Mühldorfer Sängerbund und seine Mitmusikanten füllten die Aula des Beruflichen Schulzentrums

Adventssingen begeisterte die Besucher

Mühldorf - Wieder war die dezent mit Nadelbäumen und Weihnachtssternen dekorierte Aula der Berufsschule II voll besetzt und die Besucher erlebten ein buntes und anheimelndes Programm aus Musik und Gesang zur Adventszeit.

Einst lag es in der Obhut der Volkshochschule, jetzt kümmert sich seit Jahren der Sängerbund mit der unermüdlichen Christel Mück an der Spitze um die Veranstaltung. Hoch oben von der Empore im Rückraum eröffnete die Mühlbergmusi aus Altmühldorf, ein Quartett mit der besonderen Besetzung Trompete, zwei Tenorhörner und große Tuba, das stimmungsvolle Konzert und erklang immer wieder im Programm mit zunächst besonders zarten, später kräftigeren munteren altbayerischen Weisen in ausgezeichneter Intonation und Dynamik.

Aus dem Raum Isen waren die Westacher Musikanten und die Westacher Sänger zu Gast. Ganz innig und zu Herzen gehend musizierten die drei Männer und eine Frau mit Harfe, Hackbrett, Kontrabass und wechselweise Gitarre und Akkordeon und brachten vorweihnachtliche Stimmung in die Herzen der lautlos lauschenden Zuhörer.

Die Sänger, ein Viergesang aus gestandenen Mannsbildern mit Harfenbegleitung, trugen mit angenehm ausgeglichenen Stimmen und für den Tenor auch in großer Höhe noch mit blitzsauberer Intonation Lieder vom Geschehen von damals vor, wie zum Beispiel "Rorate, ach tauet ihr Himmel herab", oder vom Engelsbesuch bei Maria "Vor mir brauchst di net fürchtn", vom Kaiser Augustus und seinem Befehl oder das neuere Lied "Es wird ein Stern aufgehen".

Etwa in der Mitte des 90 Minuten dauernden Programms wurde es lebendig auf der Bühne. Der Flossinger Kinderchor unter Betreuung von Ch. Ferber-Schubeck und Evi Reinhart marschierte auf. Ganz ungeniert nahm die "Buzlwar", teilweise zum ersten Lied passend kostümiert, Aufstellung. Vier größere Mädchen mit zwei Querflöten, Gitarre und Xylophon spielten jeweils ein kurzes Vorspiel und dann sangen die Kleinen herzerfrischend, kräftig und tonlich ganz genau und sauber drei Lieder von der viel beschäftigten Weihnachtsbäckerei, von Wünschen, die wie Sterne zum Himmel geschickt werden, und von dicken roten Kerzen, die das nahe Weihnachten erahnen lassen. Wie alle Jahre erhielten die Kinder zu Recht lautstarken Zwischenapplaus.

Mit acht alpenländischen Chorliedern war der veranstaltende Sängerbund selbst im Programm vertreten. Die Sängerinnen und Sänger bewiesen dabei großes gesangliches Geschick, fielen durch ausgesprochen deutliche Artikulation der Texte auf und boten fürs Auge mit ihren Trachtenkleidern einen wunderschönen Anblick.

Ihr neuer Chorleiter, Klaus Rohra, hat spürbar das Jahr über mit dem Chor ernsthaft gearbeitet und führte ihn jetzt mit sicherer Gestik, mit deutlichen Handbewegungen und dynamischen Zeichen zu einem sehr schönen Erfolg. "Jetzt fangen wir zum singen an" hieß es gleich beim ersten Lied, es folgten "In Nacht und Dunkel liegt die Erd'", "Die Herbergssuche" nach einem klangvollen Satz von Fritz Gerneth oder "Ihr Hirten erwacht" nach einem ebenso schönen Satz von Josef Rolle, zwei Männern, die selbst einmal Chorleiter des Sängerbundes waren.

Und dann saß da noch Hildegard Greipel als Sprecherin auf der Bühne. Ihr gelingt es jedes Jahr wieder wunderschöne, teils besinnliche, teils humorvolle Texte ausfindig zu machen und sie mit bewundernswerter Vortragstechnik darzubieten; sei es das Mundartverserl "I gfrei mi aufn Advent" oder die Geschichte von der Brandner Lies, die dem Herrn Pfarrer keinen Schnaps mehr geben will, weil er in der Predigt über sie gesprochen hat, oder die Geschichte vom Studenten als Nikolaus, der erleben muss, dass sich der große Bub der Familie mehr fürchtet als das kleine Mädchen, weil "Frauen eben von Natur aus mutiger sind", und schließlich die Sache mit dem drehbaren Christbaumständer, der plötzlich verrückt spielt, wofür die Sprecherin einen großen Zwischenapplaus erhielt.

Ganz zuletzt stimmte der Chor den Andachtsjodler an und bei der Wiederholung fiel das Publikum in die schöne Weise ein. Reich beglückt kehrten die Besucher nach diesem besinnlich-fröhlichen Abend durch den neu fallenden Schnee nach Hause zurück. lt

Rubriklistenbild: © dpa

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