Rettet die Gelbbauchunke!

Auf Stippvisite im Amphibienparadies: Paten erleben Unken-Konzert

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Hoch interessiert verfolgten die angehenden Unken-Paten die Ausführungen von Dr. Andreas Zahn.

Ampfing - „Wir wollen der Gelbbauchunke auch in Mühldorf und Altötting unter die Arme greifen!“ Projektkoordinatorin Dr. Miriam Hansbauer begrüßte über 20 interessierte Naturschützer aus beiden Landkreisen in Ampfing.

Sie waren dem Aufruf „Unkenpaten gesucht!“ gefolgt und wollten nun Gelbbauchunken und deren Lebensraum „live“ erleben. Zunächst ging es zu einer Kiesgrube in Heldenstein. Dieses Gebiet hat der BUND Naturschutz gekauft und bereits in ein wahres Amphibienparadies umgewandelt

Obwohl das Wetter umgeschlagen hatte und ein kalter Wind die Bäume schwanken ließ, waren die Unkenschützer hochmotiviert, sich von Andreas Zahn, dem Amphibienexperten des BUND Naturschutz im Landkreis Mühldorf, Kaulquappen von Laubfrosch und Unke zeigen zu lassen. Er stieg ungeachtet der kühlen Wassertemperaturen barfuß ins Wasser und fischte diverse Larven heraus.

Live-Konzert der Unken überzeugte

Für Nicht-Kenner sind die Unkenlarven nur schwer zu identifizieren.

Vor Ort ergaben sich rege Diskussionen über Möglichkeiten und Herausforderungen beim Unkenschutz. Viele Fragen zum Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ konnten umfassend beantwortet werden. In der Dämmerung besuchten die werdenden Unkenpaten, ein weiteres Unkenvorkommen in der Gemeinde Aschau, wo die Teilnehmer anschaulich erfuhren, was einen guten Unken-Landlebensraum ausmacht.

Als es fast völlig dunkel war, durften die Teilnehmer der Exkursion noch einem wunderschönen Konzert beiwohnen.Am Rand des Laichgewässers saßen etwa 20 Unken und gaben ihre berühmten Unkenrufe zum Besten. Im Schein der Taschenlampe konnten auch einige schwimmende Exemplare genau angeschaut werden. Miriam Hansbauer stellte abschließend fest: „Das war ein überzeugender Abschluss, um sich für eine Patenschaft dieser faszinierenden Tiere zu entscheiden!“

Drei Landkreise sind beteiligt

Das groß angelegte Projekt zum Erhalt der Gelbbauchunke, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht, findet in sechs oberbayerischen Landkreisen statt. Gefördert wird es durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und durch den Bayerischen Naturschutzfonds

Träger des Projektes „Allen Unkenrufen zum Trotz“ sind die Landkreise Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen sowie der BUND Naturschutz in Bayern e. V. mit seinen Kreisgruppen Altötting, Erding, Freising, Mühldorf a. Inn, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen a. d. Ilm. Die beteiligten Landkreise und der BUND Naturschutz e.V. haben zur Umsetzung eine Trägergemeinschaft gebildet, für die der Landkreis Freising die Geschäftsführung übernommen hat. 

Deutschland hat für die Gelbbauchunke besondere Verantwortung

Insgesamt fließen in fünf Jahren 670.000 Euro in verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel, die Bestände der Gelbbauchunke bis zum Ende der Laufzeit am 30. Juni 2021 zu erhöhen. Da ein großer Teil der Weltpopulation von „Bombina variegata“ in Deutschland vorkommt, hat Deutschland für dieses Tier eine ganz besondere Verantwortung.

Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sollen ebenso eingebunden werden wie Gemeinden und Schulen und auch das Wissenschaftszentrum Weihenstephan mit der TU München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Denn gebündeltes Fachwissen und Engagement ist wichtig für das Gelingen des Projektes. Weitere Informationen zum Projekt und zur Möglichkeit der Mitarbeit auf www.gelbbauchunke-bayern.de.

Pressemitteilung Landratsamt Freising

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