Am Dienstagabend bei der RDG in Ampfing

560.000 Tonnen Erdöl im Sandstein: Im Herbst soll gebohrt werden

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Ein schematischer Plan für die Bohrungen der RDG in den Ampfinger Sandstein.
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 Ampfing – 560.000 Tonnen: Diese Menge Erdöl vermutet die RDG GmbH im Sandstein. Jetzt wissen die Experten auch, wo genau es zu finden ist.

560.000 Tonnen Erdöl sollen noch im Sandstein „stecken“: Das ist noch mal so viel, wie bereits gefördert worden war. Klar, dass man an dieses schwarze Gold von Ampfing ran will. Das Problem dabei bisher: Man wusste nicht genau, wo es liegt.

Mit Hilfe der 3D-Seismik haben die Experten der RDG GmbH ein genaues Lagerstättenmodell erstellt. Das liegt jetzt vor. „Wir wissen jetzt, wo genau das verbliebene Erdöl mit hoher Wahrscheinlichkeit zu finden ist und erkennen auf den Bildern die Untertage-Stellen, an denen sich das Erdöl aufgrund der geologischen Gegebenheiten gesammelt hat“, erklärte RDG-Geschäftsführer Ernst Burgschwaiger am Dienstagabend auf einer entsprechenden Infoveranstaltung in Ampfing.

Der zeitliche Ablauf der 3D-seismischen Untersuchungen in den Landkreisen Altätting und Mühldorf. 

Es geht um die Brüche

Stehen wir auf freier Flur auf einer Wiese ist unter unseren Füßen erstmal eine Schicht Erde. So weit, so klar. Tiefer und tiefer unter uns sehen die Schichten anders aus. Auch klar. In den betreffenden Gebieten in den Landkreisen Altötting und Mühldorf, die auf dem sogenannten Ampfinger Sandstein liegen, kommt irgendwann – richtig – der Ampfinger Sandstein. Um diese Schicht geht es.

Was die Experten besonders interessiert hat: Wo sind die Brüche im Ampfinger Sandstein?

Was die Experten auf der Suche nach dem verbliebenen Erdöl besonders interessiert hat, sind die Brüche in den Schichten, speziell natürlich die im Ampfinger Sandstein. Was passiert an den Bruchstellen? Vereinfacht gesagt: Das Erdöl sammelt sich. 1.900 Meter unterhalb von in etwa Mettenheim soll das beispielsweise der Fall sein.

So geht es weiter

In diesem Jahr plant die RDG zwei Bohrungen vom bestehenden Bohrplatz in Ampfing aus. Voraussetzung sind Genehmigungen vom Bergamt Südbayern. „Die zwei Bohrungen werden in unterschiedliche Richtungen abgelenkt, womit wir mehrere Untertageziele erreichen“, erklärt Burgschwaiger. Übertage werden die beiden Bohrer laut Burgschwaiger nur wenige Meter auseinander stehen. Der bisherige Bauplatz müsse geringfügig erweitert werden.

So ein Bohrtrum kommt zum Einsatz

Die Errichtung des bisherigen Bohrplatzes im Zeitraffer (Copyright: RDG GmbH):

Stimmen:

Die RDG GmbH setzt auf Transparenz. Regelmäßig gibt es im Büro in Ampfing Infoveranstaltungen, Ämter und politische Entscheidungsträger wolle man immer auf dem aktuellen Stand halten, so die RDG GmbH. Am Dienstagabend waren es etwas mehr als ein Dutzend interessierte Bürgerinnen und Bürger, die in das Büro kamen. Ein Besucher mahnte an, mit dem Öl sorgsam umzugehen. Seiner Meinung nach müsse ein Umdenken stattfinden. Erdöl nur der Verbrennung zuzuführen sei bei knapper werdenden Ressourcen der falsche Weg

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