Langfristige Pläne für neues Stadtviertel

Soll nicht nur Brückner, sondern danach auch restliches Gewerbe weg?

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Das Brückner-Gelände südlich der Altstadt ist rot schraffiert: Hier soll Wohnbebauung entstehen. Bald läuft ein Wettbewerb an, in dem Planungsbüros die Ideen für die Gestaltung des Wohnviertels präsentieren sollen. Langfristig könnte das Quartier auch auf den gelb umrandeten Bereich ausgeweitet werden - doch dafür müssten erst die Gewerbebetriebe aussiedeln. 
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Tittmoning - Die alten Brückner-Industriegebäude kommen weg, nun wird der nächste Schritt zur Planung gemacht - langfristig könnte auch das restliche Gewerbegebiet ausgelagert werden. 

Was passiert auf dem alten Brückner-Gelände? 20 Planungsbüros werden demnächst von der Stadt kontaktiert, um ihre Entwürfe einzureichen. Nach diesem Wettbewerb soll dann ein Siegerentwurf feststehen, für dessen Umsetzung im zweiten Schritt ein Investor gesucht werden muss. Einige Vorgaben hat der Stadtrat schon gemacht: verdichtetes Wohnen, die denkmalgeschützte Umgebung soll geachtet werden, keine öffentliche Tiefgarage, bestimmte Bäume müssen stehenbleiben - alles weitere, zum Beispiel Bebauung, Dichte, Grünflächen, Parkplätze, bleibt den Planern überlassen. 

Glück: "Wurde mit den Firmen überhaupt geredet?"

Wie auf der Stadtratssitzung am Dienstag bekannt wurde, geht es längerfristig nicht nur um das Brückner-Gelände, sondern auch um die anderen benachbarten Gewerbebetriebe. Man sollte den Planungsbüros sogar mitteilen, dass "in zehn bis 15 Jahren" auch das weitere Gewerbe abgerissen und ausgesiedelt wäre, so die Stadtplanerin Hummel, die der Stadtverwaltung beratend zur Seite steht - doch damit zog sie sich einen Schiefer ein.

"Wir können doch nicht den Abbruch von Gebäuden versprechen, die in Privatbesitz und noch in Betrieb sind", so Stadtrat Josef Wittmann. Unter anderem ein Eisenwarenhändler, eine private Lagerhalle oder ein Holzverarbeiter wären betroffen. "Wurde mit den Firmen überhaupt geredet?", legte Hans Glück nach - und schließlich strich der Stadtrat das "Abbruch-Versprechen" aus dem Auslobungstext für die Planungsbüros. "Wenn die Flächen verfügbar werden, können sie durch neue Gebäude ersetzt werden", formulierte es Bürgermeister Konrad Schupfner dann neu.

Bis zu 200 neue Wohneinheiten allein am Brückner-Gelände

25.000 Quadratmeter fasst allein das Brückner-Gelände, mit den umliegenden Flächen würden sogar knapp 40.000 Quadratmeter für eine Neubebauung frei werden. Allein auf dem Brückner-Gelände könnten 50 bis 200 Wohneinheiten entstehen - die Stadt wird also um einige hundert Menschen wachsen. Unabhängig davon überlegt die Stadt auch jetzt schon am Zwieselweg eine neue Kinderkrippe zu bauen - der Bedarf ist längst da

Archivaufnahme vom Brückner-Gelände.

Eine der größten Schwierigkeiten der Neubebauung könnte laut Planerin Hummel der Lärm werden: "Das wird der Knackpunkt. Wir haben auf der einen Seite die Laufener Straße und außenrum Gewerbebetriebe. Vor allem ein benachbarter Steinmetz ist sehr laut." Ein dreigeschoßiger Riegelbau hin zur B20 würde den Straßenlärm am besten von den geplanten Häusern abhalten - doch dann trifft der Schall die andere Straßenseite umso mehr. "Ein Grüngürtel an der Straße bringt zu wenig", so Hummel.

Stadtplanerin gegen Busbahnhof

Godehard Mayer sprach sich außerdem noch dafür aus, einen Busbahnhof am Brückner-Gelände zu prüfen: "Wir wollen die Busse doch vom Stadtplatz wegbringen" - doch dafür setzte es eine klare Absage von der Städteplanerin. "Busse haben riesige Radien, ein Busbahnhof braucht wahnsinnig viel Platz", außerdem sei es auch im Sinne der Altstadtbelebung, wenn die Busse nach wie vor am Stadtplatz halten. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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