Mutige Aktion verhindert Schlimmeres

Diese Landschaftsgärtner hielten Geisterfahrerin auf der A94 bei Ampfing auf

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Holger Knuth (l.) und Albin Wieser (r.) haben durch ihren couragierten Einsatz Schlimmeres verhindert. 
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Ampfing – Vier Landschaftsgärtner zögerten keine Sekunde und handelten gedankenschnell, indem sie eine Geisterfahrerin auf der A94 stoppten. Durch ihre Aktion verhinderten sie wahrscheinlich einen schlimmen Unfall. Wir haben mit ihnen gesprochen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – diese Redewendung passt perfekt auf den Vorfall, der sich am Dienstag, 27. August, auf der A94 bei Ampfing ereignet hatte. Albin Wieser, Holger Knuth, Adrian Cotos und Josef Aicher - vier Landschaftsgärtner von der Landschaftspflege Mayer aus Chieming/Hart – staunten nicht schlecht, als sie bei einer Besprechung an der Autobahnausfahrt Mühldorf West Richtung München einen PKW beobachteten, der von der Auffahrt plötzlich in die andere Richtung fuhr. Die Übeltäterin war eine 88-jährige Rentnerin, die sich verfahren hatte und ihren Fehler ausbügeln wollte.

An dieser Stelle bog die Geisterfahrerin links ab, als sie bemerkte, dass sie sich verfahren hatte.

Gedankenschnell machten die Landschaftsgärtner, die zu diesem Zeitpunkt die Mäharbeiten an der Autobahn durchführten und das weitere Vorgehen besprachen, jedoch instinktiv das Richtige. „Wir mussten schauen, dass der Verkehr abgebremst wird und die Geisterfahrerin mit ihrem Auto wieder von der Fahrbahn runterkommt“, berichtet Wieser. Und sprintete mit seinen Kollegen auf die Fahrbahn und bremsten die Rentnerin aus.

Knuth dagegen versuchte den ankommenden Verkehr zu warnen: „Ich hatte meine orangefarbene Arbeitskleidung an und habe versucht mit einer Armbewegung den Verkehr zu stoppen. Gott sei Dank hat das geklappt“.

Rund eine Minute parkte die Geisterfahrerin auf der Überholspur

Eine brenzlige Situation mussten sie dabei überstehen, als ein Auto sehr rasant unterwegs war. „Zum Glück hat der Fahrer noch rechtzeitig abbremsen können“, erzählt Albin. Rund eine ganze Minute stand die Rentnerin auf der Überholspur. Für Albin machte die 88-Jährige einen verwirrten Eindruck. Zudem habe sie sich auch noch im Auto eingesperrt gehabt. Doch letztendlich konnten die Landschaftsgärtner die Geisterfahrerin dazu bewegen, auf den Seitenstreifen zu fahren.

Hier berichten Albin Wieser und Holger Knuth von ihrer Heldentat:

Doch auch ein weiterer glücklicher Zufall sorgte dafür, dass es zu keinem Unfall kam. Direkt hinter der Geisterfahrerin fuhr ein Krankenwagen vom RTW Haag. Dieser hielt sofort an und schaltete Blaulicht an, um auf die Gefahr hinzuweisen. Auch im Anschluss kümmerte sich der Rettungsdienst um die Rentnerin.

Die Landschaftsgärtner haben zwar schon einige kuriose Sachen bei Mäharbeiten an der Autobahn erlebt, einen Geisterfahrer allerdings noch nicht. Zum Glück ist es in diesem Fall dank des couragierten Handelns der Männer zu keinem tragischen Unfall gekommen. Die Rentnerin muss wegen Gefährdung des Straßenverkehrs nun mit einer Anzeige rechnen.

jz

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