BBV-"Milchpräsident" zur Hochwald-Schließung in Weiding

Günther Felßner: „Das ist, wie wenn Dir jemand das Herz raus reißt“

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BBV "Milchpräsident" Günther Felßner zur Schließung des Hochwald-Werks in Weiding: „Das ist, wie wenn Dir jemand das Herz raus reißt“
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Ampfing/Landkreis: Trotz der Aussichtslosigkeit gibt es noch Hoffnung für das Hochwald-Werk in Weiding. "Milchpräsident" Günther Felßner vom Bayerischen Bauernverband setzt auf gemeinsamen Schulterschluss. 

Im Rahmen der Frühjahrs-Sonderschau von Landtechnik Gruber in Ampfing sprach der stellvertretende Präsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV) Günther Felßner über die derzeitige Einkommenssituation und Perspektiven in der Bayerischen Landwirtschaft. Als der sogenannte „Milchpräsident“ im BBV ging er auch auf die angekündigte Schließung des Hochwald Werkes in Weiding ein.

Nicht nur, dass die Bärenmarke in Bayern zu Hause sei, war dabei sein Thema. Felßner ging in seinem Vortrag auch das Verwertungs-Niveau für Milch ein, das im vergangenen Jahr in Bayern im Schnitt vier Cent höher gelegen habe als im Rest von Deutschland. Auszuweichen auf andere Gebiete, wo Milch billiger ist, könne nicht die Lösung sein. Es gehe darum, wie man die Wertschöpfung in der Region hält und darum, mehr aus dem Qualitäts-Produkt Milch aus Bayern zu machen.

„Das ist für uns schwer vorstellbar“ (Günther Felßner)

Ihre Milch schon bald im Preiskampf verkaufen zu müssen, würde den Bauern auch emotional weh tun, so Freißler. Dabei hätten sie doch eine Marke gehabt, die für all das stehe, was aus den angeschlossenen Zulieferern wie eben auch ihren Abnehmern über die Jahre gewachsen ist:

Die Bärenmarke ist in Bayern daheim und dass sie jetzt nach Holland wandert, trifft das patriotische Herz. Das hat mit dem Markt erst einmal gar nix zu tun“.

Die Bauern hätten sich mit den Jahren mit der Bärenmarke identifiziert. Ihnen das jetzt wegzunehmen, sei neben dem wirtschaftlichen Desaster der emotionale Todesstoß. Wohin mit den vielen Millionen Kilo Milch, für die die Bauern aus der Region jetzt neue Märkte suchen müssen bei der Qualität, die sie liefern?

„Es gibt Hoffnung“ (Günther Felßner)

Der sogenannte „Milchpräsident“ des Bayerischen Bauernverbandes setzt auf den Schulterschluss aus Politik, den Verbänden und letztlich auch den mit den Kunden. Alle Seiten zu betrachten und sich daraus eine qualifizierte Meinung zu bilden und dann anzupacken: Das sei der einzig gangbare Weg für alle Beteiligten und letztendlich auch für den Endverbraucher. „Diese Marke muss in Oberbayern bleiben. Die gehört nicht nach Holland“, sagt Felßner im Interview mit innsalzach24.de.

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