Wirt z‘Dirling kurz vor Eröffnung

Neuer Wirt in Tyrlaching: „Fast schon ein Eventzentrum“

Die Wirtsfamilie Schatz mit dem 1. Tyrlachinger Bürgermeister Andreas Zepper.
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Die Wirtsfamilie Schatz (links) mit dem 1. Tyrlachinger Bürgermeister Andreas Zepper (rechts).

Tyrlaching – Nach zweieinhalb Jahren hat Tyrlaching wieder ein Gasthaus. Das ehemalige Gashof zur Post wurde grundsaniert. Der neue Pächter Michael Schatz (43) will im Wirt z‘Dirling mit bayerischer leichter Küche überzeugen.

Es ist das einzige Wirtshaus in Tyrlaching. Über zwei Jahre hat die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes gedauert, das im Besitz der Gemeinde ist. „Die Begeisterung ist schon zu spüren. Ich höre oft: Der Wirt hat endlich wieder offen. Ich habe auch schon viele Reservierungsanfragen erhalten“, berichtet der neue Pächter Michael Schatz gegenüber innsalzach24.de.


Wirt z‘Dirling eröffnet am 15. August in Tyrlaching

Der Dorfmittelpunkt soll wieder belebt sein und das Vereinsleben wieder besser untergebracht. Der Schützenverein ist im Gasthaus, daneben gibt es viele Turnvereine, die in der neuen Halle aktiv sind. „Auch der alteingesessene Stammtisch freut sich. Sie waren während der letzten Jahre im Pfarrheim. Die wollten sich nicht auflösen – aus Angst, dass er nach der Neueröffnung nicht mehr zusammenkommt“, so der 43-jährige Koch.


Fotos vom neuen Wirtshaus

Am Eröffnungstag, Samstag 15. August, ist der Wirt z‘Dirling bereits restlos ausgebucht. Doch wer sich das Gasthaus genauer anschauen will, hat am 5. September am Tag der offenen Tür die Möglichkeit. Ganztags kann man im Rahmen von Führungen alle Bereiche des Hauses in Augenschein nehmen. Geöffnet wird das Wirtshaus zukünftig Mittwoch bis Freitag von 11.30 Uhr bis 14 Uhr und ab 17 Uhr sein sowie Samstag und Sonntag ab 11 Uhr durchgehend. Montag und Dienstag sind Ruhetage.

Bayerische leichte Küche mit regionalen Produkten

Erstrahlt nach der Sanierung im neuen Glanz: Das Gasthaus mitten im Dorfzentrum von Tyrlaching.

„90 Prozent aller Produkte kaufe ich in einem Umkreis von 15 Kilometern. Das war ein ausschlaggebender Punkt, dass ich mich für Tyrlaching entschieden habe. Das wollte ich schon lange machen“, erklärt Schatz sein Konzept. Bayerische leichte Küche – nicht so fett, nicht so schwer, weniger Sahne. Es werde viele vegetarische und vegane Gerichte geben. Dazu passe der bayerische Reis, ein Uralt-Getreide-Mix aus der Region. „Es wird eine bunte Mischung bleiben und wir haben auch Burger im Angebot. Es gibt aber nicht nur Schweinsbraten und Knödel, das sind wir einfach nicht“, so der Koch. .

Bereits vor zwei Jahren kam der Kontakt zustande als die Sanierung des ehemaligen Gasthaus zur Post begonnen hatte. Damals sei es aber noch zu weit weg gewesen. „Dann habe ich mir Ende vergangenen Jahres die Räumlichkeiten angeschaut. Als ich das Objekt gesehen habe, stand schnell fest, dass ich das machen will. Ich habe hier tolle Möglichkeiten“, so der neue Wirt.

Schatz: „Das Rund-um-Paket ist sehr stimmig“

Es gibt eine normale Gaststube, die Poststube, im ersten Stock den Schießstand, den man relativ schnell zu einem Saal mit 100 Personen umfunktionieren kann, daneben der neue Bürgersaal mit begehbarem Dach, das als Tribüne für kleine Konzerte oder für Sektempfang genutzt werden kann. „Das Rund-um-Paket ist sehr stimmig. Einfach total abgefahren – eine Mischung aus einem alten Gasthof, erstmalig genannt 1546, und einem modernem Anbau mit dem neuen Bürgersaal, fast schon ein Eventzentrum“, zeigt sich Schatz begeistert.

Egal ob Seminare, Tagungen, Hochzeit, Firmenfeier, Familienfeier, Live-Konzerte oder Kleinkunst – all das kann der Wirt in Zukunft abdecken. Es sei sehr ähnlich zu jetzigem Betrieb, dem K1 in Traunreut, aber eben eine andere Größenordnung. „Ein bisschen gemütlicher und von der Lage her viel geiler“, beschreibt der 43-Jährige.

Der neue Bürgersaal bietet die Möglichkeit für viele Veranstaltungen. Im Innenhof ist ein zweiter Biergarten.

Sein erster Gedanke war, dass das Gasthof ziemlich abgelegen liege. Aber letztendlich sei es gar nicht weit weg, egal woher man komme. „Und es lohnt sich auch wirklich, hierher zu kommen. Der höchste Punkt im Landkreis Altötting ist in der Nähe. Und es gibt auch ein altes Aquädukt im Wald nebenan - ein idealer Ausflug“, so der neue Wirt.

Corona als Chance

Seine Entscheidung pro Tyrlaching habe er bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie getroffen. „Inzwischen sehe ich es als Chance, aber in der Hochphase mit dem Shutdown hätte ich es vielleicht nicht gemacht. Die Gemeinde würde zudem sehr hinter diesem Objekt stehen und würde im Falle einer zweiten Welle die Pacht aussetzen“, erläutert Schatz. Die Unterstützung der Gemeinde sei ihm sehr wichtig.

Generell gehe es jetzt wieder aufwärts und es wird ein größerer Fokus auf die Regionalität gelegt. Das sei eine Chance, die passend zum Konzept ist. „Viele Hochzeiten mussten verschoben werden und viele Paare suchen daher eine Location. Aber auch weil es neu ist, sind viele interessiert und haben bereits gebucht“, schildert der Pächter.

Schatz selbst hat Koch gelernt, im Anschluss aber eine Ausbildung zum Rettungsassistenten gemacht. „Dann bin ich etwas in die Tontechnik-Schiene abgerutscht, wo ich zehn Jahre in Europa unterwegs war. Ich habe aber immer nebenbei gekocht“, so der Wirt. Es sei jedoch klar gewesen, dass er zurück in die Küche kommt, sobald er sesshaft wird. In Tyrlaching hofft man bestimmt, dass er auch lange für ein lebendiges Zentrum sorgen wird.

jz

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