Amnestie für illegale Waffen nur noch bis Mittwoch

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Der Herr der Gewehre: 300 Waffen sind bereits im Landratsamt abgegeben worden, 50 davon waren illegal, berichtet Erich Kozel.

Mühldorf - Noch bis Mittwoch können illegale Waffen im Landratsamt abgegeben werden. Danach setzt es Strafen.

Nach Ablauf der Amnestiefrist am 31. Dezember wird der illegale Besitz von Waffen wieder als Straftatbestand mit Geld- oder sogar Freiheitsstrafen geahndet, sagt das Bayerische Innenministerium. Im Landkreis besteht die letzte Gelegenheit zur Abgabe am heutigen Montag., morgen und am 30. Dezember zu den Öffnungszeiten von 8 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr.

Die Landkreisbürger haben von der Möglichkeit zur straffreien Entsorgung ihrer nicht angemeldeten Waffen bisher regen Gebrauch gemacht, berichtet Erich Kozel, Fachbereichsleiter öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt. 300 Waffen seien abgegeben worden, Gewehre genauso wie Pistolen und Munition, "darunter allerdings lediglich 50 illegale", sagt Kozel, "Die übrigen Eigentümer wissen um die verschärften Aufbewahrungsvorschriften und geben die Waffen lieber ab, als sich einen vorschriftsmäßigen Waffenschrank zu kaufen."

Abgegeben wurden überwiegend Langwaffen, die meist schon immer im Haus waren und von Generation zu Generation vererbt worden seien, erzählt Kozel. Trotzdem war kaum einer der Besitzer verärgert. "Die meisten sind nicht nur verständnisvoll, sondern ganz froh, auf die Art eine jahrelange Belastung los werden zu können."

Aus ganz Bayern sind über 20.000 Waffen beim Landeskriminalamt eingetroffen. Dorthin werden auch die Waffen aus dem Landratsamt Mühldorf per Polizeitransport gebracht. Dann werden sie überprüft, zerlegt und vernichtet. Bis dahin lagern sie im Tresorraum des Landratsamtes, sicher verschlossen hinter einer dicken Stahltür. Ein besonders wertvolles Stück sei nicht darunter, sagt Kozel, "Es sind aber schon ganz gut erhaltene Waffen, manche sogar noch originalverpackt." In den letzten Tagen vor Weihnachten seien noch verhältnismäßig viele Waffen abgegeben worden, so Kozel, "ich rate dazu, die letzte Gelegenheit zwischen den Jahren zu nutzen."

"Viele Altbesitzer werden sich aber wahrscheinlich erst von ihrer Waffe trennen, wenn sie in den nächsten Wochen aufgefordert werden, die ordnungsgemäße Aufbewahrung nachzuweisen", vermutet er. Bei Kontrollen in den letzten Tagen hätten sich einige Besitzer auch gleich freiwillig von ihren Waffen getrennt. Die landkreisweite Prüfung der vorschriftsmäßigen Aufbewahrung wird in den nächsten Wochen beginnen.

Als Konsequenz des Amoklaufs von Winnenden haben Bundestag und Bundesrat verschärfte Aufbewahrungsvorschriften für Waffen in Privatbesitz beschlossen. Vor allem der Zugang für Kinder und Jugendliche zu großkalibrigen Schusswaffen solle erschwert werden. Jeder Waffenbesitzer muss künftig bereits bei der Beantragung der Waffenerlaubnis nachweisen, dass Waffen und Munition in einem speziellen Waffenschrank vor Zugriff Dritter geschützt werden, dazu reicht der Kaufbeleg für einen Waffenschrank oder etwa das Foto des Typenschildes, so das Bayerische Innenministerium. Auch Altbesitzer müssen die sichere Verwahrung nachweisen, die Waffenbehörden können das auch ohne begründete Zweifel kontrollieren. nl

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