3D-Seismik in der Region

2. Tag der offenen Tür bei RDG: Aufklärung tut offenbar Not

+
Dass diese Mess-Trucks wirklich Öl suchen ist so nicht ganz korrekt
  • schließen

Ampfing/Landkreise - Wie die RDG dem Öl im Ampfinger Sandstein nachspürt: Davon konnten sich die Besucher beim "Tag der offenen Tür" am Samstag informieren. Vom den Trucks an sich und den Kabeln, die derzeit gesichtet werden bis hin zum geologischem Hintergrund.

Um es gleich vorweg zu sagen: Was da genau passiert, wenn die Trucks der RDG GmbH & Co. KG ihre Vibrationssignale an den Untergrund aussenden, ist ohne Schautafel nur schwer zu erklären. Die Trucks sind zumindest optisch bekannt, fahren sie doch seit einiger Zeit durch die Region. Dann sind da noch diese Kabel, die derzeit im Landkreis Mühldorf verstreut rum liegen, wie Leser von innsalzach24.de berichteten. Trucks und Kabel sind Sender und Empfänger in einer großangelegten Vermessung des Untergrunds. Öl und Geothermie will die RDG damit finden.

Wer am Samstag in Ampfing beim 2. Tag der offenen Tür der RDG vor Ort war, konnte es schon hören und ein ganz klein wenig auch spüren, was da passiert, wenn die Trucks ihre Vibrationssignale aussenden und mehr noch: Man konnte sich informieren. Es geht um den so genannten Ampfinger Sandstein. Da ist – vereinfacht gesagt – Öl drin. Die Vermessung des Untergrunds soll zeigen, wo und vor allem wie dieser Ampfinger Sandstein im Untergrund verläuft. Da die geologischen Schichten nicht gerade verlaufen, gibt es Brüche und Einschlüsse. Die sind es, die gesucht werden.

Die Theorie

Welche Gebiete auf dem Ampfinger Sandstein „sitzen“, ist bekannt: Vom Landkreis Altötting aus gesehen, erstreckt sich diese Schicht im Untergrund von etwa Tüßling aus westlich bis nach Rattenkirchen

3D-Seismik in der Region: Aufklärung tut offenbar Not

Öl ist leichter als Wasser. Soll heißen: Öl sucht sich aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften seinen Weg nach oben. Da sich das Öl – sollte es in einer wirtschaftlich ertragreichen Menge im Ampfinger Sandstein befinden – in seinem mengenmäßigem Vorkommen an sich nicht geortet werden kann, bedient sich die RDG GmbH & Co. KG einer Art Wahrscheinlichkeitsrechnung. Basis dafür sind die Messungen.

Die Praxis

Die Trucks senden ein Vibrationssignal an den Untergrund. Diese Welle wird von unterschiedlichen Schichten unterschiedlich reflektiert. Diese Kabel, die da überall „rum liegen“, sind die Empfänger. Sie registrieren das Echo aus der Tiefe mittels einer elektrischen Spule. Diesen Strom kann man messen. So entsteht soll nach Abschluss der Messungen eine dreidimensionale Karte des Untergrunds entstehen.

3D-Seismik in der Region: Wie die RDG dem Öl im Ampfinger Sandstein nachspürt.

Die Trucks gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen: Eine große Version und eine etwas kleinere. Die großen Trucks werden laut RDG auf dem Land eingesetzt, die kleineren in Stadtgebieten. Beide Modelle verfügen über eine variable Signalstärke. Per Vibrationsplatte – grundsätzlich vergleichbar mit einem Verdichter im Straßenbau – senden sie ein Signal an den Untergrund aus. Es gibt ein theoretisches Raster, wonach die RDG mit den Messtrucks die entsprechenden -punkte anfährt.

Vom Landkreis Altötting aus bewegt sich die Mess-Kolonne westwerts
  • Die Trucks fahren auf den horizontalen Linien. 
  • Die Empfänger, also die "Kabel", sind "drum rum" verteilt. 
  • Entsprechende LKWs mit der "Empfängereinheit" sind jeweils entlang der vertikalen Linien postiert. 

Wenn ein Grundstückseigentümer keine Genehmigung erteilt, dass die RDG - sollte ihn das Raster treffen - dort Messungen vornimmt, dann gibt es eine Toleranz von mehreren hundert Metern. In diesem Bereich hält die RDG ihr geplantes Raster ein für die flächendeckende Vermessung des Untergrunds.

Ob und wann und wo irgendwann Probebohrungen stattfinden, steht heute noch nicht fest. Dazu müssen die vielen Daten erst einmal komplett gesammelt und danach ausgewertet werden. Die Messpunkte im Stadtgebiet Mühldorf und nach Norden und Süden auf den gedachten Linien sind abgearbeitet. Die Trucks bewegen sich nun weiter westwärts

Zurück zur Übersicht: Ampfing

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser