Stadtrat entscheidet über Zukunft der Traunsteiner Straße 4 bis 10

Erhalt der "Bruchbuden" - für rund 3 Millionen Euro 

Die Häuserzeile 4 bis 10 an der Traunsteiner Straße soll saniert werden. 
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Die Häuserzeile 4 bis 10 an der Traunsteiner Straße soll saniert werden. 

Trostberg - "MS-Elektrotechnik" oder das "Eiscafé Monza" sind längst Geschichte, der verlassene und verfallene Häuserblock an der Traunsteiner Straße 4 bis 10 war in den vergangenen Jahren immer wieder Anlass zur Diskussion. Das soll nun bald der Vergangenheit angehören. 

Der Stadtrat sprach sich in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr am 12. Dezember 2018 dafür aus, die Gebäude der Traunsteiner Straße 4 bis 10 umbauen und modernisieren zu lassen. Bereits 2017 stand eine Sanierung im Raum.


Langfristig soll darin der "SozialRaum Trostberg", ein neues soziales Beratungs- und Begegnungszentrum, das aktuell am Vormarkt 2a bis 4 zu finden ist, einziehen. Verwaltet und betrieben wird das seit November diesen Jahres vom Landratsamt Traunstein. Die Wohnung in Haus Nummer 6 der Traunsteiner Straße soll dabei nur für Krisensituationen belegt werden und ist nicht als dauerhaftes Wohnobjekt angedacht.

Die Kosten belaufen sich nach den Berechnungen des Architekten Hatz auf insgesamt 3.155.000 Euro. Im Einzelnen ergibt sich folgende Aufgliederung: 


  • Gebäude an der Traunsteiner Straße 4: 885.000 Euro
  • Gebäude an der Traunsteiner Straße 6: 440.000 Euro
  • Gebäude an der Traunsteiner Straße 8: 870.000 Euro
  • Gebäude an der Traunsteiner Straße 10: 960.000 Euro

Förderung bekommt die Stadt vom Landesamt für Denkmalpflege sowie von der Regierung von Oberbayern. Aus dem Entschädigungsfond der Denkmalpflege gehen 1.100.000 Euro weg und die Förderinitiative "Innen statt Außen" übernimmt 1.644.000 Euro. Als Eigenmittel bleiben für die Stadt 411.000 Euro

Stadtrat Obermayer für Abriss 

Im Klartext, so erklärte es Bürgermeister Karl Schleid zu Beginn, befinde man sich auf der Zielgeraden, was die Planung der anstehenden Arbeiten anbelange. "Wir können in die Umsetzung gehen und haben es geschafft, diese milde gesagt nicht so schönen Gebäude nun langfristig zu verschönern und einer sozialen Nutzung zu übergeben. Das stellt eine deutliche Verbesserung für den Eingangsbereich von Trostberg dar." 

Ganz anders sah das Stadtrat Franz-Xaver Obermayer (Freie Wähler). Nicht zum ersten Mal plädierte er für einen Abriss der "Bruchbuden". Die Zuschüsse, so die Meinung Obermayer, zahle der Steuerzahler, die Kosten müsse die Stadt im Endeffekt selbst tragen. "Nicht nur in der Haushaltssitzung habe ich mich erneut gegen die Sanierung ausgesprochen. Diese Investition ist auf eine gewisse Weise fehl am Platz, wir haben es hier aus meiner Sicht weder mit historischen und schützenswerten Gebäuden zu tun." Zudem sei genau jene Stelle immens vom Verkehr belastet. Und eine Umgehungsstraße ließe wohl noch lange auf sich warten, so Obermayer abschließend. 

Dieser Meinung schloss sich Fraktionskollegin Eva Gröbner an: "Es sind alte Häuser und das werden sie bleiben - ich weiß wovon ich rede, ich wohne selbst in einem alten Haus. Das ist immer ein Fass ohne Boden. Wir haben so viele Leerstände in Trostberg, die wir nutzen könnten - warum müssen ausgerechnet diese vier Gebäude den Rahmen für die neue soziale Begegnungsstätte bieten?"

Die leerstehenden Häuser direkt am Ortseingang von Trostberg. 

Hans-Michael Weisky (SPD) kann Obermayers Argument mit der Finanzierung durchaus nachvollziehen: "Es ist so, dass wir in den Stadtsäckel greifen müssen, aber der Handlungsbedarf ist da. Jahrzehnte haben wir uns bemüht und jetzt sind wir endlich soweit, dass wir mit der Investition in den 'SozialRaum' etwas verbessern." 

Hannspeter Fenis (CSU): "Ich kann den Kollegen Obermayer auch verstehen, aber es hieß immer, erhalten, solange der wirtschaftliche Nutzen vorhanden ist." Und Luise Bernauer (CSU) ergänzte, die Wände in den Gebäuden reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, das habe sehr wohl Denkmalcharakter. In ihren Augen sei es wichtig mit der Durchführung dieses Projekts den Hausbesitzern in Trostberg auch zu zeigen, dass es sich lohnt und sich mithilfe von Zuschüssen etwas ändert.

Mit zwei Gegenstimmen beschloss der Trostberger Rat die Umgestaltung und Modernisierung der Gebäudezeile Traunsteiner Straße 4 bis 10. 

mb

Quelle: chiemgau24.de

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