Der Stadtrat hat dazu eine klare Meinung

Ärztezentrum im "Mobile": Blutet Altstadt dann noch mehr aus?

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Im früheren Möbelhaus ist inzwischen nur noch ein Fitnessstudio untergebracht - eine Ärztehaus kommt wohl nicht hinzu, der Stadtrat befürchtet dadurch weiteren Schaden für die Altstadt. 
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Trostberg - Wäre das frühere Möbelhaus "Mobile" in Mögling der richtige Platz für ein Ärztezentrum? Der Stadtrat hadert mit der Idee und fürchtet, dass die Altstadt dann noch mehr leidet. Angeblich hat man Alternativen. *Mit Voting*

Der gesamte Stadtrat war sich am Mittwoch einig: Der ehemalige "Mobile" in Mögling ist nicht der richtige Platz für ein Ärztehaus. "Wir wollen ein Ärztehaus! Aber nicht am Ortsrand, sondern in der Innenstadt", stellte Bürgermeister Karl Schleid klar und stellte sich so auch gegen Gerüchte, die Stadt wolle ein Ärztezentrum verhindern.

Mit den Ärzten kämen auch Apotheke, Sportgeschäft und Sanitätsbedarf

Auch in der Stadtverwaltung sieht man "erhebliche Gefahren", dass ein Ärztehaus in Mögling "weitere negative Auswirkungen auf die Innenstadtentwicklung hätte" - die Innenstadt solle deshalb bei der Standortsuche "absolute Priorität" haben: "Ein Ärztehaus wirkt wie ein Magnet für die Leute", beschrieb es Birgit Seeholzer.

Vorwürfe, die Stadt wolle das Ärztehaus verhindern und gleichzeitig Vorwürfe, man lasse die Innenstadt verkommen? Schleid wehrt sich.

Konkret haben nämlich nicht nur vier Arztpraxen ein Interesse am "Mobile", sondern es gibt auch Anfragen einer Apotheke, eines Sportladens, eines Geschäfts für Sanitätsbedarf und weiterer Büros: "Wenn wir das Ärztehaus in Mögling genehmigen, wäre das ein Freibrief, dort quasi alles anzusiedeln", so Karl Schleid. Es wäre genau das Gegenteil der bisherigen Politik: Stadtentwicklungskonzept, Gewerbegebiet Waltersham, Förderungen für die Innenstadt - all das stand und steht auch unter dem Vorzeichen, die Altstadt zu schützen.

"Ärzte und Investoren sind nicht an einen Tisch zu bekommen"

Die Situation scheint verfahren: Laut Bürgermeister hat die Stadt den Ärzten Alternativen in der Altstadt vorgeschlagen, auch die Hauseigentümer wären bereit - doch ein Investor müsste viel Geld in die Hand nehmen, um Raumsituation, Erreichbarkeit und Ausstattung so hinzubekommen, dass die Ärzte wirklich zufrieden sind. "Aus irgendeinem Grund sind Ärzte und Investoren nicht an einen Tisch zu bekommen", so Schleid, der sich öffentlich nicht genauer dazu äußern wollte.

Nun gilt es weiter zu verhandeln und Gespräche zu führen, um ein Ärztehaus und damit mehr Publikum in die Trostberger Altstadt zu lotsen. Vor knapp einem Jahr scheiterten bereits erste Pläne, das Ärztezentrum im Schloss Schedling unterzubringen. Unter den derzeitigen Umständen ist aber auch eine Ansiedlung im "Mobile" ausgeschlossen.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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