Vor allem im Bereich Isen bei Ampfing

Hundehalter aufgepasst: Landratsamt Mühldorf warnt vor Giftködern

Ampfing - Immer häufiger werden Hunde in unserer Region Opfer von Giftköderanschlägen. Schon mehrere Hunde mussten qualvoll sterben. Nun bittet auch das Landratsamt Mühldorf um besondere Achtsamkeit.

Es ist das Aufreger-Thema unter Hundehaltern und Tierfreunden in der Region: Die Giftköder-Anschläge auf Vierbeiner in unserer Region. 


Der letzte Fall stammt vom 22. Januar in Kirchweidach. Nachdem ein Hund etwas "kleines Rotes" gegessen hatte, musste er sich übergeben. Drei weitere Fälle im Januar wurden aus dem Gemeindebereich Halsbach gemeldet. Die Hunde zeigten Vergiftungserscheinungen und überlebten nur knapp.

Anfang Januar verstarb sogar ein Hund im Raum Halsbach, nachdem er beim Gassigehen offenbar einen Giftköder gefressen hatte. Im Anschluss erstattete die Hundebesitzer Anzeige bei der Polizei Burghausen.


Ampfing: Landratsamt Mühldorf warnt

Nun empfiehlt das Landratsamt Mühldorf am Inn Hundehaltern auch im Gemeindegebiet Ampfing, ihre Tiere im Bereich zwischen der Isen und der Isenarme (Feldlohkanal) von Peitzabruck bis zur Grünen Lagune nur angeleint auszuführen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich in dem genannten Gebiet Giftköder befinden. Daher sollte unbedingt vermieden werden, dass die Hunde Gegenstände unbekannter Herkunft vom Boden aufnehmen.

Bislang sei ein Fall der Aufnahme des Gifts Carbofuran durch einen Hund nachgewiesen worden. Es handelt sich hierbei um ein seit über 10 Jahren in der EU verbotenes Insektizid. Leitsymptome beim Hund sind Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Zittern und Krämpfe. Eine rasche tierärztliche Behandlung ist dringend erforderlich. 

Das Landratsamt bittet, bei verdächtigen Funden von Fleisch, Schlachtabfällen o.ä., insbesondere mit gelber oder violetter Verfärbung die Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn, Tel. 08631-36730 zu benachrichtigen.

Weitere Fälle in unserer Region

Auch im Raum Traunstein waren in den letzten Monaten bereits mehrfach Haustiere vergiftet worden. Zuletzt musste im November ein Hund eingeschläfert werden, weil er Vergiftungserscheinungen und Verätzungen im Maul aufwies. Allein im Bereich Bernau/Prien sind zuletzt sieben Hunde qualvoll gestorben. Auch sie Starben an den Folgen von gefressenen Giftködern. Fünf Vierbeiner hatten Glück und überlebten knapp.

Daran können Sie eine Vergiftung erkennen:

  • Übelkeit, Erbrechen, Sabbern 
  • Durchfall, evtl. blutig 
  • Mattigkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit 
  • Appetitlosigkeit 
  • blutiges Zahnfleisch, blutige Augenschleimhäute, Blutansammlungen in der Haut (fortgeschrittenes Stadium!)

Polizei kann nur bei Anzeige aktiv werden 

Grundsätzlich kann die Polizei nur tätig werden, wenn die Bevölkerung sich auch an die Behörden wendet. Von den sieben toten Hunden wurde nur ein Fall bei der Polizei gemeldet.

mz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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