Bauplanung an der A94: Harte Töne im Gemeinderat

Ampfing - Heftig aneinander geriet Bürgermeister Wimmer im Gemeinderat mit Rainer Stöger. Das Grünen-Gremiumsmitglied hatte sich gegen das Baugebiet in Autobahnnähe ausgesprochen.

Die Planungen laufen schon lang. Nördlich der A 94, im Bereich Fasanen-, Waldkraiburger und Frühlingsstraße, soll ein neues Wohn-, Misch- und Gewerbegebiet entstehen. "Aber die ganze Planung bereitet mir arge Bauchschmerzen", sagte Rainer Stöger am Dienstag im Gemeinderat - und trat damit eine gewaltige Diuskussion los.

"Das ist ja so weit von kommunalpolitischer Vernunft entfernt, dass ich doch mehr als erstaunt bin", sagte Bürgermeister Wimmer. Und weiter: "Entweder haben Sie, Herr Stöger, die Gemeindepolitik in den letzten zehn Jahrern nicht verfolgt oder nicht kapiert." Schließlich habe Stöger als Gremiumsmitglied dem Erwerb der Grundstücke dereinst zugestimmt und gewusst, was geplant sei.

"Wir wollen Arbeitsplätze für Ampfing schaffen", so der Gemeindechef. Von der von Stöger beantragten Rückstellung der Entscheidung über den Flächennutzungsplan - "damit sich alle hier noch einmal Gedanken machen können", hielt er nichts.

Genauso sah es Willi Trautmannsberger (UWG): "Es sind unsere Kinder, die mal in Ampfing wohnen werden und dann froh sind über die Arbeitsstellen." Die Ausweisung des 80 000 Quadratmeter großen Areals als Gewerbegebiet bezeichnete er als "zukunftsweisende Maßnahme.".

Doch Stöger hielt weiter dagegen: "Ampfing soll seinen Status halten, aber nicht noch mehr Flächen verbrauchen." Doch um den Status zu halten, so Bürgermeister Wimmer, "müssen wir uns weiterentwickeln." Und gerade in diesem Gebiet ginge das nur mit Gewerbe, denn - wie Gabriele Herian (CSU) anmerkte, "direkt an der Autobahn will ja auch gar keiner wohnen."

"Ich bin da anderer Meinung als ihr, wenn es um Sachen Weiterentwicklung geht", gab Stöger als Schlusswort ab. Doch seine Weigerung, der Bauleitplanung stattzugeben, führte schlussendlich zu nichts: Alle anderen Gremiumsmitglieder votierten für die weiteren Planungen. Applaus für diese Entscheidung gab es dann auch noch von den Zuschauern.

Auf einen Schlag wird das Gebiet ohnehin nicht bebaut: Der Flächennutzungsplan ist auf mindestens zehn bis fünfzehn Jahre ausgelegt.

bst

Rubriklistenbild: © pa

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