Die A94 soll bis 2018 fertig sein

+
Die Arbeiten an der Einhausung bei Ampfing haben begonnen und sollen in zwei Jahren abgeschlossen sein. Danach stehen weitere sechs Jahre Bauzeit für die Autobahn an.

Mühldorf - Die Autobahn A94 soll Richtung München bis 2018 fertig sein. Das sagte Christian Rehm bei der Jahreshauptversammlung des Vereins "Ja zur A94".

Er legte einen Zeitplan vor, der bei Vereinsvorsitzendem Günther Knoblauch nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß.

Knoblauch kritisierte vor allem die vorgesehene Vorbereitungszeit von jeweils einem Jahr auf den Abschnitten zwischen Forstinning und Dorfen und zwischen Dorfen und Heldenstein. Autobahn-Projektleiter Rehm hatte die Vorbereitungszeit mit dem Hinweis auf die schwierigen Baubedingungen in diesen Abschnitten begründet. Vor allem der voraussichtlich komplizierte Kauf von Grundstücken entlang der Trasse und die Notwendigkeit großer Autobahnbrücken machten das Vorbereitungsjahr nach den zu erwartenden Prozessen vor Gericht nötig. Erst danach, so Rehm, könne der Bau begonnen werden.

Rehm rechnet vor allem beim Grundstückskauf mit erheblichen Problemen. Bis Dorfen müsse die Autobahndirektion 600 Grundstücke von 290 Grundstückseigentümern kaufen, bei der Hälfte von ihnen rechnet Rehm mit Widerstand. In diesem Fall müsse die Autobahndirektion ein Besitzeinweisungsverfahren einleiten, das im Landratsamt Erding abgewickelt werde. Dort sei allerdings nur eine Juristin dafür tätig.

Während für den westlichen, 17,6 Kilometer langen Abschnitt bis Dorfen die Klagen bereits beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingegangen seien, stehe für den weiteren, 15 Kilometer langen Verlauf der Planfeststellungsbeschluss aus. Er sei bis Mitte 2011 zu erwarten. Dann werden nach seiner Einschätzung auf diesem Abschnitt die Gerichte tätig, schließlich lebt in Schwindkirchen eine geschützte Fledermausart im Kirchturm, das Große Mausohr.

Rehm gab sich vor dem Verein "Ja zur A94" zuversichtlich, dass die Autobahndirektion den Anliegen des Naturschutzes ausreichend Rechnung getragen habe. Durch Maßnahmen zum Schutz von Tieren und Pflanzen seien die Eingriffe in die sogenannten FFH-Gebiete erträglich. Da das die Autobahngegner anders sehen, werden sie auch bei den noch fehlenden beiden Abschnitten klagen.

Ein Jahr soll danach für die Gerichtsverhandlungen verstreichen, ein Jahr brauche seine Behörde für die Vorbereitung des Baus, so dass 2013 und 2014 begonnen werden könne. Bauende: 2018, vorausgesetzt, der Bund stellt ausreichend Geld zur Verfügung. Auf knapp 300 Millionen Euro bezifferte Rehm die Kosten für die beiden, sehr teuren Abschnitte.

Nach Knoblauchs Ansicht muss das Jahr Vorbereitungszeit verkürzt werden, acht weitere Jahre Bauzeit seien nicht hinzunehmen. Er forderte, gleichzeitig auf mehreren Abschnitten zu bauen. Im nächsten Jahr soll der Abschnitt Forstinning - Pastetten fertig werden, Heldenstein - Ampfing ist 2012 fertig. Dann ist nach dem derzeitigen Plan der Autobahndirektion erst einmal ein knappes Jahr Ruhe, bevor die Arbeiten "frühestens 2013" zwischen Pastetten und Dorfen weiter gehen.

Erneut attackiere Knoblauch die Autobahngegner. Er forderte von ihnen, endlich die Aussagen der Gerichte zum Abschnitt Fortstinning - Pastetten als Entscheidung über die gesamte Trasse Dorfen anzuerkennen und nicht weiter sinnlos Geld für Klagen auszugeben. "Wir können zuversichtlich sein, dass diese Klagen nicht zum Erfolg führen", sagte Knoblauch.

Obwohl die beiden Abschnitte zwischen Pastetten und Heldenstein die teuersten des gesamten Baus sind, ist Knoblauch überzeugt, dass es genügend Geld für den Bau geben werde. "Die Autobahn wird nicht an der Finanzierung scheitern." Zugleich warnte er vor Konkurrenzprojekten wie dem Ausbau der A8 oder Maßnahmen für eine mögliche Winterolympiade in München und dem Umland. Autobahnplaner Rehm brachte für den Abschnitt Pastetten - Dorfen eine Sonderfinanzierung ins Gespräch, bei der Bau und der Erhalt der Autobahn für viele Jahre in einem Paket vergeben werden könnten.

Knoblauch versprach, dass der Verein sich weiter für den Autobahnbau einsetzen werde. Der Plakataktion im vergangenen Jahr sollen weitere Aktionen folgen, darunter eine Veranstaltung im Bereich der Trasse Dorfen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser