Gemeinderat beschließt Neubau für 1,6 Millionen Euro - 48 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren

Ampfing baut eine Kinderkrippe

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Auf dem Grundstück neben dem alten Jahn-Stadion soll die Kinderkrippe der Gemeinde entstehen. Rund 1,6 Millionen Euro soll der Bau kosten. Damit soll sichergestellt sein, dass ab 2013 jedem dritten Kind ein Betreuungsplatz garantiert ist. Foto nl

Ampfing - Eine Kinderkrippe mit 48 Betreuungsplätzen will die Gemeinde Ampfing bauen, das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Derzeit leben 133 Kinder unter drei Jahren in der Gemeinde. Aus dieser Bestandsfeststellung und der Fortschreibung über die kommenden Jahre habe sich der Bedarf von vier Gruppen für je zwölf Kinder ergeben, erklärte Bürgermeister Ottmar Wimmer. Er präsentierte den Räten das Planugskonzept der Gemeinde.

Am Ende des Jahnwegs am ehemaligen Sportstadion soll der Neubau der Kinderkrippe laut Plan entstehen. Auf 800 Quadratmetern auf einer Ebene sind die Gruppenräume und ein großer Mehrzweckraum geplant. Der Parkplatz des Sportstadions könne gleichzeitig den Eltern als Parkplatz dienen, wenn sie ihre Kinder zur Krippe bringen, so Wimmer. Rund 1,6 Millionen Euro soll der energiesparende Neubau mit Wärmerückgewinnung kosten. Gut eine Million Euro könne auf Antrag vom Bund bezuschusst werden.

Nötig wird die Kinderkrippe wegen des Kinderfördergesetzes, das ab 2013 jedem Kind unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz garantiert. Bis 2013 soll eine Betreuungsmöglichkeit für jedes dritte Kind bestehen, erklärte der Bürgermeister. Und in Ampfing sei auch in Zukunft mit Kinderzuwachs zu rechnen, so Wimmer. Aufgrund der guten Infrastruktur mit Autobahnanschluss und zweigleisiger Bahnstrecke sowie den unbebauten Flächenreserven sei in den kommenden Jahren mit Ansiedlung weiterer Unternehmen und einem Einwohneranstieg um rund 20 Prozent zu rechnen.

Auch Google-Street-View stand noch einmal auf der Tagesordnung des Rates. Rainer Stöger (Bündnis 90/Die Grüne) hatte beantragt, Widerspruch gegen das Fotografieren der gemeindlichen Liegenschaften durch den Internetdienst, der derzeit deutsche Straßenzüge für die Veröffentlichung im Internet ablichtet, einzulegen. Bei gemeindlichen Liegenschaften ohne erhöhte Sicherheitsrelevanz sehe er dazu keinen Grund, wandte Dr. Marcel Huber (CSU) ein. Die Gemeinde habe eher ein Interesse daran, dass ihre Einrichtungen gefunden werden. Nicht die Veröffentlichung an sich, sondern die mögliche Vernetzung mit persönlichen Daten sei problematisch, entgegnete Stöger. Bei einer Gegenstimme hat der Gemeinderat den Antrag auf Widerspruch gegen die Veröffentlichung abgelehnt.

Das Verwaltungsgericht hat den ablehnenden Bescheid der Gemeinde gegen die zwölf Quadratmeter große Plakatanschlagtafel an der Zangberger Straße gekippt, informierte Wimmer die Räte. Grund sei, dass keine gemeindliche Gestaltungssatzung vorliege. Der Rat hat beschlossen, eine Mustersatzung vom Gemeinderat anzufordern, die im nächsten Bauausschuss beraten werden solle, um Höchstgrößen für Werbetafeln auf Privatgrundstücken festzulegen.

Auch die Satzung der Feuerwehr musste geändert werden, aber nur formal, nicht inhaltlich: Gemäß der neuen Mustersatzung muss § 7 zur Anzeigepflicht bei Schäden nicht mehr auf die Rentenverordnung, sondern auf das Sozialgesetzbuch verweisen. Der Beschluss zur Satzungsänderung fiel einstimmig. Ebenso wie ein Bauantrag auf Baugrenzenbefreiung auf dem Grundstück Am Vorland 13 sowie die dritte Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans Nr. 34 "Schickinger Straße".

Zu Beginn der Sitzung hatte Zweiter Bürgermeister Georg Buchner den Bürgermeister mit einem Geschenkkorb und einem Sektempfang zu seinem 20-jährigen Dienstjubiläum überrascht. Sichtlich bewegt bedankte sich Ottmar Wimmer beim Gemeinderat: "Die letzte Etappe werden wir auch noch meistern." nl

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser