Stadtrat spricht von "täglichem Parkchaos am Stadtplatz"

Heftige Debatte: Braucht Tittmoning eine Tiefgarage?

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Eine Tiefgarage für die künftigen Bewohner des Brückner-Geländes ist wahrscheinlich - aber werden ausschließlich sie dort parken dürfen? Oder soll die Stadt eine eigene, öffentliche Tiefgarage bauen? Kann sich die Stadt das leisten? Und käme man dann dem Investor in die Quere? 
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Tittmoning - Zwei große Themen prallten im Stadtrat aufeinander: Die Parkplatzproblematik und die Überplanung des Brückner-Geländes - ist eine Tiefgarage die Lösung? *Mit Voting*

"Wir dürfen die Chance auf eine Tiefgarage am Brückner-Gelände nicht vertun, sonst bleibt der Verhau und das tägliche Chaos am Stadtplatz" - Sepp Wittmann zeigte sich in der Stadtratssitzung als vehementester Fürsprecher einer Tiefgarage am Brückner-Gelände. Eigentlich sollte dort am Dienstag der Auslobungstext für den Architektenwettbewerb zur Gestaltung des Areals verabschiedet werden, doch durch den Zankapfel Tiefgarage kam es erst gar nicht so weit. 

Die zentralen, ungeklärten Fragen

Rund 300 Einwohner mehr wird Tittmoning haben, ist das Brückner-Areal erst einmal bebaut, schätzen Stadtplaner - doch die 450 Stellplätze am und um den Stadtplatz reichen für das Ortszentrum ohnehin schon nicht mehr, meinen viele. Der mögliche Bau einer Tiefgarage am Brückner-Gelände warf in der Stadtratssitzung aber jede Menge Fragen auf:

  • Eine Tiefgarage nur für die künftigen Bewohner des Brückner-Areals oder eine öffentliche für alle?
  • Soll der Investor die Tiefgarage bauen oder die Stadt?
  • Soll die Fläche über der Tiefgarage bebaut werden?
  • Wie viele Stellplätze bräuchte man in einer öffentlichen Tiefgarage?
Rund 290 Stellplätze gibt es am Stadtplatz. Würde eine öffentliche, größere Tiefgarage am Brückner-Gelände den Stadtplatz entlasten? Verkehrsplaner Glöckl war skeptisch und warnte vor leerstehenden, öffentlichen Tiefgaragen.

Heftige Vorwürfe gegen die Planer

"Wenn die Stadt hier wirklich eine öffentliche Tiefgarage bauen will, für wen soll die sein? Für Besucher der Altstadt ist sie zu weit weg", gab Verkehrsplaner Ulrich Glöckl zu Bedenken - dann wurde es lauter: "Wo leben Sie denn? Das sind doch nur 50 Meter bis zur Altstadt!", so Dirk Reichenau in Richtung Glöckl. Der konterte prompt: "Ich frage mich, wo leben Sie denn? Ich lebe in einer Welt, in der die Leute mit dem Auto am liebsten bis vor die Haustür fahren." 

Überhaupt warf Reichenaus SPD-Fraktionskollege Wittmann den drei anwesenden Planern immer wieder vor, Stadtratsbeschlüsse zu ignorieren: "Wir werden hier überfahren. Die Planer wollen nur ihr Konzept durchziehen, über unsere Köpfe hinweg." Denn obwohl es einen Beschluss vom August 2017 gibt, dass eine Tiefgarage im Verkehrsgutachten fürs Brückner-Areal untersucht werden soll, war in den Gutachten am Dienstag davon kaum die Rede. 

Baut die Stadt selbst könnte es teuer werden

Von mindestens 2,5 Millionen Euro an Kosten war die Rede, sollte sich die Stadt für den Bau einer öffentlichen Tiefgarage entscheiden. "Wie wollen wir das finanzieren? Das Brückner-Gelände kann nicht unser Parkplatzproblem lösen", meinte dagegen Maria Kellner und auch Bürgermeister Konrad Schupfner zeigte sich hier eher skeptisch. 

Um hier mehr Klarheit zu bekommen beschloss der Stadtrat am Dienstag nur, dass die Planer ein allgemeines Stellplatzkonzept für Tittmoning nachliefern müssen. Bis zu 15.000 Euro wird es kosten. Erst dann soll entschieden werden, welche Anforderungen an eine Tiefgarage in den Auslobungstext für den Brückner-Architektenwettbewerb aufgenommen werden soll. Der ganze Prozess wird dadurch rund drei Monate verzögert, mit einem Abriss der Industrieanlage wird aber ohnehin nicht vor dem Jahresende 2019 gerechnet. 

Eine eigene Linksabbiegespur in das künftige Wohnviertel wird wohl nicht nötig. Die Laufener Straße kann bleiben, wie sie ist. 

Vorschläge zum Verkehr innerhalb des Areals

Ganz untätig waren die Planer in den vergangenen Monaten aber nicht: Maximal 30 km/h sollte in der künftigen Wohnsiedlung gefahren werden dürfen, auch Linienbusse sollten verbannt und ein direkter Rad- und Fußweg zum Supermarkt südlich des Areals gebaut werden. Eine eigene Linksabbiegerspur auf der Laufener Straße in das Viertel hinein wird es nicht brauchen, die Verkehrszahlen werden zu niedrig sein. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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