Zwei Interessengemeinschaften tun sich zusammen

Petition übergeben: "Verkehr in Tittmoning teils unerträglich"

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Rosa-Maria Multerer, Sprecherin der Interessengemeinschaft Stadtumfahrung beim Übergeben der Petition an Tittmonings Bürgermeister Schupfner. 
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Tittmoning - Die Bundesstraße verläuft noch immer mitten über den historischen Stadtplatz - und damit auch der Durchgangsverkehr: Gleich zwei Interessengemeinschaften übergaben jetzt eine Petition. 

Gibt es beim Thema Ortsumfahrungen immer Befürworter und Gegner? In Tittmoning scheint das nicht der Fall zu sein. Am Donnerstag übergaben zwei Interessengemeinschaften (IG) ihre Petitionen an Bürgermeister Konrad Schupfner - die Bewohner des Stadtkerns Hand in Hand mit den Anliegern der Lkw-Umfahrung westlich von Tittmoning. "Wir bekriegen uns nicht gegenseitig", so Rosa-Maria Multerer von der IG Stadtumfahrung

"Drinnen" weniger Verkehr, "draußen" mehr Lärmschutz

Multerer bringt die Forderungen ihrer IG und der "IG Anwohner Umfahrung" auf den Punkt: "Der Durchgangsverkehr muss raus aus der Stadt, dafür sollen Lärmschutz und Sicherheit auf der bestehenden Umfahrung verbessert werden. Auch an eine neue Umfahrung für Ramsdorf und Ausang sollte Thema werden." In der Petition der "IG Anwohner Umfahrung" heißt es dementsprechend auch: "Wir teilen die Meinung, dass die Verkehrssituation in der Stadt Tittmoning ein teils unerträgliches Maß aufweist."

Bei der Übergabe der Petition am Donnerstag im Tittmoninger Rathaus. Von links: Thomas Brauner, André Zitzelsberger, Josef Käsbauer, Bürgermeister Konrad Schupfner, Rosa-Maria Multerer, Christoph Zellbeck, Clement Stadler, Gabi Lex.

Konkret soll die B20 so beschildert werden, dass der Durchgangsverkehr nicht über den Stadtplatz geleitet wird. Dazu soll die Verkehrsführung an den Kreuzungen südlich, zur TS16, und nördlich der Stadt, zur St2105, geändert werden: wer nach Tittmoning hinein will soll bewusst abbiegen müssen und ansonsten "automatisch" um die Stadt herumgeführt werden. "Drittens fordern wir, dass das Lkw-Durchfahrtsverbot konsequent verfolgt wird", so Multerer zu Bürgermeister Schupfner. Zu Stoßzeiten sind Staus vor den verstopften Stadttoren die Regel. 

Schupfner: "Das Thema ist eine harte Nuss"

"Zu unserem Erstaunen haben wir eigentlich kaum Gegenwind, auch nicht von den Geschäftsleuten", so Clement Stadler, nachdem man bereits Anfang Dezember bei einem Infoabend viel Zuspruch bekam. Zu viert haben Anhänger der Interessengemeinschaft Ende September 2019 den Verkehr über den Stadtplatz gezählt: 10741 Fahrzeuge, davon 152 Lastwägen, zwischen 7 und 0 Uhr - und dabei gehen alle, beispielsweise auch das Staatliche Bauamt, davon aus, dass der Verkehr in Zukunft mehr wird

Das Thema sei eine "harte Nuss", so Bürgermeister Konrad Schupfner: "Es geht hier nicht um Gemeindestraßen, wir können das also nur weitergeben." Schupfner begrüßte die gemeinsamen Gespräche. Bei einem Treffen Anfang Februar werden die Verantwortlichen mit Vertretern der beiden IGs noch einmal zusammenkommen. Auch eine Verkehrszählung soll noch einmal durchgeführt werden, denn die jüngsten offiziellen Zahlen sind von 2015. "Wir wollen auch wissen: Wie viel reinen Durchgangsverkehr gibt es? Wie viel Ziel- und Quellverkehr gibt es und wer ist dafür der Auslöser?", so Schupfner. 

Die Interessengemeinschaften hoffen derweil auf ein schnelles Vorankommen - doch der Stein ist ins Rollen gebracht. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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