Trinkwasser Töging: "Alarmierender Zustand"

Töging - "Alarmierendes Überschreiten von Grenzwerten" und "Bau von Sportanlagen trotz Verbots" - So steht es in einer Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts Traunstein von 1991.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Mühldorfer Anzeiger:

„Alarmierender“ Zustand

„Alarmierendes Überschreiten der Pflanzenschutzmittel-Grenzwerte“ im Trinkwasser-Erschließungsgebiet, der Bau von Sportanlagen „trotz Verbotes in der einschlägigen Schutzgebietsverordnung“ – diese Aussagen stehen in einer Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein vom Februar 1991 zur Neuaufstellung des Töginger Flächennutzungsplans.

Darauf hat Heinrich Hiemesch vom Waldkraiburger Ingenieurbüro für Geotechnik und Wasser IGEWA in einem Prübericht zum Töginger Trinkwasser hingewiesen. Hiemesch hatte in seinem Bericht für die Staatsanwaltschaft Traunstein deshalb von einem „abschlägigen Bescheid“ gesprochen, wobei mit dem in der Diskussion umstrittenen Begriff „Bescheid“ von Hiemesch eine Stellungnahme, die des Wasserwirtschaftsamtes, gemeint war.

Keine Einwände zur Bauvoranfrage

Dagegen hat das Wasserwirtschaftsamt Traunstein in einer Stellungnahme vom März 1991 zur Bauvoranfrage des SSV Töging zum Bau zweier Tennisplätze beim Sportheim Harter Weg keine Einwände geäußert.

Den Zusammenhang hat Günter Hopf, Leitender Baudirektor am Wasserwirtschaftsamt Traunstein, auf Anfrage der Heimatzeitung und in Rücksprache mit Hiemesch geklärt. Ausgangspunkt dieser Stellungnahme war Hopf zufolge nicht das Sportheim, sondern ein Entwurf des Flächennutzungsplanes aus dem Jahr 1989. Hiemesch zufolge lag diese Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes im Rathaus in der „Bauakte Harter Weg 6A (Sportheim)“. Das Wasserwirtschaftsamt fordert darin neben einem hydrogeologischen Gutachten zur Überplanung des Wasserschutzgebietes, das derzeit im Auftrag der Mettenheimer Gruppe erstellt wird, auch das Bestreben der Stadt Töging, „baldmöglichst zusätzliche Wasserbezugsmöglichkeiten zu erkunden“.

Trinkwasser in Töging

Beim Sportheim am Harter Weg im Wasserschutzgebiet Zone II liegt ein Abwasserkanal, der eine Ursache für die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen angeblich fehlerhaften Umgangs mit dem Kanal war.

Entscheidung fällt im Stadtrat

Der Prüfbericht Hiemeschs war im Zuge einer Anzeige eines Töginger Bürgers vom September 2009 gegen die Stadt Töging wegen möglicherweise nicht ausreichender Kontrollen eines Abwasserkanals im Wasserschutzgebiet erstellt worden. Eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft, ob und gegen wen Klage erhoben wird, steht noch aus.

Eine Entscheidung über den Anschluss Tögings an die Mühldorfer Wasserversorgung oder ein Überplanen des Wasserschutzgebietes soll in der Stadtratssitzung am kommenden Mittwoch, 22. Dezember, fallen.

rob/Mühldorfer Anzeiger

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