Grünes Licht für Arbeiten in der Trostberger Kirchstraße

"Dringender Bedarf": So läuft die Gehsteig-Sanierung in Heiligkreuz ab  

+
Der marode Gehsteig in Heiligkreuz ist nicht mehr länger tragbar. 
  • schließen

Trostberg - Nach mehreren Prüfungen stand fest: der auskragende Gehsteig in der Kirchstraße ist abbruchgefährdet. Seit dem Sommer 2008 ist der Bereich gesperrt. Nun soll der Gehsteig im Rahmen einer aufwändigen Sanierung wieder hergestellt werden. 

Jonas Loebell vom Ingenieurbüro Fritsch aus Kolbermoor stellte den Räten in deren März-Sitzung den maroden Zustand und die geplante Sanierung vor. "Wir haben einen dringenden Handlungsbedarf", warnte er. 

Prüfungen im Jahr 2018 hätten umfangreiche Schäden wie Risse, Abplatzungen des Teers oder Chlorideintrag ans Licht gebracht. Der Kragarm sei zerrissen, die Gründung unbekannt und die Betonqualität schlecht. Die Standsicherheit sei nicht mehr länger gegeben.

Verkehrssicherheit vorrangig

Die Wiederherstellung des Gehsteigs soll von der Kirchstraße aus in drei Bauabschnitten vorgenommen werden. "Die neue Stützwand wird als Stahlbetonbauteil hergestellt, der Kopf der Stützwand dient als Begrenzung des Gehwegs", erklärte Loebell. Zudem soll der Gehsteig wieder ein Geländer zur Böschungsseite hin erhalten. 

Der marode Kragarm des Gehsteigs werde abgebrochen während die bestehende Stützwand erhalten bleibe. Für die neue Stützwand werden Mikropfähle als Gründung eingebracht und darauf die Stützwandelemente hergestellt.

Wie Loebell weiter erläuterte, soll ein dauerhaftes Bauwerk auf dem aktuellen Stand der Technik entstehen. Die Lebensdauer der Pfähle sei auf 100 Jahre gemessen. Die Gefahr der Entstehung von Frostschäden könne er ausschließen, "ich sehe kein Problem, dass sich hier Wasser ansammeln kann".

Sowohl die Standsicherheit der Straße als auch die Verkehrssicherheit für Fahrzeuge und Fußgänger soll gewährleistet sein. Außerdem sei ein nur geringer Eingriffe in die Straße vorgesehen. 

Ansicht der Stützwand von unten. 

Kosten höher als ursprünglich angenommen

Über eine Dauer von drei Monaten sollen die Arbeiten über die Bühne gehen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 205.000 Euro zuzüglich 48.000 Euro Baunebenkosten. Im Haushaltsplan 2019 seien für die Sanierung des Gehsteigs insgesamt 195.000 Euro veranschlagt. Außerplanmäßig nötige Mittel werden aus der Allgemeinen Rücklage gedeckt. 

Die Kostenerhöhung, so erklärte es Bürgermeister Karl Schleid, begründe sich in der Änderung der Ausführung. "Ursprünglich ging man davon aus, dass die Gründung mit Bohrpfählen vorgenommen werden kann. Das Bodengutachten im Februar 2019 aber ergab, dass Mikrobohrpfähle besser geeignet seien, da diese einen kleineren Durchmesser. Für den Boden sind sie ideal und auch das Bohren fällt leichter, wodurch sich nicht zuletzt die Belastung auf die Straße verringert." 

Kritik vom Fraktionssprecher der Freien Wähler

Einstimmig brachten die Räte das Vorhaben in der Kirchstraße auf den Weg, wenn auch Franz Xaver Obermayer (Freie Wähler) Kritik äußerte: "In der Kirchstraße ist ein großer Fehler passiert in den Planungen. Man hätte den Krumradius der Straße einengen und den Gehsteig auf festen Boden setzten müssen. Ich bin überzeugt, dass es immer Probleme geben wird in dem Bereich, da der Gehsteig wegen des Hangs immer in Bewegung sein wird. Ich stimme nur zu, weil ich die Notwendigkeit der Sanierung in punkto Sicherheit für die Allgemeinheit sehe. Den ortsplanerischen Fehler aber heiße ich nicht für gut." 

mb

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Trostberg

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT