Haushalt geriet fast in den Hintergrund

Zoff im Stadtrat wegen zwei Tittmoninger Reizthemen

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Fotomontage, von links: Hans Glück, Maria Kellner, Dirk Reichenau.

Tittmoning - Der Haushalt gäbe eigentlich kaum Anlass zum Streit und trotzdem wurde die Debatte von einige Reizthemen überschattet - Anschuldigungen gab es vor allem zwischen SPD, Ökoliste und Freien Wählern.

Der Neubau des TSV-Sportparks und ein möglicher sozialer Wohnungsbau waren die Auslöser für Zoff in der Stadtratssitzung am Dienstagabend. Obwohl sich zumindest eines der Themen nicht auf den Haushalt auswirkt, prägten sie die Beiträge von Dirk Reichenau (SPD), Maria Kellner (Freie Wähler) und Hans Glück (Ökoliste).


Kommunaler Wohnungsbau: Reichenau gegen Freie Wähler

"Ich bin dagegen, dass jetzt auch bei uns versucht wird, Symbolpolitik zu machen", so Reichenau - und gab zwei Beispiele. Der Antrag der Freien Wähler zum sozialen Wohnungsbau sei Symbolpolitik und einfach "nicht konkret". Die SPD stimmte im November als Einzige gegen die Gründung einer Arbeitsgruppe, wie in den sozialen Wohnungsbau eingestiegen werden könne. Weder Reichenau noch sein Parteikollege Josef Wittmann werden dort mitarbeiten.

"Der Antrag der Freien Wähler formuliert keine konkreten Ziele, beantragt keine Haushaltsmittel, hat keinen Plan, außer, dass man mal reden sollte", schob Dirk Reichenau einige Tage nach der Stadtratssitzung in einem Leserbrief nach - die Freien Wähler hätten in diesem Fall "puren Populismus" betrieben. Das zweite Ärgernis in Reichenaus Haushaltsrede: "Das Nein der Freien Wähler und der Ökoliste zum Bau des Sportheims ist beschämend." 


Maria Kellner, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, ließ das dann nicht lange auf sich sitzen: "Nur zwei von vier Stadträten der Freien Wähler haben die zusätzlichen Mittel für das Sportheim abgelehnt. Immer wieder werden uns da falsche Vorwürfe gemacht." Der Antrag für eine Arbeitsgruppe zum kommunalen Wohnungsbau verfolge durchaus ein konkretes Ziel, lasse nur die Vorgehensweise offen, konterte Kellner auch in der vorherigen Stadtratssitzung schon gegen Reichenau.

TSV-Sportpark: Glück prangert Kosten an

Dann holte Hans Glück aus: Dass der Stadtrat zusätzliche Gelder für den Bau der TSV-Sportanlage lockergemacht hat, sei für ihn den Grund, den Haushalt abzulehnen. "So viele verstehen nicht, warum wir mit dem neuen Stadion wieder in die Salzachau gehen. Die Bauherrengesellschaft kann froh sein, dass die Mehrheit des Stadtrats den ersten Entwurf abgelehnt hat. So kompliziert wie er geplant war, wäre die Kostenexplosion noch viel dramatischer geworden", so Glück. 

Er sei sich außerdem sicher, dass das Ende noch nicht erreicht sei, und die Stadt nochmal Gelder freigeben müsse: "Das Verständnis in der Bevölkerung hält sich in Grenzen." Andreas Bratzdrum, an den die Kritik in erster Linie gerichtet war, beließ es aber dabei und reagierte nicht auf Glück. Ungewöhnlich, für eine Haushaltsdebatte im Tittmoninger Stadtrat, dass zum Jahresabschluss noch rhetorische Attacken geritten werden. Stadtrat Franz Maier hatte da wohl schon eine Vorahnung: "Hier im Stadtrat sollten wir uns im nächsten Jahr nicht schon auf den Kommunalwahlkampf 2020 einschießen."

xe

Quelle: chiemgau24.de

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