Nach Skandal um Transport-Bedingungen für Tiere

Mahnwache vor Ampfinger Puten-Schlachthof Anfang Oktober

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Die Aufnahme des Vereins "Soko Tierschutz" zeigt, wie ein Arbeiter in Ungarn einen Truthahn in einen Tiertransporter schmettert, der die Tiere zur Schlachtung ins 550 km entfernte Ampfing Bayern bringt.
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Ampfing - Im August wurden heftige Tierquälerei-Vorwürfe gegen die Transportbedingungen der im Ampfinger Schlachthof verarbeiteten Puten laut. Nun soll es bald wieder Mahnwachen geben.

Bereits Mitte August hatte Claudia Helbling angekündigt, dass es bald eine neue Mahnwache gegen den Schlachthof geben werde. "Wir haben nie aufgehört", ging sie damals auf Fragen aus unserer Leserschaft danach, was aus den Protestveranstaltungen gegen den umstrittenen Betrieb in der jüngsten Zeit geworden sei. "In der letzten Zeit haben wir nur nicht mehr so sehr die Aufmerksamkeit der Medien erhalten." Schon seit vielen Jahren organisiert sie den Protest gegen den Schlachthof mit.

Facebook-Seite gestartet

Die nächste Mahnwache fände in der Nacht von Mittwoch den 2. auf Donnerstag den 3. Oktober im Zeitraum von 19 bis 3 Uhr statt. "Wir, Tierversuchsgegner München – Menschen für Tierrechte schließen uns gemeinsam mit unseren Mitstreiter von TierrechteAktiv e.V. Regensburg viermal im Jahr den deutschlandweiten Mahnwachen 'Ein Licht der Hoffnung' an", berichtet Helbling. "Aufgerufen von Daniela Böhm, mit ihrem Verein 'Ein Licht der Hoffnung'."

"Mit Kerzen und Plakaten stehen wir regelmäßig am Putenschlachthof Ampfing, um auf das unermessliches Leid der Puten aufmerksam zu machen", so Helbling. "Bis zu 32.000 Lebewesen müssen täglich an diesem Ort ihr Leben lassen. Leider werden diese wunderbaren und schönen Vögel immer noch zu wenig gesehen und deshalb haben wir extra für sie eine Facebook-Seite gegründet mit dem Namen 'Pute Mathilda gegen die Fleischindustrie'. Pute Mathilda ist eine gerettete Pute aus einem Mastbetrieb, die ihre Freiheit auf dem Lebenshof 'Ein Land für Tiere' genießen darf. Auf dieser Seite werden auch alle Termine bekannt gegeben!"

"Wir möchten auch mit diesem friedlichen Protest ein Zeichen setzen und unsere Trauer aufzeigen, weil ihnen nicht helfen können", erklärt sie abschließend. "Der Schmerz dieser Tiere ist groß und es liegt an jedem Einzelnen dieses Verbrechen an unseren Mitbewohnern zu verhindern."

"Soko Tierschutz" beklagte Transportbedingungen

Anfang August wandte sich der Verein "Soko Tierschutz" mit heftigen Vorwürfen an die Öffentlichkeit. Im Ampfinger Puten-Schlachthof verarbeitete Tiere müssten zuvor einen qualvollen Transport von einem Zuchtbetrieb in Ungarn aus erdulden und das Fleisch würde dann durch eine Gesetzeslücke als aus Bayern deklariert, so die "Soko".

Eine Mahnwache gegen den Schlachthof im Jahr 2015.

Das Unternehmen erklärte in der Folge, dass 90 Prozent seines Putenfleischs aus Deutschland stammen würde. Der Betrieb in Ostungarn werde bis zur Klärung der Vorwürfe keine Puten mehr nach Ampfing liefern. Bisher hätten sich jedoch aus den Transport- und Veterinärprotokollen keine Hinweise auf mögliche Tierschutzvergehen ergeben."Bei dem angesprochenen Putentransport aus Ungarn wurden keine Auffälligkeiten festgestellt", erklärte auch das Landratsamt Mühldorf am Inn auf Nachfrage von innsalzach24.de.

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) äußerte sich. Er forderte, es müsse gegen irreführende Kennzeichnung vorgegangen werden. Produktion und Schlachtstätten sollten künftig näher beieinander liegen. 

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