Woche machen, wirst Du wissen, ebenso dass wir dies – getreu dem Grundsatz „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ – für die Gemeinschaft und die gesamte Gesellschaft tun – auch für Dich, wenn Du in Not bist.

Dein Aufruf an „alle“, gegen uns „vorzugehen“, irritiert uns sehr – wir finden diesen sehr bedenklich und tatsächlich auch unanständig.

Viel besser fänden wir es zum Beispiel wenn Du uns und unsere ehrenamtliche Tätigkeit im Rahmen einer Fördermitgliedschaft unterstützen würdest.

Der Mindestbeitrag ist nicht sehr hoch, aber die 10 Euro pro Jahr wären auch ein kleiner Beitrag, der in der Summe mit allem Anderen Gutes bewirkt.

Sofern es Dir ein persönliches Anliegen ist, mit uns persönlich doch nochmal ins Gespräch zu gehen, oder gerne auch mehr über die Arbeit der aktiven Wehr zu erfahren, stehen wir Dir jederzeit zur Verfügung – natürlich unter Einhaltung aller Hygienevorschriften…

Beste Grüße,

auch Deine Freiwillige Feuerwehr Ampfing“

Die Autobahnpolizeistation Mühldorf konnte schnell die Tatverdächtige, eine 30-jährige Frau aus dem Landkreis Altötting, ermitteln. Die sachleitende Staatsanwaltschaft Traunstein beantragte einen Beschlagnahmebeschluss für das Mobiltelefon der Dame, welches die Polizei kurz darauf sicherstellen konnte. Die polizeilichen Ermittlungen erhärteten den Tatverdacht gegen die Frau. Sie zeigte sich geständig und einsichtig.

Wie die Autobahnpolizei Mühldorf in einer Pressemitteilung weiter verlauten ließ, wurde gegen die Frau ein Strafverfahren wegen übler Nachrede und Beleidigung eingeleitet. Darüber hinaus beging sie verschiedene Verkehrsordnungswidrigkeiten. Zudem wird der Vorfall der Fahrerlaubnisbehörde gemeldet.

fgr/Facebook Freiwillige Feuerwehr Ampfing

Rubriklistenbild: © Freiwillige Feuerwehr Mößling

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