Ab 1. August ist Bewerbungsstart

Trostberg sucht Mitstreiter für Sicherheitswacht

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Trostberg - Ab Mittwoch können Sie sich für die Sicherheitswacht in Trostberg bewerben. Bei der Sicherheitswacht helfen Bürger der Polizei, in ihrer Gemeinde oder Stadt für ein höheres Sicherheitsgefühl zu sorgen.

Update, 16 Uhr

Immer mehr Städte und Kommunen im südlichen Oberbayern unterstützen den Vorschlag der Polizei, engagierten Bürgern Verantwortung für das Gemeinwohl zu übertragen und eine Sicherheitswacht ins Leben zu rufen. Ab sofort können sich auch in Trostberg Bürger für dieses wichtige Ehrenamt bewerben und somit aktiv an der Stärkung der inneren Sicherheit mitwirken. Dies gaben Erster Bürgermeister Karl Schleid, Polizeipräsident Robert Kopp und der stellvertretende Inspektionsleiter Josef Bernhart bei einem Termin am 1. August bekannt.

Mehr Sicherheit durch gesellschaftliches Engagement

"Sich um die Sicherheit zu kümmern, ist auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dieser Kerngedanke soll durch das ehrenamtliche Engagement von Frauen und Männern in einer Sicherheitswacht allen Bürgern bewusst werden. Es ist daher sehr erfreulich, dass sich im südlichen Oberbayern immer mehr Menschen in Sicherheitswachten und damit für die Idee mehr Sicherheit durch gesellschaftliches Engagement einsetzen. Denn Sicherheit geht alle an!", so Polizeipräsident Robert Kopp, der sich aus Überzeugung für die Sicherheitswacht stark macht.

Sicherheitswacht hat Vorbildfunktion

Eine gute, weil verantwortungsbewusste Entscheidung, wie Polizeipräsident Robert Kopp und Erster Polizeihauptkommissar Josef Bernhart, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Trostberg, betonen. Den Einwohnern in Trostberg und den umliegenden Gemeinden wird Gelegenheit gegeben, im Rahmen der Bürgerbeteiligung bei der örtlichen Sicherheitswacht selbst aktiv mitzuwirken. Nach Zustimmung des bayerischen Staatsministeriums des Innern startet am 1. August die vierwöchige Bewerbungsphase.

Erster Bürgermeister Karl Schleid freut sich über die Einführung der Sicherheitswacht: "Ungeachtet der Tatsache, dass die Stadt Trostberg bisher schon als sicher gilt, haben wir mit unserem Stadtratsentschluss dem Vorschlag der Polizei gerne zugestimmt. Die Mitarbeiter der Sicherheitswacht dienen als erweiterte Augen und Ohren der Polizei, sollen also als zusätzliche Gesprächs- und Ansprechpartner für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. Und sie sollten einen Querschnitt der Bevölkerung widerspiegeln. Wir hoffen nun auf zahlreiche Bewerber."

Bewerber gesucht!

Alle engagierten Bürger haben einen Monat lang die Möglichkeit, sich bei der Polizeiinspektion Trostberg für dieses herausgehobene Ehrenamt zu bewerben. Detaillierte Informationen hierzu gibt es unter der Telefonnummer 08621/9842168.

Auch den zukünftigen Einsatz der Sicherheitswacht wird die Polizeiinspektion eigenverantwortlich regeln. Dienstplangestaltung, Einsatzzeiten und Einsatzörtlichkeiten legt die Dienststelle nach Einsatzbedürfnissen in enger Abstimmung mit den Ehrenamtlichen fest.

Sicherheitswacht ist kein Ersatz für die Polizei

Hilfspolizisten sind die Angehörigen der Sicherheitswacht nicht. Die Polizei erfüllt in einem Rechtsstaat ihre gesetzlichen Aufgaben. Die Zuteilung von Personal bei der Polizei erfolgt daher stets losgelöst von der Existenz einer Sicherheitswacht. "Das gilt auch für die Stadt Trostberg", betont Polizeipräsident Robert Kopp.

Den Sicherheitswachtangehörigen stehen grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten zu, wie jedem anderen Bürger auch. Das reicht von der Festhaltung eines auf frischer Tat betroffenen Straftäters, bis hin zum Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger. Darüber hinaus können Angehörige der Sicherheitswacht Personen anhalten, sie befragen und ihre Personalien feststellen, sofern dies zur Gefahrenabwehr notwendig ist.

Bei Gefahr im Verzug können sie zudem einen Platzverweis erteilen. "Das wichtigste Werkzeug der Sicherheitswacht ist aber die Sprache", betont Polizeipräsident Robert Kopp. "Erfolgreich unterstützen mittlerweile 81 engagierte Bürger eine unserer acht Sicherheitswachten im südlichen Oberbayern. Ehrenamtliches Engagement hat zurecht seinen festen Platz in unserer Gesellschaft. Ich würde mich freuen, wenn sich viele couragierte Bürger aus der Region getreu unserem Motto Sicherheit im Herzen – Zukunft im Blick" für die Sicherheitswacht in Bad Reichenhall melden würden", betont Polizeipräsident Robert Kopp.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd

Vorbericht

Dafür gehen Teams aus zumeist zwei Sicherheitswachtlern abends Streife, reden mit den Anwohnern über Probleme und melden Delikte. Sie dürfen aber beispielsweise nur frisch Ertappte festhalten, bis die Polizei kommt, aber keine Waffen tragen oder Gewalt anwenden, so die Bayernwelle am Mittwoch

Wer sich für die Sicherheitswacht bewerben kann

Eine Sicherheitswacht gibt es beispielsweise bereits in Freilassing und Traunstein. Wer sich bewerben möchte, kann sich an die Polizeiinspektion Trostberg wenden. Gesucht werden Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 62 Jahren, die dann immer zehn bis 15 Stunden im Monat unterwegs sein werden. Ein Wohnsitz in Trostberg und die deutsche Staatsangehörigkeit sind keine Voraussetzung, dafür ein gutes Führungszeugnis. Vor Beginn bekommen die Sicherheitswachtler noch eine vierzigstündige Ausbildung von der Polizei. Die Mitglieder erhalten eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde. Weitere Infos zu den Aufgaben der Sicherheitswacht erhalten Sie bei Ihrer Polizeidienststelle oder hier.

Mit vier Gegenstimmen beschlossen

Ende April fiel die Entscheidung im Stadtrat für die Einführung einer Sicherheitswacht. Mit nur vier Gegenstimmen wurde der Beschluss verabschiedet. "Erst heute habe ich nochmal mit dem stellvertretenden Trostberger Polizeichef telefoniert. Die wären sehr froh, wenn eine Sicherheitswacht zustande kommt - also sollten wir es auch ermöglichen", so Bürgermeister Karl Schleid in der Sitzung damals.

"Das ist ein negativer Schritt. Wieder wird der Polizei eine Aufgabe weggenommen. Wir werden in Trostberg in Kürze noch weniger Polizei haben oder zumindest keinen Zuwachs bekommen", befürchtete Karl Heinz Boxhammer in der Sitzung im April. Außerdem hätten die Beamten durch die Sicherheitswacht auch zusätzliche Arbeit: Koordination, Dienspläne, Einweisungen, Ausbildung, Personalsuche für die Sicherheitswacht. Marianne Penn meinte: "Streetworker wären besser."

mh

Quelle: chiemgau24.de

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