Viel Diskussion auf der Bürgerversammlung 2020 

Was die Trostberger freut und manchmal auch ärgert 

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Circa 150 Trostberger kamen zur diesjährigen Bürgerversammlung in den Postsaal. 
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Trostberg - ÖPNV, Verkehrssicherheit, Umweltverschmutzung, Wohnungsmarkt - bei der Diskussionsrunde im Rahmen der Bürgerversammlung kamen heuer besonders viele Themen aufs Tableau. 

Rathauschef Karl Schleid wurde von den Trostbergern ordentlich auf Trab gehalten: Der kritischste Punkt war mit Abstand das Neubaugebiet in Nunbichl, das in persönlichem Zusammenhang mit dem Bürgermeister steht. Neben dieser zeitweise hitzigen Debatte brannte den Trostbergern allerdings noch weitere Themen unter den Nägeln:

AlzChem-Tor: Sperrung für Fußgänger und Radfahrer

Ein Anwohner aus Heiligkreuz rückte das AlzChem-Tor im Norden des Chemieparks in den Mittelpunkt. Die Dr.-Albert-Frank-Straße im Bereich des Logistikzentrums wurde aufgrund des intensiven Schwerlastverkehrs aus Sicherheitsgründen und um Unfällen vorzubeugen für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Der Trostberger wollte wissen, ob dieses Verbot auch kontrolliert werde. 

Bürgermeister Schleid erwiderte, AlzChem sei zwar Sraßeneigentümer, "im Grunde sei die Straße jedoch allgemein öffentlich nutzbar". Die Sperrung für Fußgänger und Radfahrer seit Anfang des Jahres sei "nicht 24 Stunden lang überwachbar" - lediglich der Streifendienst der Polizei könne diese Stelle im Rahmen ihrer Fahrten mitnehmen. 

Verbesserungen beim ÖPNV

Eine weitere Bürgerin lag der ÖPNV am Herzen: Sie begrüße es zwar, dass die Stadt um Verbesserungen sowohl von Nord als auch nach Süd bemüht sei, wünsche sich aber Erweiterungen für die Wochenend-Verbindungen der Zugfahrer. Zudem bedauere sie es, dass die Zugverbindung nach Traunreut vom Halbstundentakt auf einen Einstundentakt geändert wurde. "Ich sehe das als Notwendigkeit, diese Verbindung wieder aufzufrischen." 

Bürgermeister Schleid betonte, der Stadt seien als rein beteiligte Stelle die Hände gebunden, er verwies an die Zuständigkeit des staatlichen Bauamts.  

Einblick ins Ratsinformationssystem

Ein anderer Bürger trat mit dem Anliegen ans Mikrofon, ob die Stadt den Trostbergern nicht mehr Transparenz im Ratsinformationssystem geben könne. Gerade der Haushalt stelle für ihn ein "höchst interessantes Zahlenwerk" dar oder auch die Ergebnisse der Verkehrsschau erachte er als wichtig. Er bat darum, dass sich der künftige Stadtrat mit seinem Anliegen auseinandersetzen möge, was Schleid zusicherte. 

Künftige Ortsumfahrung 

Ein Vorstandsmitglied des Umweltschutzverbands Alztal und Umgebung (UVA) spannte den Bogen hin zur geplanten Trasse der Ortsumfahrungen von Altenmarkt und Trostberg. 30.000 Autos würden zu erhöhten Schadstoffemissionen führen. Zudem würde der vom geplanten Verkehrsknoten Mögling bis zum Alzufer ansteigende Damm der Straße, der am Alzufer fast 20 Meter hoch werden soll, die Frischluftschneise zerschneiden und zu einer Verschlechterung der Luftqualität führen. Er fordere unter anderem, dass der Trostberger Deckel offen bleiben solle. "Gibt es eine Möglichkeit, die aktuellen Planungen zu überdenken oder über ein Alternativ-Konzept zu diskutieren. Ich möchte abschließend nur warnen, dass die entsprechenden Gremien vernünftig entscheiden sollen." 

Der Rathauschef erklärte, die aktuelle Planung liege vor und die Beschlüsse des Rates würden von den entsprechenden Fachbehörden bearbeitet. "Sobald sie uns im Stadtrat wieder vorliegen, werden wir uns weiter damit befassen und auch angemessene Beschlüsse treffen. Leider geht eben nicht alles so, wie es sich der UVA wünscht." 

Umweltverschmutzung eines hiesigen Handelshauses? 

Ein dringendes Anliegen an Bürgermeister Schleid hatte ein Feuerwehrler der Stadt: "Ich bin begeisterter Trostberger aber leider gibt es einen Betrieb, der sich an keinerlei Vorgaben hält - seien es Brandschutzauflagen oder Umweltschutzverordnungen - und das Stadtbild so massiv schädigt. "Ausgelaufenen Kühlschränke, Laster und Container, aus denen Müll heraus quillt - und keiner scheint sich die Hosen anziehen zu wollen, sich dem mal entgegenzustellen", wetterte der Trostberger. 

Schleid war der fragliche Betrieb wohl bewusst, er nehme diese Bitte "mit Freuden mit"

Wohnungsmarkt in Trotberg 

Die letzte Anfrage drehte sich um das Wachstum der Stadt. Trostberg wachse und das sei laut dem Bürger "schön und toll" - er frage sich aber wo die Zuzügler alle wohnen sollen. Damit spielte er auf den Zagler Berg an, wo rund 170 hochwertige aber eben nicht besonders günstige Wohnungen entstehen. "Wieso kann man nicht Altwohnungen günstig vergeben, bevor man in so teure Bauten investiert?", wollte der Bürger von Schleid wissen. 

"Es ist nicht so, dass wir in punkto sozialer Wohnungsbau nichts getan haben. Aber es ist auch Fakt, dass sich junge erfolgreiche Familien durchaus auch teuere Wohnungen leisten können. Und nicht jeder Wohnraum, der frei wird, ist auch sofort für den freien Markt verfügbar", erklärte der Bürgermeister abschließend. 

mb

Quelle: chiemgau24.de

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