"Wichtiger Schritt zu mehr Attraktivität" am Trostberger Bahnhofsareal 

Weg mit den rostigen Radlständern - der Doppelstockparker kommt

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Rostige Radlständer passe: Eine moderne doppelstöckige Anlage soll am Trostberger Bahnhof entstehen (siehe Bild links). 
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Trostberg - Die Zeiten der rostigen Fahrradtständer am Bahnhof scheinen vorbei zu sein. Der Stadtrat sprach sich für eine Erneuerung aus. Die Entscheidung ging jedoch nicht ohne Diskussion über die Bühne. 

In Hinblick auf die Takterhöhung der Bahn ist das Ziel der Stadt, das Bahnhofsareal nach und nach in einen guten Zustand zu bringen. Als erster Schritt soll jetzt die alte rostige Fahrradabstellanlage durch eine neue und leistungsfähige Anlage für insgesamt 60 Räder ersetzt werden.

Die alte Fahrradanlage am Bahnhof ist deutlich in die Jahre gekommen. 

 Weil auch der Trostberger Bahnhof mit der Zeit gehen möchte, sei laut Bürgermeister Karl Schleid angedacht, platzsparende beleuchtete und überdachte Doppelstockparker an der gleichen Stelle, an der die alten Stellplätze vorhanden sind, zu bauen. Die Errichtung von Radstellanlagen werde aktuell unter dem Begriff "Bike + Ride Offensive" mit 40 Prozent gefördert. Das Ziel soll eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs sein.

Die Räte sprachen sich für die erste und günstigste von insgesamt drei Varianten aus: Eine zwei Meter breite Fertigteilrampe mit seitlichem Geländer, die neben der Treppe die Barrierefreiheit ermöglichen soll. Kostenumfang: 15.000 bis 17.000 Euro

Insgesamt mit Beleuchtung und dem Bau des Fahrrad-Parkhauses samt Erd- und Grabarbeiten soll die neue Anlage 151.000 Euro kosten.

In den Planungen enthalten sind ebenfalls elf abschließbare Stellplätze für Helme, Zubehör inklusive einer Ladefunktion für den E-Bike-Akku. Letzeres sei laut Kämmerer Alois Goiß verantwortlich für die Kosten der Schließanlagen: Die elf Schließfächer schlagen mit 7.000 Euro zu Buche. 

Ein Vergleichsobjekt, wie die neue Anlage aussehen könnte. 

Pro- und Contrameinungen im Rat: 

Hannspeter Fenis (CSU) zeigte sich skeptisch zu den Plänen: "Ich bin nicht grundsätzlich gegen neue Radl-Stellplätze, aber ist es nicht vernünftiger erst in die Haushalts-Beratungen zu gehen und genau zu planen, welchen Weg wir insgesamt einschlagen wollen beim Bahnhofsareal?" 

Dem entgegen stand die Ansicht von Bürgermeister Karl Schleid: Für spätere Bauvorhaben wie der Modernisierung oder Umbau des Busbahnhofs könne die Rampe problemlos entfernt werden - an der Bestandssituation werde sich nichts ändern. Auch der bestehende Asphaltweg bleibe erhalten

Franz Sedlmeier (SPD) war vor allem der Doppelstock ein Dorn im Auge: "E-Bikes sind ohnehin zu schwer, um sie dort hinauf zu heben. Warum können wir nicht eine einfachere Lösung anstreben? Ständer, in denen die Radl mit einem langen Seil gesichert werden oder etwas ähnliches in der Art?" Kämmerer Gois betonte dazu: "Wenn wir etwas machen, dann gleich gescheit." 

CSU-Rätin Irmgard Leineweber hatte ebenfalls Bedenken, ob die Ständer auch angenommen werden würden, denn sie persönlich fahre inzwischen schneller mit dem Rad beispielsweise nach Traunreut als mit der Bahn. Leineweber erachte in erster Linie den Doppelstock als "ungeeignet": "Ich persönlich brauche lange, bis ich mein Rad da rauf gebracht habe und ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade das Obergeschoss viel genutzt wird. Zudem denke ich dass 60 Plätze zu viel sind, da reichen doch auch 30 fürs Erste." 

Der Lageplan der neuen Radl-Anlage. 

Schleid erwiderte, selbst wenn die Planung auf den ersten Blick "überdimensioniert" wirke, im Nachgang sei es schwierig zu vergrößern, die Planung sei auf Dauer ausgelegt. Der Bürgermeister warf dabei einen vagen Blick in die Zukunft: "Wir hegen Hoffnungen, dass die Bahn auch in Bezug auf den kommenden Zwei- oder sogar Ein-Stunden-Takt mitzieht, wenn wir hier Vorarbeit leisten. Lieber investieren wir hier jetzt ein bisserl mehr, dafür haben wir in die Zukunft gedacht. Es ist eine Chance, die wir nutzen sollten."

Auch für SPD-Stadtrat Hans-Michael Weisky ist diese Neuerung am Bahnhof "ein wichtiger Schritt zu mehr Attraktivität, den wir gehen sollten". Zustimmung auch von Seiten der Grünen: Für Peter Kirchgeorg sei die Planung "eine prima Sache" und Marianne Penn betonte, der Schritt sei wichtig für eine Stärkung des Bahnhofs und des ÖPNV.

Mit dem einstimmigen Beschluss des Stadtrats geht der Auftrag nun in die vertiefte Planung. 

mb

Quelle: chiemgau24.de

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